Nasenspray-Sucht: Bin ich abhängig?

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Warum Nasenspray abhängig macht

Gerade wenn es kälter wird, kennen viele das Problem - ein geschwollener Hals , eine juckende Nase. Was jetzt hilft: Nasenspray. Einmal links, einmal rechts und schon sind die Nasenlöcher wieder frei. Aber Vorsicht! Nicht selten entwickelt sich aus der harmlosen Erkältung eine ernst zunehmende Sucht.

Wie wirken Nasensprays?

Bei einer akuten Infektion, wie bei einem Schnupfen zum Beispiel, schwellen die Nasenschleimhäute an, die Nase ist verstopft. Abschwellende Nasensprays lassen die Blutgefäße an den Nasenschleimhäuten zusammenziehen - das Gewebe schwillt ab und die Nase ist wieder frei.

Eine Woche - länger sollten Sie Nasenspray nicht nehmen.„Erkrankte sollten die Präparate im Bedarfsfall höchstens eine Woche lang benutzen“, sagt Dr. Oliver Reichel, Leiter der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am Schwarzwald-Baar Klinikum in Villingen-Schwenningen gegenüber der Apotheken Umschau. Wird das Nasenspray nicht rechtzeitig abgesetzt, kann es abhängig machen: "Bei etwa 100.000 bis 120.000 Bundesbürgern ist das der Fall", schätzt Dr. Roland Windt vom Bremer Zentrum für Sozialpolitik.

Wie kann ich von Nasensprays abhängig werden?

Je länger Sie Nasenspray verwenden, umso mehr gewöhnen sich Ihre Schleimhäute an die kleine Sprühdose. Was darauf folgt - das Rebound-Phänomen. Zu Deutsch: Lässt die Wirkung des Nasensprays nach, schwellen die Schleimhäute wieder an. Und Sie greifen erneut zum Spray - ein chronischer Schnupfen entsteht. Die Nasenschleimhäute trocknen aus, die Abwehrfunktion bleibt aus. Heißt im Klartext: verstopfte Nase im Dauerzustand.

Wie gewöhne ich mir das Nasenspray wieder ab?

Bevor Sie mit der Entwöhnung anfangen, sollten Sie sich klar machen, wie es überhaupt zu der Sucht gekommen ist. Leiden Sie unter einer Allergie? Dann suchen Sie einen Arzt auf. Für alle anderen gilt: Die Entwöhnung von Nasensprays ist hart. Ärzte empfehlen deshalb, anfangs auf kortisonhaltige Nasensprays auszuweichen. Eine weitere Möglichkeit ist, nur eines der beiden Nasenlöcher zu entwöhnen.

Wie bei allen anderen Suchttherapien auch, müssen Sie in den ersten Tagen mit Nebenwirkungen rechnen. Nicht selten sind eine verstopfte Nase und eine mühsame Atmung die Folgen. Sind diese überstanden, dürfen Sie sich auf ein Leben ohne Nasenspray freuen. „Ist die Nasenschleimhaut aber erst einmal entwöhnt, erholt sie sich in der Regel auch vollständig“, sagt Reichel.

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