Nina Dobrev: „Ich brauche den Nervenkitzel“

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Nina Dobrev
Foto: Getty Images

Star-Interview mit Nina Dobrev

Nina Dobrev liebt Helikopterflüge und taucht mit Haien. Im Interview verrät die Schauspielerin, dass sie nur vor einer Sache Panik hat – dem Älterwerden.

Der Zeitpunkt für ein Interview ist eigentlich ungünstig. Nina Dobrev hat nämlich nur eine kurze, kostbare Mittagspause beim Dreh von Staffel vier der „Vampire Diaries“ in Atlanta. Sie stand an diesem Tag bereits sechs Stunden vor der Kamera und auch jetzt warten die Make-up-Leute bereits.

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Aber Nina nimmt sich die Zeit – sogar mehr als geplant. Ihre großen braunen Augen fixieren mich, die Mimik ist lebendig-natürlich, ohne die professionelle Starre, in die manche Stars bei Treffen mit Journalisten verfallen. Die Leidenschaft, die sie sich im Interview selbst zuspricht, ist förmlich zu spüren.

Nina Dobrev ist eine Grenzgängern

Euphorisch schwärmt sie von Dingen, die sie bewegen – angefangen von der berührenden Coming-of-Age-Story „Vielleicht lieber morgen“ (seit 1. November 2012 im Kino), ein Film, auf den sie „sehr stolz“ ist, bis zu ihrer rastlosen Suche nach Abenteuer im Leben.

Wenn sie davon erzählt, dass sie gerne extreme Erfahrungen sammelt und eine Grenzgängerin ist, merkt man sofort, worum es ihr eigentlich geht: Nina ist noch auf der Suche nach sich selbst!

JOY: Ihr aktueller Film „Vielleicht lieber morgen“ porträtiert sensible Highschool-Kids, die Außenseiter an ihrer Schule sind. Wie lief Ihre eigene Schulzeit?

Nina Dobrev: Die war ganz anders als im Film – schon allein, weil ich in Toronto auf die „Wexford Collegiate School For The Arts“ ging, eine Schule mit Schwerpunkt auf performativer Kunst und visuellen Medien. Ich hatte viel Spaß, aber auch enormen Stress. Meine Mutter ist Restauratorin und organisiert Kunst-Reisen, mein Vater ist Computerwissenschaftler – und beide ermunterten mich, in ihrem jeweiligen Spezialgebiet zu brillieren.

Ich versuchte also, gut in Mathe zu sein – und gleichzeitig in Kunst! Da ich sehr leidenschaftlich und perfektionistisch bin, investierte ich in beide Bereiche extrem viel Herzblut. Das trieb mich gelegentlich in den Wahnsinn. Ich wusste nicht, wo mir der Kopf steht. So was passiert mir heute immer noch. Ich halse mir oft zu viel auf!

Können Sie keine Prioritäten setzen?

Es fällt mir schwer, weil ich ausprobieren möchte, was mir gefällt und was nicht. So auch beim Daten. Du musst mit vielen Männern ausgehen, um herauszufinden, was du willst, wer dir gefällt und wen du eines Tages heiraten willst.

Sie dateten früher wie am Fließband?

Ich hatte einige Beziehungen, weiß aber hinsichtlich meiner Zukunftsplanung immer noch nicht genau, was ich will.

Immerhin haben Sie inzwischen herausgefunden, wen Sie wollen: Ihren „Vampire Diaries“-Co-Star Ian Somerhalder. Ist es wahr, dass Sie schon über eine Hochzeit nachdenken?

Ich bin gerade mal 23 – fast noch ein Baby (lacht). Mein ganzes Leben liegt noch vor mir, ich will mich nicht jetzt schon festlegen!

Was muss ein Mann bei Ihnen akzeptieren?

Ich brauche immer viel Action, Sport ist mir ganz wichtig: Ich reite, jogge und gehe gerne wakeboarden und klettern. Darüber hinaus brauche ich ab und zu den Nervenkitzel und suche das Risiko. Vor einigen Monaten flog ich nach Bora Bora im Südpazifik, um endlich einmal Urlaub zu machen und zu entspannen, aber selbst dort musste ich meine Grenzen austesten. Ich ging tauchen, doch das reichte mir nicht, also beschloss ich: „Lass uns was Verrücktes machen und mit Haien tauchen. Das war der ultimative Härtetest.“

Hatten Sie keine Angst?

Ein bisschen schon, aber es geht mir natürlich auch genau darum, dieses Gefühl zu überwinden. Ich sah Schwarz- und Weißspitzenhaie und Zitronenhaie – alles kein Problem. Nur an einen Weißen Hai hätte ich mich nicht rangetraut, dafür habe ich zu oft den Steven-Spielberg-Film gesehen (lacht) – höchstens mit einem Tauchkäfig. Haie beißen ja ein Stück von dir ab, nur um zu sehen, wie du schmeckst. Nach diesem Erlebnis muss ich mir bald wieder eine neue Herausforderung suchen (lacht).

