Naturkosmetik im Test: Was kann die eigentlich?

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Der Mega-Trend

Öko-Beauty ist ein Mega-Trend. Doch wo sind ihre Grenzen, wo ihre Stärken? Sieben Fragen an die Grünen.

Naturkosmetik - was genau ist das?

Der Begriff "Naturkosmetik" ist gesetzlich nicht klar definiert. Er wird sowohl für Pflege mit offiziellem Bio-Siegel als auch für naturnahe Pflanzenkosmetik ohne Siegel benutzt. Letztere versucht, chemische Wirkstoffe immerhin auf ein Minimum zu reduzieren, und enthält zum großen Teil Inhaltsstoffe in Bio-Qualität.

Worauf soll ich beim Einkauf achten?

Ein hübsches Blumenbild auf dem Tiegel bedeutet nicht, dass auch wirklich "Natur" drinsteckt. Ein Blick auf die INCI-Übersicht (Inhaltsstoff-Liste) sagt mehr aus. Wer reine Bio-Produkte sucht, sollte sich an den offiziellen Bio-Prüfsiegeln orientieren. Die drei wichtigsten finden Sie im Kasten rechts.

Ist bio denn immer besser?

Nein. Aber auf der Hitliste der Allergieauslöser stehen künstliche Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe ganz oben. Bio-Kosmetik verzichtet deshalb darauf ebenso wie auf Parabene, Silikone und Mineralöle. Andererseits durchläuft auch konventionelle Kosmetik zahlreiche Sicherheitstests. Bio-Beauty ist deshalb nicht unbedingt besser. Wer sie benutzt, unterstreicht damit eher eine grundsätzliche Lebenseinstellung.

Sind Naturstoffe so effektiv wie konventionelle?

Ja, denn Pflanzenextrakte punkten durch die Vielfalt ihrer Wirkstoffe. Anders als z. B. ein Vitamin aus dem Labor enthält ein natürlicher Extrakt eine Kombination aus verschiedenen Vitaminen, Boten-, Farb- und Duftstoffen. Diese verstärken sich häufig gegenseitig in ihrer Wirkung und werden vom Körper gut aufgenommen.

Helfen die Grünen auch bei Falten?

Anti-Aging-Wirkstoffe findet man auch in der Natur. Bestes Beispiel dafür ist Rosengeranienöl. Es kurbelt die Zellerneuerung ähnlich gut an wie im Labor erzeugtes Retinol (Vitamin A), ergab kürzlich eine Studie. Auch der Faltenaufpolsterer Hyaluronsäure wird auf pflanzlicher Basis, z. B. aus Extrakten des chinesischen Zitterpilzes oder aus Weizen, hergestellt.

Ist bio sanfter zur Haut?

Ja, denn Duschgele, Seifen, aber auch Bio-Shampoos enthalten besonders milde Tenside auf Zucker- oder Kokosbasis. Sie schäumen zwar weniger, schonen dafür aber Haut und Kopfhaut. Auch die Haare profitieren, weil sie weniger ausgelaugt werden. Und gut duften die Grünen außerdem noch: Reine, ätherische Öle aus Lavendel, Zitronen oder Orangen wirken beruhigend oder anregend.

Test: Was schafft Naturkosmetik nicht?

Die Grenzen der Grünen liegen z. B. bei farbigem Nagellack. Zwar gibt es Alternativen mit weniger Chemie, aber die dürfen kein Bio-Siegel tragen. Wasserfeste Mascara, leuchtende Make-up-Töne und viele Haarfarben sucht man bei den Ökos ebenfalls vergeblich. Problematisch ist auch der UV-Schutz. Die mineralischen Filter sind zwar sehr hautverträglich, können die Haut aber weißlich färben.

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