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Foto: Thinkstock

Internet-Knigge

Die neuen Regeln für Facebook und Co. – wir verraten, was Sie besser nicht posten, welcher Handyklingelton immer geht und worauf Sie bei E-Mails unbedingt achten sollten.

Facebook und Co.

Freundschaften werden bei Facebook gesammelt wie Briefmarken: Der durchschnittliche User hat 130 Freunde – weit mehr als im realen Leben. Schmückt sich jemand mit 1.000 Freunden, ist er nicht der Beliebteste, sondern eher einer, der nie „Nein“ sagen kann und womöglich auch mit seinem Bäcker und seiner Katze befreundet ist. Und auch das Flirten ist durch Facebook nicht unbedingt unkomplizierter geworden.

Das ist auf Facebook okay

Es ist völlig okay, Anfragen mit dem „Nicht jetzt“-Button abzulehnen – gerade wenn Sie vom Chef, Kollegen, Exfreund oder Ihrem Onkel kommen. Schließlich müssen die nicht wissen, wo Sie Samstagabend feiern gehen. Und akzeptieren Sie auch, wenn Ihre Freundschaftsanfrage mal abgelehnt wird.

Wir wissen, dass es unglaublich viel Spaß macht, die neue Flamme des Exfreunds oder die eigene Jugendliebe auszuspionieren. Bei 20 Millionen Nutzern allein in Deutschland liegt die Trefferquote ja auch ziemlich hoch!

Vor dem ersten Date besser nicht schnüffeln

Verkneifen Sie sich aber die Schnüffelei vor dem ersten Date . Denn Sie könnten einen völlig falschen Eindruck gewinnen: US-Psychologen fanden heraus, dass Typen in Netzwerken ihre Männlichkeit übertrieben zur Schau stellen – mit viel Bier und Blondinen im Arm. Ein peinliches Ballermann-Foto hat sicher schon die ein oder andere Beziehung verhindert. Nach einem erfolgreichen Abend dürfen Sie natürlich einen neugierigen Blick auf seine Seite werfen – aber bitte nicht gleich die Freundschaftseinladung hinterherschicken!

Löschen Sie blamable Verlinkungen von Freunden über „Markierung entfernen“! Bilder, die Sie unvorteilhaft, betrunken oder im knappen Bikini zeigen, erscheinen dann zumindest nicht mehr auf Ihrem Profil.

Es ist aus!

Schlussmachen per Mausklick geht gar nicht – schließlich erfährt es der Betroffene schlimmstenfalls über einen dritten Nutzer. Ändern Sie Ihren Beziehungsstatus erst, wenn Sie mit der Person gesprochen haben. Das gilt besonders für Leute, die angeben, dass sie „in einer Beziehung mit xy“ sind. Denn wer hier seinen Status in „Single“ ändert, macht seinen Ex automatisch auch zum „Single“ auf Facebook!

Niemand verlangt von Ihnen, dass Sie sich an Ihrem Tag für 100 Geburtstagswünsche einzeln bedanken. Eine Statusmeldung am nächsten Tag, in der Sie bei allen „Danke“ sagen, reicht völlig aus.

Es muss Ihnen auf Facebook nicht alles „gefallen"!

Auch wenn es noch so viel Spaß macht, den „Gefällt mir“-Button zu drücken – tun Sie es nicht permanent und geben Sie auch nicht zu jedem Post Ihren Senf dazu. Es sei denn, Sie wollen als Mitläufer oder Facebook-Junkie gelten.

Wer zehnmal täglich postet, dass er so beschäftigt ist, wirkt ziemlich unglaubwürdig – und ist reif für den Chat-Entzug.

Erst denken, dann auf Facebook posten

Zügeln Sie Ihren Mitteilungsdrang und überlegen Sie doch mal, was Sie schreiben würden, wenn jeder Post einen Euro kosten würde. Beliebtes Eigentor: Sie melden sich krank und posten bei Facebook Ihre Shoppingtour. Auch Kommentare, in denen Sie sich über Ihren Job oder den Chef echauffieren, sind tabu – Unternehmen checken gerne Profile der Arbeitnehmer.

Vermeiden Sie grundsätzlich Beleidigungen, Klatsch und Tratsch – das Internet speichert alles und zwar jahrzehntelang. „Bin jetzt zwei Wochen im Urlaub“ ist ein toller Hinweis für Einbrecher und aufgrund Ihrer Mitschuld wird die Versicherung keinen Cent übernehmen. Deshalb in Netzwerken auch immer Adresse und Telefonnummer weglassen.

