Nebenkostenabrechnung: Nachprüfen lohnt sich!

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Nebenkostenabrechnung: Sich die Zeit zu nehmen und nachzuprüfen kann sich lohnen!
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Darauf sollten Sie bei Ihrer Nebenkostenabrechnung achten

Jede zweite Nebenkostenabrechnung ist falsch. Worauf Sie achten müssen - und wann Sie gar nichts nachzahlen - verraten wir Ihnen hier!

Viele Mieterhaushalte erhalten demnächst ihre Nebenkostenabrechnungen für 2014. Doch längst nicht alle diese Rechnungen erfüllen die vorgeschriebenen Voraussetzungen. Im Extremfall kann das bedeuten: Die Nebenkostenabrechnung ist ungültig.

Die Mieter müssen bis zur Nachbesserung gar nichts bezahlen, erklärt unser Experte Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. Hier beantwortet er die wichtigsten Fragen zur "zweiten Miete".

Was sind Neben- oder Betriebskosten?

Offiziell spricht man von "Betriebskosten". Dazu zählen alle Kosten, die einem Eigentümer durch Nutzung des Hauses regelmäßig entstehen. Die wichtigsten fasst die Liste unten zusammen - samt realistischer Durchschnittskosten.

Spartipps: So senken Sie Ihre Nebenkosten

Müssen Mieter sie grundsätzlich zahlen?

Entscheidend ist, was im Mietvertrag vereinbart wurde. Steht dort nichts von Betriebskosten, zahlt man auch keine.

Welche Posten sind nicht erlaubt?

Alle Kosten, die einmalig sind. Das kann die Neugestaltung eines Gartens, der Austausch eines Fensters oder eine Reparatur sein (Liste unten). Außerdem müssen Vermieter wirtschaftlich mit Vorschüssen umgehen: Täglich Treppe putzen, wöchentlich Hecke stutzen - das ist Verschwendung! Mieter sollten auch darauf achten, ob Kosten doppelt aufgeführt sind. Zu den Aufgaben eines Hausmeisters zählen zum Beispiel Gartenpflege und Schneeräumen. Das darf dann nicht noch gesondert berechnet werden.

Wie werden Betriebskosten aufgeteilt?

Versorgt eine Heizungsanlage mindestens zwei Wohnungen, werden die Heizkosten nach Verbrauch abgerechnet - und zwar mindestens zu 50 Prozent. Die Restkosten können auch nach der Wohnfläche verteilt werden.

Nicht erlaubt ist es, sie pauschal zu berechnen, etwa auf Basis der vom Vermieter an den Energieversorger geleisteten Vorauszahlung.

Auch die zentrale Warmwasserversorgung wird verbrauchsabhängig berechnet: Warmwasseruhren sind Pflicht. Fehlen Messgeräte für den Gesamtwasserverbrauch, ist die Kalkulation nach Wohnfläche üblich.

Bei den übrigen Betriebskosten hängt die Verteilung vom Mietvertrag ab: Sie kann nach Personenzahl erfolgen, aber auch die Aufteilung nach Wohnfläche ist möglich.

Was tun, wenn man Fehler in der Nebenkostenabrechnung entdeckt hat?

Ist die Abrechnung fristgemäß eingetroffen? Sie muss spätestens zwölf Monate nach Ablauf der Abrechnungsperiode vorliegen. Verpasst der Vermieter diese Frist, müssen Mieter gar nichts mehr nachzahlen!

Guthaben verfallen dagegen nicht. Kommt Ihnen ein Posten merkwürdig vor, sprechen Sie Ihren Vermieter darauf an. Bleibt er stur, hilft der Mieterbund (www.mieterbund.de): Legen Sie möglichst vier Wochen nach Erhalt der Abrechnung schriftlich Widerspruch ein. Spätester Termin für den Widerspruch ist ein Jahr nach Erhalt der Rechnung.


Durchschnittliche Betriebskosten Euro je Quadratmeter im Monat

Heizkosten 1,16 Euro
Wasser/Abwasser 0,35 Euro
Warmwasser 0,27 Euro
Hauswart 0,21 Euro
Grundsteuer 0,19 Euro
Müllbeseitigung 0,16 Euro
Aufzug 0,16 Euro
Gebäudereinigung 0,16 Euro
Sach- + Haftpflichtversich. 0,15 Euro
Antenne/Kabel/TV 0,14 Euro
Gartenpflege 0,09 Euro
Allgemeinstrom 0,05 Euro
Straßenreinigung 0,03 Euro
Sonstige Kosten 0,04 Euro
Schornsteinreinigung 0,03 Euro

Realistische Gesamtkosten 3,19 Euro

Quelle: Deutscher Mieterbund; Zahlen beziehen sich auf Abrechnungszeitraum 2012

Das darf nicht in die Nebenkostenabrechnung

Instandhaltung:
Malern des Treppenhauses
Reparaturen, etwa an der Elektroanlage
Rücklagen für Renovierungen
Hausmeisterleistungen, die der Instanthaltung dienen

Verwaltung:
Hausverwaltung
Erstellung der Nebenkostenabrechnung
Porto
Bankgebühren
Zinsen
Telefon

Leerstand
trägt der Vermieter/Hausbesitzer

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