Nach Vergewaltigung: 10-jähriger Brishna droht der 'Ehrenmord'

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In der Hauptstadt Kabul wurde Brishnas Vergewaltiger zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt.
Foto: iStock/ Symbolbild

Amnesty International kämpft um das Leben der jungen Brishna

Am 1. Mai 2014 wurde die zehnjährige Brishna vergewaltigt. Jetzt wollen Angehörige sie töten, weil sie dadurch Schande über ihre Familie brachte.

Die kleine Brishna aus der afghanischen Provinz Kunduz ist gerade einmal zehn Jahre alt, als sie am 1. Mai dieses Jahres vergewaltigt wird. Der Blutverlust des Mädchens ist so hoch, dass zeitweilig sogar ihr Leben in Gefahr ist.

Mitglieder der Frauenrechtsorganisation Women for Afghan Women bringen Brishna nach der Vergewaltigung in ein Krankenhaus, wo die Verletzungen des Mädchens behandelt werden können. Nachdem sie im Juni aus Krankenhaus entlassen wird, kommt Brishna vorerst in einem von sieben Frauenhäusern der Women For Afghan Women unter.

Die Angehörigen des Mädchens fordern jedoch, dass Brishna zu ihnen zurückkehrt. Als Dr. Hassina Sarwari, die Leiterin des Frauenhauses, in dem das Kind untergekommen ist, Brishna aus dem Krankenhaus abholt, erzählt ihr eine Tante des Mädchens, dass ihre männlichen Angehörigen sie umbringen und in den Fluss werfen wollen würden. Der Grund: Dadurch, dass Brishna vergewaltigt wurde, soll sie Schande über ihre Familie gebracht haben. Ihr droht der Ehrenmord.

Bis Juli können die Mitglieder von Women For Afghan Women Brishna noch beschützen. Dann kommt die Polizei in das Frauenhaus, um das Mädchen zurück zu ihrer Familie zu bringen. Nachdem sich Brishnas Gesundheitszustand - zumindest körperlich - gebessert hat, liegt das Sorgerecht für sie wieder bei ihrer Familie.

Vergewaltiger von Brishna in Haft

Brishnas Vergewaltiger Mohammed Amin hat die Tat gestanden. Noch in Untersuchungshaft sitzend soll er angeboten haben, Brishna zu heiraten, um ihre Ehre wieder herzustellen.

Dank des Engagements von Amnesty International wird dazu jedoch nicht kommen. Die inzwischen weltweite Protestaktion, die verhindern soll, dass einem unschuldigen Mädchen, schon genügend Leid erdulden musste, das Leben genommen wird, setzt die afghanische Regierung unter Druck. Brishnas Fall wurde vor einem Gericht in Kabul verhandelt. Ihr Vergewaltiger soll 20 Jahre ins Gefängnis kommen.

Brishna ist jedoch noch lange nicht in Sicherheit. Amnesty International fordert Menschen auf der ganzen Welt dazu auf , den Ehrenmord an dem zehnjährigen Mädchen zu verhindern.

Seit 2009 existiert zwar ein Gesetz, dass Mädchen vor Übergriffen, auch Ehrenmorden, durch ihre Familie schützen soll. Gleichzeitig gibt es nach Angaben von Amnesty International jedoch ebenfalls einen Paragrafen der Strafmilderung für Taten vorsieht, die der Wiederherstellung der Familienehre dienen.

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