Nie wieder einsam sein?

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Warum tut Alleinsein so weh?
Foto: Franz Pfluegl, fotolia

Singles

Als Single ist man manchmal einsam - ein schmerzliches Gefühl. Niemand zum Reden, zum Anlehnen. Viele kapseln sich dann immer mehr ab. Ein Fehler! Unsere Psychologin weiß, was Ihnen hilft.

Diese entsetzliche Stille! Niemand da, den Sie um Rat fragen oder einfach nur von Ihrem Tag erzählen könnten. Da hilft es auch nicht, den Fernseher lauter zu stellen. Sie sind allein, mutterseelenallein - so wie derzeit 11,2 Millionen Singles in Deutschland, Junge und Alte, Männer und Frauen.

Nur 14 Prozent haben sich bewusst für diesen Lebensstil entschieden. Die große Mehrheit hingegen sehnt sich nach einem Partner, nach Nähe, Zärtlichkeit.

Warum fällt es vielen schwer, allein zu sein? Und kann Einsamkeit auch gut tun? Die Hamburger Diplom-Psychologin Dr. Angelika Faas zeigt Wege aus der Isolation.

Warum Alleinsein weh tut

Die meisten Menschen wünschen sich einen Gesprächspartner, ihnen fehlt der Austausch, das Gefühl, sich mitteilen zu können. "Weißt du, was ich gerade erlebt habe...?" Sie erhalten keine Antwort, kein "Feedback". "Dabei sind Impulse von außen wichtige Nahrung für die Seele", erklärt die Psychologin.

Bloß nicht abkapseln

Wer allein ist, sieht plötzlich nur noch verliebte Paare. Menschen, die miteinander lachen, sich küssen, Händchen halten. Viele Singles fühlen sich verloren, ziehen sich immer mehr zurück.

"Doch das ist gefährlich", warnt Angelika Faas. Man empfindet sich als wertlos, als unattraktiv, ist empfänglich für Aberglauben, esoterische Wundermittel. Dabei gerät man leicht in falsche Abhängigkeiten.

Kann Alleinsein gut tun?

"Ja. Jeder von uns braucht Ruhephasen, Zeit zur Selbstbesinnung", sagt die Expertin. Machen Sie es sich schön, schreiben Sie einen Brief an sich selbst, ziehen Sie Bilanz: So werden Ihnen Ziele und Wünsche bewusst. Aber: Begrenzen Sie die Zeit des Alleinseins. Denn Einsamkeit tut auf Dauer nicht gut.

Übrigens: Auch in der Beziehung sollte jeder ab und zu etwas allein unternehmen. So fördern Sie Ihre persönliche Entwicklung, bleiben spannend für den Partner!

Der erste Schritt

Sie fühlen sich einsam? Dann gehen Sie unter Leute. Besuchen Sie das neue Café, das so verlockend aussieht. Oder treiben Sie endlich Sport. Das hatten Sie doch schon länger vor! Im Verein werden Sie nicht nur fitter, Sie lernen auch neue Leute kennen. An der Volkshochschule verbessern Sie nicht nur Ihre Spanisch-Kenntnisse, sondern finden - mit etwas Glück - z. B. einen Reisebegleiter.

Allein in der Stadt? Wirklich? Schauen Sie sich einmal an, wie viele Frauen und Männer in Deutschlands Großstädten Ihr Schicksal teilen:

  • München: In der bayerischen Landeshauptstadt ist jeder zweite Haushalt ein Single-Haushalt.

  • Berlin: Fast eine Million Single-Haushalte gibt es in Berlin. Tendenz steigend: Trotz gleichbleibender Einwohnerzahl nimmt die Zahl der Alleinlebenden jährlich um 18 000 zu.

  • Hamburg: Von 930.000 Haushalten in der Hansestadt sind 451.000 Einpersonen-Haushalte - fast jeder zweite also. Übrigens: Davon werden 54 % von Frauen und 46 % von Männern geführt.

  • Frankfurt: Auch hier wird jeder zweite Haushalt allein geführt.

  • Köln: Die NRW-Metropole bestätigt den Trend: Fast 50 % Single-Haushalte.

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