Netto in der Kritik: Miese Arbeitsbedingungen beim Discounter

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Die SWR-Doku "Das System Netto" enthüllt, wie es hinter den Kulissen des Discounters zugeht.
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So sehr leiden die Angestellten des Discounters

Was tut ein Discounter, um konkurrenzfähig zu bleiben? Leider jede Menge. Schlechte Arbeitsbedingungen, Gehalt vom Steuerzahler, unbezahlte Überstunden: Die Doku "Das System Netto" enthüllt, wie Angestellte des Discounters leiden.

Hinter Aldi und Lidl gehört Netto mit 45.000 Filialen und 60.000 Mitarbeitern zu Deutschlands Top-Discountern. Die Erfolgsstrategie: günstige Preise, ein breiteres Sortiment als so mancher Mitbewerber, Bio, frische Ware und mitunter auch ein Markenartikel. Das kommt an beim deutschen Verbraucher. Und die Kette will noch wachsen, plant neue Filialen, will größere Marktanteile. Den Preis dafür zahlen laut der SWR-Doku "Das System Netto" die Angestellten.

"Netto kann vor allem so preiswert sein, weil Mitarbeiter bereit sind, umsonst zu arbeiten", heißt es auf der Website des SWR. Der Sender strahlt heute Abend die Doku "Das System Netto" aus, für die Betrifft-Autor Edgar Verheyen deutschlandweit Netto-Mitarbeiter aus allen Hierarchie-Ebenen zu ihren Arbeitsbedingungen interviewt hat.

Das erschreckende Ergebnis seiner Recherchen: Mitarbeiter, die unentgeltlich bis zu 20 Überstunden die Woche leisten. Lehrlinge und Praktikanten, die statt Tariflohn einen Zuschuss erhalten. Angestellte, die allein in einer Schicht eingeteilt sind. Systematische Schikane, immer wieder Arbeiten ohne Pausen, Mitarbeiter, denen aufgrund von Krankheit der Urlaub gestrichen wurde.

Der Machtkampf am Discounter-Markt wird bei Netto anscheinend auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen. Stellungnahmen des Discounters und die ganze Dokumentation "Das System Netto" sehen Sie heute Abend um 20.15 Uhr im SWR.

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