Neurodermitis-RatgeberNeurodermitis: Die wichtigsten Fakten im Überblick

Der Juckreiz bei Neurodermitis ist für viele Betroffene unerträglich.
Der Juckreiz bei Neurodermitis ist für viele Betroffene unerträglich.
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Inhalt
  1. Was ist Neurodermitis?
  2. Symptome: Neurodermitis bei Kindern
  3. Symptome: Neurodermitis bei Erwachsenen
  4. Ursachen: Wie entwickelt sich Neurodermitis?
  5. Ist Neurodermitis heilbar?
  6. Behandlung: Was hilft gegen Neurodermitis?
  7. Gibt es Hausmittel gegen Neurodermitis?
  8. Ernährung: Was darf ich bei Neurodermitis nicht essen?

Was ist Neurodermitis?

Bei Neurodermitis handelt es sich um eine chronisch entzündliche Erkrankung der Haut, von der vornehmlich Kinder betroffen sind. Durchschnittlich leiden etwa 10 bis 15 Prozent der Kinder, aber nur ein bis zwei Prozent der Erwachsenen in Deutschland unter Neurodermitis.

Meist verläuft die Erkrankung in Schüben, in denen die Betroffenen unter starkem Juckreiz und trockener Haut leiden. Wie stark ausgeprägt die Symptome sind, variiert von Mensch zu Mensch. Während manche nur ein leichtes Jucken verspüren, tritt bei anderen eine starke Hautrötung auf. Am meisten betroffen sind dabei häufig Kopf, Gesicht und Hände. Neurodermitis zählt zu den atopischen Erkrankungen, die dem Immunsystem zugrunde liegen, das übermäßig stark auf äußere Reize reagiert.

Symptome: Neurodermitis bei Kindern

Bei Kindern beginnt die Erkrankung meist bereits im Baby-Alter mit einem sogenannten Milchschorf, der im Gesicht und auf der Kopfhaut auftritt. Dabei handelt es sich um eine helle, schuppige Kruste, die sich auf der geröteten Haut bildet. Diese ist häufig auch in Kniekehlen und Armbeugen aufzufinden – sogenannte Beugeekzeme, die zwar nässen, die Haut jedoch  gleichzeitig austrocknen lassen. Besonders unangenehm wird der damit verbundene Juckreiz empfunden.

Symptome: Neurodermitis bei Erwachsenen

Manchmal bildet sich die Neurodermitis nicht während der Pubertät zurück. In diesem Fall können weitere Symptome auftreten:

  • Lederartige Verdickungen der Haut, vornehmlich im Gesicht
  • Juckende Hautknötchen und Pusteln
  • Juckende Ekzeme
  • Entzündungen und kleine Hautrisse im Mundbereich, an den Fingerspitzen und Ohren
  • Allgemeine: Juckreiz, Trockenheit und Hautirritationen, die meist im Bereich von Augen, Stirn, Händen, Füßen und Beugeseiten auftreten

Ursachen: Wie entwickelt sich Neurodermitis?

Bei Menschen mit Neurodermitis ist die natürliche Schutzfunktion der Haut verringert. Daher reagiert sie auf äußerliche Reize sehr empfindlich.  Diese Neigung des Immunsystems, verstärkt auf Reize zu reagieren, ist genetisch bedingt, das Risiko an Neurodermitis zu erkranken, kann somit vererbt werden. Allerdings spielen bei der Entwicklung von Neurodermitis eine Reihe an Faktoren eine Rolle, so dass die genaue Ursache bisher nicht geklärt ist.  Die häufigsten Auslöser für einen Neurodermitis-Schub sind:

  • Bestimmte Textilien
  • Stress / Psyche
  • Hormone
  • Schwitzen
  • Klimafaktoren
  • Häufiges Waschen
  • Allergene

Ist Neurodermitis heilbar?

Neurodermitis ist prinzipiell nicht heil -, aber gut behandelbar. Zudem endet die Erkrankung bei Kindern häufig mit der Pubertät.

