Natalie Dormer: "Sex-Szenen sind nie einfach – und total unsexy."

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Natalie Dormer 2014
Foto: Getty Images

Natalie Dormer im Star-Interview

Natalie Dormer zeigt bei ihren Rollen vollen Körpereinsatz. Im Interview spricht sie über Sex vor der Kamera, ihren Verlobten und Frisuren-Opfer während des Shootings.

Natalie Dormer ist für ihre historischen Rollen bekannt. Doch in die "Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1" (ab dem 20.11. im Kino) tauscht der "Game of Thrones“-Star ihr Mittelaltergewand gegen den Sci-Fi-Kampfanzug. Und das ist bei weitem nicht die einzige Veränderung, die die Britin für ihre Arbeit in Kauf nimmt ...

JOY: In "Mockingjay“ spielen Sie neben Jennifer Lawrence, Liam Hemsworth und Sam Claflin die Widerstandskämpferin Cressida. Wie war es, Teil eines so riesigen Blockbuster-Projekts zu sein?

Fantastisch! Ich war schon so großer Fan der ersten beiden „Panem”-Filme und habe mich total gefreut, im finalen Kapitel von Katniss’ Abenteuer mit dabei zu sein. Der jetzige Film nimmt einfach nochmal ganz neue Dimensionen an, als seine Vorgänger. Er dreht sich verstärkt um die Rebellen in Distrikt 13, die sich gegen ihre diktatorische Regierung auflehnen. Vor allem geht es natürlich um Katniss, die sich in diesem Distrikt finden muss, von dem sie vorher nicht einmal wusste, dass er existiert – und gleichzeitig die Revolution gegen das Kapitol anführen soll. Meine Rolle dabei ist so spannend, weil ich als Cressida mit meinem Kamerateam das Image von Katniss als Revolutionssymbol und Heldin mitgestalte.

Mussten Sie für die Action-Szenen extra trainieren oder halten Sie sich ohnehin fit?Das viele Herumgerenne war schon recht anstrengend aber der Dreh zu "Mockingjay 2" war noch viel fordernder. Ich darf also jetzt nicht zu viel verraten oder wir müssen uns in einem Jahr nochmal unterhalten (lacht). Gottseidank trainierte ich während der Dreharbeiten parallel auch für den „London Marathon“ und beides ergänzte sich ganz gut. So konnte ich einigermaßen mit Liam und Sam mithalten. Aber außer dem Laufen mache ich ansonsten nur ab und zu noch gern ein wenig Yoga, um beweglich zu bleiben!

Sie mussten für Ihre Rolle einiges an Haar lassen. Wie gefiel Ihnen der Undercut?Anfangs fühlte es sich schon ungewohnt an und ich bekam den Haarschnitt im Winter verpasst – also war es auch ein wenig kühl am Kopf (lacht). Aber ich war total überrascht, wie befreiend es sich anfühlte. Wir Frauen verbinden Attraktivität ja oft mit langen Haaren und irgendwie tat es gut sich einmal davon zu lösen.

Wie weit würden Sie sich denn für eine Rolle verändern?Das entscheide ich von Fall zu Fall, denn das Großartige am Schauspielersein ist ja: Du wirst ständig mit immer neuen Herausforderungen konfrontiert, auf die du selbst nie kommen würdest – wie sich den halben Schädel zu rasieren (lacht). Das Ganze ist wie eine Entdeckungsreise. Ich weiß nie, was als nächstes um die Ecke kommt. Dafür muss man schon mal aus seiner Komfortzone ausbrechen, aber genau das ist das Spannende für mich daran!

Wir in Deutschland kennen Sie bislang hauptsächlich von Ihrer Rolle der Margaery Tyrell in "Game of Thrones" (ab Frühjahr 2015 wieder auf RTL II). Hätten Sie jemals mit dem Riesen-Erfolg der Serie gerechnet?Ich glaube, das hat niemand! Auch für die Macher der Show und den Rest des Casts war das eine riesige und natürlich freudige Überraschung. Es ist verrückt wie mit jeder Staffel und jedem Jahr die Fanbase anwächst. Wir freuen uns alle sehr, dass die Serie so gut ankommt!

Die Serie ist ja auch für seine freizügigen Szenen bekannt. Wie gehen Sie denn mit Nacktheit vor der Kamera um?Ich konnte für diese Fälle glücklicherweise schon bei den Dreharbeiten zu "Die Tudors" (2007) Erfahrung sammeln. Das war sehr lehrreich (lacht)! Aber Sex-Szenen sind nie einfach – und total unsexy: die vielen Leute um dich rum, ständig muss man Einstellungen wiederholen und auf die verschiedenen Winkel achten. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich tatsächlich auch daran und solche Szenen werden dann einfach Teil des Jobs!

