Neuer Test ermittelt Brustkrebs-Risiko

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Neuer Test für Brustkrebs-Risiko
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Neuer Test für Brustkrebs-Risiko

Hoffnung für Millionen von Frauen: Eine simple Blutprobe kann die Gefahr für eine Erkrankung frühzeitig ermitteln und eine unkomplizierte Therapie ermöglichen.

Angstthema Brustkrebs: Jede achte Frau erkrankt in Deutschland daran, allein in diesem Jahr rund 70 000 pro Jahr. Umso wichtiger ist die Früherkennung - und da macht ein neuer Bluttest Hoffnung: Er soll Frauen, die noch nicht erkrankt sind, die Angst vor dem Brustkrebs nehmen.

Die Hennigsdorfer Firma Sphingotec GmbH hat ein Verfahren entwickelt, das die Konzentration von sogenanntem Proneurotensin im Blutplasma von Frauen misst. "Dieses Eiweiß zeigt eine erhöhte Anfälligkeit für Krebs, Jahre bevor Tumore entstehen", erklärt Olle Melander, Professor an der Universität Malmö, der mit Sphingotec an diesem Test arbeitete. Bei Frauen mit hohem Proneurotensin-Spiegel ist das Risiko an Brustkrebs zu erkranken mehr als doppelt so hoch als bei einer niedrigen Konzentration dieses Eiweißstoffes.

Doch für wen eignet sich der Test? Generell kann ihn jede Frau durchführen lassen, die ihr Erkrankungsrisiko wissen möchte (ca. 70 Euro, keine Kassenleistung). Besonders zu empfehlen ist der Test für erblich Vorbelastete. Diese nehmen häufig Medikamente wie Tamoxifen und Arimidex ein, die das Brustkrebsrisiko um rund 50 Prozent senken. Da die Tabletten nicht selten schwere Nebenwirkungen haben, könnten Frauen mit niedrigem Eiweiß-Spiegel und somit geringem Risiko künftig darauf verzichten.

Auch der Altersgruppe von 50 bis 70 wird zum Test geraten: Bei diesen Betroffenen liegt das Brustkrebsrisiko altersbedingt deutlich höher. Zeigt der Check ein geringes Risiko, müssen sich diese Frauen Untersuchungen seltener aussetzen. Sollte ein erhöhtes Risiko festgestellt werden, könnte der Brustkrebs-Entstehung frühzeitig entgegengewirkt werden. Im Klinikum rechts der Isar in München wird aufgrund des neuen Vorhersagetests schon an Ernährungsund Sportprogrammen gearbeitet, mit denen der Proneurotensin-Spiegel gesenkt und so die Krebsgefahr eingedämmt werden kann.

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