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Behandlung: Was hilft gegen Neurodermitis?

So unterschiedlich die Ausprägung der Symptome ist, so individuell gestaltet sich deren Behandlung. Zunächst gilt es, Auslöser für einen Schub zu identifizieren und daraufhin zu vermeiden. Generell gilt es, die bestmögliche Therapie mit einem Arzt zu vereinbaren.

Gleichzeitig braucht die ausgetrocknete Haut besonders viel Pflege. Mithilfe von Feuchtigkeits- und fetthaltigen Cremes können die symptomfreien Zeiten verlängert und der Juckreiz eingedämmt werden. Dabei sollte jedoch auf konservierungs- und parfümfreie Produkte zurückgegriffen werden, um einen weiteren Allergieauslöser zu umgehen.  Ist die Haut bereits entzündet, sollten jedoch fettreiche Salben und Cremes vermieden werden, um die Sauerstoffzufuhr nicht zu unterbinden. Auch im Gesichtsbereich sind allgemein eher wässrige Produkte zu empfehlen.

In einigen Fällen werden ärztlich orale Antihistaminika empfohlen, die allergische Reaktionen eindämmen und damit den Juckreiz lindern.

Als antientzündliche Maßnahme werden in vielen Fällen Kortisonpräparate verschieden. Dabei handelt es sich meistens um entzündungshemmende Cremes und Salben, oder aber in akuten Fällen auch Tabletten.  Aufgrund der zahlreichen Nebenwirkungen steht Kortison jedoch noch immer in der Kritik. Heutzutage hat sich das Risiko verringert, trotzdem sollten Kortisonpräparate nur kurzfristig in Zeiten des Schubs benutzt werden.

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Gibt es Hausmittel gegen Neurodermitis?

Viele Patienten versuchen sich an folgenden Hausmitteln, um insbesondere die Symptome des Juckreizes dauerhaft zu lindern. Als angenehm empfunden werden häufig:

  • Ölbäder:  100ml Olivenöl und ein Liter Milch ins Badewasser geben. Danach nicht abduschen.
  • Feuchte Umschläge getränkt mit Schwarztee
  • Entspannungstechniken
  • Heilkreidemasken: Kreidepulver ist in der Apotheke erhältlich und stärkt die natürliche Schutzfunktion der Haut.
  • Salzbäder: 500 Gramm Totes-Meer-Salz im Badewasser auflösen und 15 Minuten baden.

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Ernährung: Was darf ich bei Neurodermitis nicht essen?

Oft wird ein Neurodermitis-Schub durch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ausgelöst. Welche Lebensmittel wirklich einen Schub hervorrufen, ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Generell gilt es, stark würzige Gerichte, sowie Alkohol und Kaffee zu meiden. Weiterhin stehen diese Nahrungsmittel besonders in Verdacht, den Zustand zu verschlechtern und sollten daher gemieden werden:

  • Kuhmilch
  • Weizenprodukte
  • Nüsse
  • Fisch
  • Bestimmtes Gemüse: Kartoffeln, Sellerie, Karotten, Sojabohnen, Tomaten
  • Fertigprodukte
  • Schokolade
  • Zitrusfrüchte
  • Erdbeeren
  • Generell: Histaminreiche Lebensmittel wie Käse, Wein, Sauerkraut, Tomaten, Fisch

Dass diese Lebensmittel in Verdacht stehen, einen Schub auszulösen, bedeutet nicht, dass sie dies zwingend bei jedem Patienten tun. Daher gilt es, seine Ernährung individuell anzupassen, auch um eine einseitige Nährstoffzufuhr zu vermeiden. Betroffene sollten langsam herausfinden, welche Nahrung ihnen gut tut – und welche nicht. Als gut verträglich bei Neurodermitis haben sich hingegen folgende Lebensmittel erwiesen:

  • Reis
  • Vollkornprodukte
  • Angedünstetes Gemüse
  • Raffinierte Pflanzenöle, Margarine
  • Lamm und Pute

(ww4)

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