Sie spielen sehr häufig taffe Frauenrollen – fühlen Sie sich solchen Charakteren besonders verbunden? Stimmt, ich durfte schon viele starke und intelligente Frauen spielen. Obwohl Cressida oder Margaery beispielsweise durchaus auch Ängste haben, die sie versuchen zu überwinden. Eigentlich also genau das, was wir alle auch im Alltag immer wieder durchmachen (lacht). Tatsächlich würde ich aber gerne auch mal Frauen spielen, die von Grund auf unsicher und schwach sind, die sich nicht so gut unter Kontrolle haben. Denn ich suche immer nach Herausforderungen: Rollen, die das Bild, das die Leute von mir im Kopf haben, verändern. Und die auch mein eigenes Bild von dem, was ich glaube leisten zu können, immer wieder hinterfragen.

Käme auch eine Komödie in Frage?Na klar, ich würde so gerne mal was Witziges machen! Eigentlich interessiert mich wirklich alles, was ich noch nie gemacht habe! Also eine Komödie, mal was Action-lastiges oder auch ein schön düsteres, hartes Drama!

Sie sind auch jenseits der Leinwand recht vielseitig, spielen Poker, fechten, laufen Marathon – sind Sie ein Multitalent?Vielen Dank, aber nein (lacht)! Das klingt als wäre ich total außergewöhnlich aber ich bin wirklich nur ein ganz normales Mädchen, das gerne mal zuhause rumlümmelt, liest oder für ihre Freunde kocht – und dabei versucht, dass Essen möglichst nicht anbrennen zu lassen!

Dafür dürfte bei all ihren derzeitigen Projekten nicht allzu viel Zeit bleiben. Wie schaffen Sie es Privatleben und Beruf unter einen Hut zu bringen? Ich liebe die heutige Technologie, was würde ich nur ohne Skype tun (lacht)! Es passiert ja nicht sehr oft, dass man gleich zwei große Blockbuster wie "Panem" dreht, höchstens ein- oder zweimal im Laufe einer Karriere. Und auch wenn ich bei den langen Dreharbeiten schon einiges vermisst und auch viel verpasst habe, wie Geburtstage, Hochzeiten oder Geburten, sind das Opfer, die man für eine solche Gelegenheit einfach erbringen muss. Mit den technischen Möglichkeiten, die wir heute haben, ist es so einfach mit Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben. Ich weiß nicht, wie die Leute das früher geschafft haben!

Ihr Verlobter, Anthony Byrnes, hat für Ihren vollen Terminplan sicher Verständnis. Schließlich ist auch er im Filmgeschäft tätig, unter anderem als Regisseur. Würden Sie mit ihm auch einmal zusammenarbeiten wollen oder trennen Sie Privates und Berufliches lieber?Wir haben tatsächlich gerade unser erstes gemeinsames Projekt miteinander abgeschlossen. Wir haben ein neues Musikvideo für einen befreundeten irischen Sänger, Hozier, gedreht. Der Song heißt "Someone New" (auf dem Album "Hozier", erhältlich seit 03.10.2014) und das Video wird voraussichtlich im Januar veröffentlicht. Anthony hat Regie geführt, ich spiele darin die Hauptrolle. Wenn unsere Arbeit gut ankommt, machen wir vielleicht bald wieder etwas zusammen.

Ihr nächstes Projekt ist wieder etwas ganz anderes: der Zombie-Thriller "Patient Zero". Sehen Sie sich solche Filme auch privat an oder zu was greifen Sie, um mal abzuschalten?Ehrlich gesagt, bin ich da nicht auf spezielle Genres festgelegt. Ich mag eigentlich alles, Hauptsache, die Qualität des Drehbuchs stimmt. Ich bin also bei meinem privaten Entertainmentprogramm genauso anspruchsvoll, wie bei der Auswahl meiner eigenen Rollen (lacht). Auf „Patient Zero” freue ich mich deswegen besonders, weil der Regisseur, Stefan Ruzowitzky, auch einen meiner absoluten Lieblingsfilme gemacht hat: „Die Fälscher” (2007), den kann ich mir immer wieder ansehen. Ich bin unglaublich aufgeregt, mit ihm zusammen arbeiten zu können. Er schafft es tatsächlich, „Art House”-Elemente mit Zombiefilm zu mischen, sodass in „Patient Zero” eine ganz andere Atmosphäre herrscht als in den anderen Filmen, die zu dem Thema schon fabriziert wurden.

Jetzt steht aber bestimmt auch erst einmal für Sie eine Weihnachtspause an: Wie verbringen Sie das Fest in diesem Jahr?Oh ja und ich freue mich schon darauf! Wir werden entweder in Irland feiern, weil dort viele meiner Freunde wohnen. Oder aber zum Skifahren gehen – ich kann mich noch nicht so ganz entscheiden!

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