Nach dem Tod von Miriam PielhauDiese Mutter hat aufgeschrieben, was viele Mütter jetzt sehr bewegt

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Miriam Pielhau ist im Alter von 41 Jahren an den Folgen ihrer Krebserkrankung gestorben.
Foto: Felix Rachor

"Werden wir genug Zeit mit unseren Kindern haben?"

Zum Tod von Mirima Pielhau hat Anna Luz de León , eine Bloggerin aus Berlin, einen sehr bewegenden Text über die enge Verbindung zwischen Müttern und ihren Kindern veröffentlicht, aus dem wir hier einen kurzen Auszug veröffentlichen dürfen.

"Miri Pielhau war eine Frau mit wahnsinniger Strahlkraft. Ich liebte ihre Stimme, als sie noch in den 90er Jahren für den WDR als Radiomoderatorin auf meinem Lieblingssender 1Live zu hören war, ich liebte sie, wenn sie witzig und eloquent diverse Events moderierte und als ich sie vor vier Jahren auf dem Geburtstag einer gemeinsamen Freundin kennenlernte, sah ich, dass diese Frau all das war, was ich aus der Ferne gespürt hatte: liebevoll, lebensweise, zugewandt, humorvoll, verliebt ins Leben und so energiegeladen, dass es schien, es summte um sie her. Damals war ihre Tochter neugeboren und sie trug sie im Tuch umher stolz und ein bisschen müde um die Augen, eine glückliche Mama.

Jetzt ist sie tot. Das Baby von damals ist jetzt ein kleines Mädchen, das ohne seine Mama aufwachsen wird und das möglicherweise viel von der konkreten Erinnerung an diese Mama verlieren wird – denn sie ist erst vier.

Und das bringt mich zu meinem Thema, das mich schon lange beschäftigt und über das ich noch nie geschrieben habe, weil es mich zu sehr berührt: Mütter sterben.

Damit meine ich nicht einen Fall wie den meiner eigenen Mutter, die starb, als ihre Kinder schon alle erwachsen waren, obschon das auch furchtbar war. Nein, ich meine Mütter, die sterben, wenn ihre Kinder noch klein sind. So klein, dass sie sie für a l l e s brauchen in ihrem kleinen Leben. So klein, dass die Mütter a l l e s sind für die Kinder. So klein, dass der Verlust die ganze Biographie der Kinder unwiderruflich und brutal beeinflusst. So klein, dass die Kinder viel Konkretes vergessen werden, nicht aber das, was sie den Rest ihres Lebens vermissen werden: die Liebe ihrer Mütter.

Mütter sterben. Auch ich werde sterben, irgendwann. Heute, auch in den letzten 17 Minuten meines Geburtstags, will ich dieses Wissen um meine Endlichkeit umwandeln in den Vorsatz, meine gezählten Tage zu feiern und zu genießen. Ich habe nämlich noch die Möglichkeit dazu, egal wie viele Tage mir dafür noch bleiben.

Wir sind nicht unsterblich. Wir sind nur jetzt da, wir können jetzt für unsere Kinder, unsere Männer und Frauen, unsere Famlien und Freund*innen da sein, wir können nur jetzt für uns selbst das Beste aus diesen gezählten Tagen machen, die wir unser Leben nennen.

Jetzt ist der Moment mit unseren Kindern, der Moment, in dem wir Erinnerungen schaffen, in dem wir Anker werfen, in dem wir uns eingraben in die Lebenslinien unserer Kinder, damit wir nicht vergessen sind, wenn die gezählten Tage ablaufen …"

Foto: Anna Luz de León

Den ganzen Text von Anna Luz de León zum Tod von Miriam Pielhau kannst du auf ihrem Blog berlinmittemom.com lesen:

 

Hand in Hand: Wenn Mütter sterben

 

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