Nico Suave: „Vater zu sein ist der größte Liebesbeweis“

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Seit Musiker Nico Suave seine Nima kennt und ihre Tochter Eyva auf der Welt ist, ist sein Leben sehr viel schöner.
Foto: Philipp Wulk, Stefan Hobmaier & Instagram

Wie schön das Vatersein sein kann, beweist der Hamburger Musiker Nico Suave mit einem Song für seinen Stiefsohn Avi. Seine Geschichte zeigt: Es braucht kein gemeinsames Blut, um eine Familie zu sein.

Nico Suave ist einer, der schon mal richtig tief gefallen ist. Er wollte schon immer Musiker werden, HipHop machen, wie die ganz Großen. Es ließ sich auch ganz gut an, er konnte ein bisschen schnuppern, wie das sein könnte, mit einer Karriere als Musiker. Im April 2001 erschien sein Debütalbum "Suave" mit dem Track "Vergesslich" als erster Single. Der schoss durch die Decke und Nico verbrachte die nächsten Jahre auf Tour. "Plötzlich war ich drin im Business und habe geschmeckt, wie eklig es auch sein kann. Gleich nach dem ersten Album kamen die ersten Probleme. Plötzlich war nicht mehr alles so geil", resümiert der 35-Jährige.

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Dann brach die Musik-Industrie ein. Das Internet brachte alles durcheinander, Nico und sein Management trennten sich. „Es gab schon eine Menge Momente in meinem Leben, wo ich dachte, es geht nicht weiter, das mit der Musik wird nichts, ich werde mein Geld auf dem Bau verdienen müssen“, berichtet Nico bei unserem Interview in Hamburg.

Eine ganze Weile verdiente er sein Geld als Servicekraft bei PR-Events. Manches Mal standen vor ihm Kollegen aus der ersten Erfolgszeit – sie vor der Bar, er hinter der Bar. „Das war schon nicht so schön, jedes Mal wie ein Stich ins Herz. Aber solche Momente haben mich auch motiviert, es nochmal zu versuchen“, erinnert sich Nico.

Eines Abends traf Nico Suave in Hamburg auf Xavier Naidoo

Das Glück ist mit den Fleißigen, heißt es, und so war es auch bei Nico. „Im Sommer 2013 hab ich viele Shows gespielt, unter anderem in der Bullerei, dem Restaurant von Tim Mälzer in Hamburg. Dort habe ich eines Abends Xavier Naidoo getroffen. Der hat mich auf der Bühne gesehen und mir gesagt, dass er gerne mal was mit mir machen würde. Dass jemand von seinem Kaliber das gesagt hat, hat mir diese Sicherheit gegeben, zu glauben, ok, das kann gar nicht so verkehrt sein, was ich da mache. Das war echt ein Schlüsselmoment. Wir haben dann den Song „Danke“ zusammen aufgenommen, den ich für meinen Vater geschrieben habe. Xavier hat den Refrain gesungen und dem Song damit die Größe gegeben, die er verdient hat.

Und dann kam die Liebe …

Heute sitzt mir Nico als stolzer Vater gegenüber, verlobt mit der schönen Nima, die eine zeitlang beim Musical „König der Löwen“ mit sang. Ihre gemeinsame Tochter Eyva ist vor einem Jahr auf die Welt gekommen und Nima hat einen Sohn mit in die Beziehung gebracht. Sie haben sich eingerichtet, in Hamburg, der Stadt, in die Nico von einem guten Freund geschleppt wurde, als es in seiner Heimatstadt Menden bei Dortmund musikalisch nicht mehr weiterging. „Dafür werde ich ihm ewig dankbar sein.“ Die Schanze, der Hafen, der alte Elbtunnel, Nico würde in keiner anderen Stadt leben wollen.

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Doch mitten in der Krise war es erstmal das Goethe-Institut, das Nico auffing. Für das Goethe Institut bereiste er die Welt, trat an deutschen Schulen auf, gab Workshops. Von Kanada bis Malaysia, von Island bis Afrika. „Diese Reise war für mich wie eine neue Welt, die sich für mich geöffnet hat. Die Wochen nach meiner Rückkehr, zurück in Hamburg, wieder gefangen im Alltag, da gab es schon viele Phasen, in denen ich mich gefragt habe, ob das alles noch einen Sinn hat – für wen mache ich das überhaupt? Aber diese Auslandsbesuche haben mir die Power gegeben, diese Phasen durchzuhalten.“

Eines Tages begegnete ihm auf einer Party in Hamburg Nima. Eine wunderschöne Frau mit dunklen Locken und einer faszinierenden Stimme.