Woher kommt dieser Ehrgeiz?

Den verdanke ich wohl meinem älteren Bruder Alex. Immer wenn er etwas gemacht hat, wollte ich es ihm gleichtun oder ihn gar übertreffen.

Haben Sie zwischendurch auch ruhige Momente, in denen Sie mal richtig durchatmen können?

Es gibt tatsächlich Augenblicke, in denen ich mich einfach frei und glücklich fühle – ähnlich wie in einer Schlüsselszene aus „Vielleicht lieber morgen“: Emma Watsons Figur lehnt sich bei Tempo 120 aus dem Autodachfenster, genießt den Fahrtwind im Gesicht und hört dazu in voller Lautstärke „Heroes“ von David Bowie. So was in der Art habe ich auch schon gemacht! Ganz großartig war auch mein erster Hubschrauberflug. Dieses Gefühl von Schwerelosigkeit ist in einem Helikopter natürlich viel intensiver als in einem riesigen Flugzeug.

Gibt es Dinge, die Sie am liebsten niemals ändern würden?

Um noch mal auf die Highschool zurückzukommen: Ich wollte, dass der Moment des Schulabschlusses nie eintritt, damit ich ihn immer noch vor mir habe. Das Einzige, wovor ich mich fürchte, ist, dass die Zeit zu schnell vergeht. Deshalb versuche ich, jeden Moment bewusst zu erleben – denn in der nächsten Minute ist er schon vorbei.

Wenn es eine Zeitmaschine gäbe – würden Sie in Ihre Jugend zurückreisen und alles noch mal erleben wollen?

Prinzipiell ja, weil es eine tolle Zeit war. Es geht einfach nichts darüber, etwas zum ersten Mal zu erleben. Je älter du wirst, desto seltener gibt es leider derartige Premieren. Vielleicht ist das auch ein Grund, weshalb ich immer neue, verrückte Sachen ausprobieren will. Denn in solchen Momenten spüre ich eine Welle von Euphorie und Energie, die bis in die Fußspitzen kribbelt!

Gilt das auch für die Liebe?

Auch da möchte ich mich noch nicht festlegen und noch viele neue Erfahrungen sammeln.

Ist Liebe für Sie ein Nervenkitzel?

Das hängt von der Person ab, mit der man zusammen ist, und von dem Punkt, an dem man sich gerade in der persönlichen Entwicklung befindet. Verliebt zu sein, ist auf jeden Fall sehr aufregend!

Es gibt ja Leute, die Erinnerungsstücke sammeln, um dadurch Erlebnisse festzuhalten. Gehören Sie auch dazu?

Ja, wobei ich eine sehr organisierte Person bin. Ich mag es, wenn Dinge aufgeräumt und sauber sind. Ich habe viele Schachteln und Schubladen zu Hause, darin hebe ich die Tickets und Namensschilder aller Preisverleihungen auf, die ich je besucht habe.

Für Ihre Hauptrolle in „Vampire Diaries“ gewinnen Sie regelmäßig Awards. Wären Sie manchmal auch gerne ein Vampir, der nicht altert?

Ich finde die Vorstellung, nicht an die Zeit gebunden zu sein, extrem faszinierend. Wäre es in der Realität möglich, würde ich definitiv ein Vampir sein wollen. Wie intelligent man wäre und welche unglaublichen Erfahrungen man sammeln könnte – beneidenswert!

Aber würden Sie sich von Blut ernähren und nur bei Dunkelheit leben wollen?

Ich hätte keine andere Wahl und opfern musst du immer irgendetwas. Es gibt bei jeder Art von Leben gute und schlechte Seiten und du musst eben für dich herausfinden, ob die Vorteile überwiegen und es sich lohnt.

Wer kein Vampir werden will, der muss zwangsläufig sterben. Ist das auch ein Thema, über das Sie aufgrund der Serie verstärkt nachdenken?

Ich habe oft das Gefühl, dass ich bei diesem Thema durch die Serie etwas abgestumpft bin. Immerhin sterben fast alle Charaktere, mit denen meine Serienfigur Elena zu tun hat. Dadurch baust du automatisch einen inneren Schutzwall auf, damit dir das Ganze nicht zu sehr unter die Haut geht. Ich kann mich glücklich schätzen, dass meine engen Verwandten alle noch leben, ich habe mich also privat damit kaum auseinandersetzen müssen. Aber wenn einmal jemand aus meiner Familie stirbt – klopf auf Holz, dass das in naher Zukunft nicht geschieht –, dann würde mich das sofort sehr heftig auf den Boden der Realität zurückholen.

Zum Glück gibt es noch angenehmere Themen. Stimmt es, dass Sie leidenschaftlich gerne kochen?

Es gibt Phasen, in denen ich von Drehs so ausgepowert bin, dass ich nur zu Hause am Herd stehen will. Dann experimentiere ich gerne mit exotischen Zutaten – manchmal übertreibe ich es offensichtlich, denn viele meiner Gerichte schmecken ehrlich gesagt ganz furchtbar (lacht)!

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