Neue Hüfte, neues Leben - dank schonender Operation

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Mit einer Hüftprothese ist fast alles möglich.
Foto: Hero Images/Corbis

Eingriff mit großer Wirkung

Hüftbeschwerden? Keine Angst! Eine neue schonende Operation hilft

Wird die Diagnose Hüftgelenkverschleiß (Coxarthrose) gestellt, lässt sich der Einsatz eines künstlichen Gelenks oft nicht mehr vermeiden. Bisher war das ein schwerer Eingriff, der mit erheblichem Blutverlust und langer Heilphase verbunden war. Ein neues Verfahren ermöglicht jetzt das schonendere Einsetzen der Hüftprothese.

Bei der sogenannten minimal-invasiven Methode werden Muskeln, Sehnen und Bänder, die die Hüfte stützen, weniger stark in Mitleidenschaft gezogen. In der Regel findet die Operation unter Vollnarkose statt und dauert etwa anderthalb Stunden. Während früher ein großer Schnitt längs über den ganzen Oberschenkel gemacht wurde, reicht nun ein kleiner Schnitt etwa eine Handbreit unter der Hüfte – direkt am Oberschenkel. Dann wird der Knochen versorgt, um Platz für die Prothese zu schaffen. Das künstliche Gelenk wird in zwei Teilen eingesetzt: eines direkt ins Becken, das andere Stück wird in den Oberschenkelknochen eingepasst und mit speziellem Zement fixiert.

Durch den kleinen Schnitt verliert der Patient weniger Blut. Die Wunde heilt besser, der Körper erholt sich in kürzerer Zeit. Der Operierte ist schneller wieder auf den Beinen und darf die Klinik verlassen. Aber auch nach dem minimalinvasiven Eingriff sind Schmerzen normal. Seltener gibt es Probleme mit dem Gelenk wie eine Lockerung oder Entzündung. Ohne Komplikationen hält die Prothese ca. 15 bis 20 Jahre.

Für Ärzte ist das Einsetzen eines neuen Gelenks Routine, für Patienten jedoch oft die letzte Möglichkeit, wieder ein unbeschwertes Leben führen zu können. Unerträgliche Schmerzen, erzwungen langsame Bewegungen und schlaflose Nächte veranlassen jedes Jahr rund 180.000 Deutsche, sich ein künstliches Hüftgelenk einsetzen zu lassen. Die Ursache: Die Hüfte besteht aus Gelenkpfanne und Kopf. Mit den Jahren nutzt sich der Knorpel zwischen den beiden Teilen ab und die Knochen reiben aufeinander. Erste Anzeichen treten häufig zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf. Übergewicht, Verletzungen oder Rheuma fördern oder beschleunigen sogar den Gelenkverschleiß.

Es gibt nicht den richtigen Zeitpunkt für eine neue Hüfte. Der persönliche Leidensdruck ist entscheidend – und der Schweregrad des Verschleißes. Verbessert sich durch eine Prothese die Lebensqualität, werden auch 90-Jährige operiert. Nur bei starkem Übergewicht, erhöhter Thrombosegefahr oder Knochenverformungen kann das schonendere Verfahren nicht angewendet werden. Die Vor- und Nachteile des aufwendigeren Eingriffs sollten mit dem Arzt besprochen werden. Die Krankenkassen übernehmen in jedem Fall die Kosten.

Mit der Physiotherapie wird bereits am ersten Tag nach der Operation begonnen. Nach sieben bis zehn Tagen dürfen Patienten die Klinik verlassen. In der anschließenden Reha werden die Muskeln trainiert und aufgebaut. Außerdem lernt der Kranke, mit der neuen Hüfte zu gehen. Denn viele haben sich unter Schmerzen eine Fehlhaltung angewöhnt. Nach etwa zwei Monaten ist die künstliche Hüfte fast so belastbar wie das Original – lange Spaziergänge und Sport sind wieder möglich.

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