Nima macht Nico viel stärker. Vielleicht ist sie es, die ihm Kraft und den Mut gibt, seine Emotionen wieder in seine Text zu packen. „Das war mir zwischendrin eine Weile verloren gegangen. Das erste Album war noch sehr ehrlich und persönlich. Danach habe ich mich lange gefragt, muss ich jetzt echt für jeden Song so die Hosen runterlassen?“ In den Songs, in denen Nico und Nima zusammen zu sehen und zu hören sind, strahlt ihre Liebe wie ein warmes Licht. Der Song „Wie Könige“ ist eine einzige Liebeserklärung der beiden, von zwei Freigeistern, die sich im Lebenschaos gefunden haben und jetzt so richtig zusammenhalten. Verlobt sind sie schon und noch dieses Jahr soll die Hochzeit steigen. Am Strand natürlich, wie sich das für Hamburg gehört.

Seit Nima stecken Nicos Songs voll mit Liebe, in vielen Zeilen fühlt es sich so an, als würde Nico fast staunend auf sein Leben blicken und kaum glauben können, was ihm da alles Gutes passiert ist. Für seinen Stiefsohn hat er einen speziellen Song geschrieben, den „Avi Song“. „Die Zeilen hatte ich nach einem unserer Ausflüge im Kopf. War das ans Meer? Ich weiß es nicht mehr. Aber der Text war da, musste raus, ich hab‘ geschrieben und geschrieben. Als ich fertig war, hab ich den Text Avi gezeigt und ihn gefragt, ob wir dazu nicht zusammen ein Video machen wollen.“ Klar war Avi dabei. Er ist grade mal 11, aber jetzt schon ein leidenschaftlicher Sänger. „Ich glaube, der Avi wird mal Sänger, Tänzer und Schauspieler, der ist echt mega-talentiert“.

Es braucht kein Blut, um sich als Familie zu fühlen

Video und Song sind ein wunderschöner Liebesbeweis von einem Vater und einem Sohn, die das Leben so überraschend zusammen gebracht hat. Wer den Song hört, dem wird klar: Es braucht kein gemeinsames Blut, um sich als Familie zu fühlen. Nur ganz viel Liebe und Vertrauen. „Als ich Nima kennengelernt habe, hatte ich schon Zweifel, ob das ich das packen würde, mit einem Kind . Da kämpft man jahrelang damit, für sich selbst die Verantwortung zu tragen und dann soll man sie plötzlich für ein Kind übernehmen. Davor hatte ich wenig Berührung mit Kindern, das war für mich noch in weiter Ferne. Aber man wächst ja mit seinen Aufgaben und ich habe ihn sofort ins Herz geschlossen. Es stand nie zur Debatte, da einen Rückzieher zu machen.“

Lieblingsmenschen!! Nima & Eyvalishes! #Familytrip

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"Es gibt nichts Schöneres, als so einen kleinen Wurm"

Wie das Vater sein geht, das hat Nico sich von seinem eigenen Vater abgeschaut. „Mein Vater hat mir vermittelt, dass es wichtig ist, verlässlich zu sein. Man muss da sein. Es gibt so viele Männer, die es nicht interessiert, dass sie ein Kind haben. Mein Vater hat mir genau das Gegenteil gezeigt. Es ist wichtig, das du nicht gleich die Flucht ergreifst, nur weil da jetzt so ein kleiner Wurm ist. Da musst du dich grade machen und auch Freude daran haben und dich der Sache hingeben.“

Heute wird im Zuhause von Nico und Nima viel gesungen, besonders Avi liefert viele Ideen für neue Lieder. Nico verrät: „Unsere kleine Tochter ist auch sehr musikalisch. Es gibt einen Song, „Hoch hinaus“, bei dem wird sie immer ganz fröhlich. Da hört sie auf zu schreien und fängt an zu strahlen. Darum ist sie jetzt so ein bisschen mein Orakel. Wenn sie bei einem Song nicht abgeht, dann weiß ich schon, aah, da bin ich auf dem Holzweg.“

Nico würde auf jeden Fall jedem empfehlen, Kinder zu bekommen: „Kinder machen das Leben lebenswert. Es gibt nichts Schöneres, als nach Hause zu kommen und da ist so ein kleiner Wurm, der strahlt und sich freut, dass du da bist, da ist echt Wahnsinn! Das ist das Beste, was ich machen konnte.

INFO

Am 20. Februar kommt Nicos Album Unvergesslich “ raus und am 17. März 2015 startet seine Deutschland-Tour in Bremen im Tower Musikclub. Alle weiteren Infos: nicosuave.de .

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