Dosieren Sie Smileys und Herzchen

Kennzeichnen Sie ironische Aussagen mit einem ;-), um Missverständnissen vorzubeugen, aber gehen Sie generell mit Herzchen (3) und Smileys dosiert um – wenn Sie über die Pubertät hinaus sind.

Sperren Sie in den Privatsphäreeinstellungen Ihre Seite für Suchmaschinen wie Google. Oder wollen Sie, dass sogar der PC-Nerd aus Sydney Ihren Beziehungsstatus kennt? Teilen Sie Ihre Freunde ruhig in Gruppen auf – dann können Sie Ihre Pinnwand zum Beispiel für entfernte Bekannte blockieren.

E-mail

Tipps gegen Vertipper in E-Mails

Fassen Sie sich kurz: Untersuchungen haben ergeben, dass viele Menschen nur die ersten sieben Zeilen einer Mail lesen. Wird es doch mal ein Roman, entschuldigen Sie sich gleich am Anfang – und erwarten Sie nicht, dass der andere genauso umfangreich zurückschreibt.

Versehen Sie Mails nie mit dem Ausrufezeichen für „hohe Priorität“ – der Empfänger sollte selbst entscheiden können, was er für wichtig hält.

GROSSBUCHSTABEN sind deplatziert – oder wollen Sie den Empfänger anschreien? kleinbuchstaben signalisieren Geringschätzung und Faulheit. „Wo bist du???“ wirkt aufdringlich, genauso wie eine Aussage mit drei und mehr Ausrufezeichen – die große Ausnahme: „Danke!!!“

Beantworten Sie alle Fragen in E-Mails umgehend

Beantworten Sie im Job immer alle Fragen einer Mail – und zwar in den 24 Stunden nach Erhalt. Bearbeiten Sie Nachrichten vom Chef so zeitnah wie möglich. Falls Sie länger brauchen, sollten Sie dem Sender kurz den Erhalt bestätigen. Im Privaten können Sie es nach eigenem Ermessen handhaben – trotzdem riskieren Sie Ärger, wenn Sie auf eine Anfrage eine Woche lang nicht reagieren.

Schicken Sie Ihre Mail erst ab, wenn Sie sie noch mal gründlich auf Rechtschreibung und Zeichensetzung überprüft haben. Man muss nicht auf eine E-Mail mit einer E-Mail antworten. Aber beim Medienwechsel gilt: Immer nur vom unpersönlicheren zum persönlicheren Medium – sagen Sie also eine Hochzeitseinladung per Post telefonisch und nicht per E-Mail zu.

Schlafen Sie nochmal darüber

Sie haben sich über eine Freundin geärgert und wollen am liebsten sofort eine böse Mail in die Tasten hauen? Bevor Sie einen fulminanten Schnellschuss abfeuern, speichern Sie den Text – sicherheitshalber ohne Empfänger – ab und schlafen Sie eine Nacht darüber. Ein geschriebenes „Du kannst mich mal“ ist viel verletzender als ein im Affekt rausgerutschter Satz, für den man sich sofort entschuldigen kann.

Eile mit Weile!

Fordern Sie den Empfänger nicht auf, den Erhalt der Mail per Mausklick zu bestätigen. Bedenken Sie, dass jeder im Durchschnitt pro Tag an die 60 E-Mails bekommt. Genauso sinnlos ist eine automatische Eingangsbestätigung („Autoresponder“) – sie teilt nur mit, dass sie angekommen ist, nicht aber, ob sie bereits gelesen wurde. Wenn es eilt, greifen Sie lieber zum Hörer!

Keine Blindkopien in E-Mails

Setzen Sie niemanden in die Blindkopie „bcc“. Damit lassen Sie einen Dritten an der Korrespondenz teilhaben, ohne dass es der eigentliche Empfänger weiß. Ausnahmen sind Einladungen über den Verteiler, um die Privatsphäre der Empfänger zu schützen. Klicken Sie umgekehrt bei Rundmails, die Sie bekommen, nie auf „Antwort an alle“ – oder wollten Sie 50 fremde Zusagen lesen?

