Nervengift im Flugzeug: Wie gefährlich ist Fliegen wirklich?

flugzeug von innen
Nervengifte im Cockpit? Airlines verschweigen das Problem.
Foto: Thinkstock

Nervengift in Flugzeugen? Unglaublich, aber das dadurch ausgelöste Aerotoxisches Syndrom ist kein neues Problem für Fluglinien. Es kommt immer wieder zu Zwischenfällen, weil die Luft im Flugzeug toxisch ist. Airlines reagieren auf das Problem von Nervengift im Flugzeug jedoch nicht öffentlich.

Schwindel, Übelkeit und Verlust geistiger Fähigkeiten - viele Piloten und Stewardessen klagen über diese Probleme. Aber nicht nur Berufsflieger sind betroffen, auch Fluggäste können an diesen Problemen leiden. Eine mögliche Erklärung dafür: Nervengift in der Kabine und im Cockpit.

Wie gelangt Nervengift ins Flugzeug?

Fast alle Flugzeuge beziehen ihre Frischluft aus einer Zapfanlange nahe des Triebwerks. Ist eine Dichtung am Triebwerk kaputt, kann der Stoff Tricresylphosphat (TCP), der Flugzeugmotorenöl beigemischt wird, verdampfen und gerät so in die vermeintliche Frischluft der Kabine.

In einem schon älteren Artikel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) heißt es, dass Menschen, die mit TCP in Kontakt kommen oder dieses einatmen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Kribbeln im Körper bekommen können. In hohen immer wiederkehrenden Dosen soll das Nervengift auch zum Tod führen können.

Das Aerotoxische Syndrom

Das sogenannte Aerotoxisches Syndrom ist ein relativ unerforschtes Krankheitsbild. Das Luftfahrt-Bundesamt erfasst zwar Fälle des Syndroms, veröffentlicht diese allerdings nicht. In Großbritannien hat die Civil Aviation Authority 1050 derartige Vorfälle im Jahr 2006 erfasst. Am häufigsten kam es zu Vergiftungen in der Boeing 757 und 233 und der BAe 146, die damit die am stärksten betroffenen Flugzeugtypen sind.

Bei Menschen, die selten fliegen, ist die verunreinigte Luft in der Kabine nicht dauerhaft gesundheitsschädigend. Bei Piloten und Stewardessen können die gesundheitlichen Schäden gravierender sein. Allerdings muss nicht immer das Aerotoxische Syndrom verantwortlich sein, wenn es einem Fluggast nicht gut geht. Dafür kann es verschiede Gründe geben. Außerdem gelang es Forschern bisher nicht, TCP im Körper eindeutig nachzuweisen. So können auch einige Todesfälle von Piloten nicht eindeutig auf TCP zurückgeführt werden.

Wie kann ich mich schützen?

Generell gilt - nicht nur aus gesundheitlichen Gründen - fliegen Sie so selten wie möglich. Das hält nicht nur den CO2-Verbrauch niedrig, sondern setzt Sie auch gar nicht erst dem Nervengift TCP aus. Sollten Sie fliegen müssen, ist eine Vergiftung durch TCP sehr unwahrscheinlich. Andere Gefahren - wie zum Beispiel Thrombosen - sind wesentlich größere Bedrohungen auf Langstreckenflügen.

Neuere Flugzeugtypen wie die Boing 787 beziehen ihre Frischluft auch nicht mehr aus Nähe der Turbinen. Hier kommt die Luft in der Kabine aus dem Rumpfbereichs des Flugzeugs.

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