Keine Emoticons in Job-E-Mails

Mit einem „:-)“ können Sie in einer privaten E-Mail das Eis brechen, in einer geschäftlichen Korrespondenz sind Emoticons dagegen genauso fehl am Platz wie die informelle Anrede „Hi“ oder die Verabschiedung „MfG“.

Smartphone und Handy

Sagen Sie Verabredungen nie per SMS ab – mit einem kurzen Anruf signalisieren Sie, dass Ihnen der andere mehr wert ist als ein in fünf Sekunden getipptes: „Sorry, ich schaff’s nicht!“ Mobiles Telefonieren ist in Deutschland mit rund 29 Cent pro Minute recht teuer. Deshalb gibt es immer wieder Sparfüchse, die nach einmal Anklingeln auflegen und auf den Rückruf warten. Wenn Sie Angst vor einer teuren Rechnung haben, schicken Sie lieber eine SMS!

NSZI: Wir wissen alle, dass Textnachrichten kurz und schnell gehen müssen. Aber vermeiden Sie abenteuerliche Abkürzungen, die außer Ihnen niemand versteht – Nur So Zur Info!

Achten Sie beim telefonieren auf Ihre Umgebung

Benutzen Sie Ihr Handy nicht im Kino: Ein leuchtendes Gerät ist dort genauso schlimm wie ein klingelndes! Schlechte Orte sind auch Museen, Bibliotheken, öffentliche Verkehrsmittel (vor allem das Telefonieren!) und edlere Restaurants. In legeren Lokalen können Sie Ihr Gerät auf den Tisch legen, aber mit dem Display nach unten. Und wenn es doch mal unerwartet klingelt? Lieber wegdrücken statt rangehen und sagen „Ist gerade schlecht“ – mit dieser vagen Info kann Ihr Gegenüber auch nicht mehr anfangen.

Männer hassen es, wenn Frauen an Ihrem Handy spielen, vor allem beim Essen. Signalisieren Sie Ihrem Gegenüber immer, dass das Gespräch wichtiger ist als eine SMS. Wenn Sie doch einmal eine dringende Nachricht verschicken müssen, sollten Sie es unauffällig mit dem Gang zur Toilette verbinden.

Sprechen statt SMSn

Es ist schön, wenn Sie eine SMS-Flat haben. Trotzdem empfinden die meisten Männer (und auch viele Frauen!) den daumengetippten Dialog als lästig, umständlich und teuer. Wenn Sie sich also mit Ihrer neuesten Eroberung verabreden wollen, greifen Sie lieber gleich zum Hörer!

Kleider machen Leute – Klingeltöne auch! Der voreingestellte iPhone-Ton nervt genauso wie das uralte Nokia-Gedudel. Verkneifen Sie sich „Männer sind Schweine“, „Je t’aime“ von Serge Gainsbourg, Bushido-Raps oder witzige Scherztöne. Oder wollen Sie in der Öffentlichkeit als verbitterte Singlefrau, Pornodarstellerin, Ghettobraut oder Jamba-Sparabo-Kundin abgestempelt werden? US-Psychologen fanden heraus, dass alltägliche Geräusche als weniger störend empfunden werden. Also wie wär’s einfach mit der analogen Telefon- oder Türklingelmelodie?

Kopfhörer statt Boxen beim Musikhören

Klar lieben wir es, dass wir das neue Kooks-Album direkt auf unser Smartphone runterladen können. Auch wenn fast die Hälfte der 14- bis 30-Jährigen Musik übers Handy hört, möchte nicht jeder an Ihrer Kooks-Leidenschaft teilhaben. Also Kopfhörer auf, sobald Sie vor die Tür gehen!

Schalten Sie im Job oder in öffentlichen Bereichen den Klingelton so leise wie möglich, um andere nicht zu belästigen. Noch besser ist der Vibrationsmodus. Und bitte, der erste Schritt, wenn Sie sich ein neues Handy anschaffen – Tastentöne ausschalten! Das Dauergepiepse bringt selbst Tiefenentspannte auf die Palme.

Mittlerweile ist jeder überall erreichbar – 98 Prozent der 25- bis 34-Jährigen besitzen ein Handy oder sogar ein zweites Blackberry für den Job. Trotzdem ist es gesetzlich festgelegt, dass Sie im Urlaub nicht erreichbar sein müssen. Also schalten Sie ruhig mal für zwei Wochen Ihr Handy aus!

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