Normcore: Ist der Anti-Trend das Ende der Hipster?

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Kristen Stewart (l.) und Julianne Moore zeigen sich schon im Normcore-Look und liegen damit voll im Trend.
Foto: NCP/Star Max/Kontributor/Getty

Das neue Normal

Jutebeutel, Bärte, Nike-Turnschuhe - wer durch deutsche Innenstädte schlendert, kommt an Hipstern und ihren Statussymbolen nicht mehr vorbei. Was ursprünglich gedacht war, um sich von der Masse abzuheben, ist nun zur Mainstream-Uniform geworden, die von wirklich jedem einfach nachgeshoppt werden kann. Zeit also für einen neuen Trend - und der kommt aus einer ganz überraschenden Richtung.

Unauffälligkeit ist Trumpf

Geht es nach den Gründern von K-Hole, einer New Yorker Trendforschungsagentur, kleiden wir uns demnächst alle ganz entspannt, mit Klamotten, die auch aus dem Supermarkt um die Ecke stammen könnten. Normcore heißt das Ganze, eine Kombination aus "Normal" und "Hardcore". Was dem Hipster Skinny Jeans und Hornbrille sind, ist dem Normcorer sein schlabbriger Sweater.

Unspektakulär in der Menge untergehen und ja nicht auffallen, das ist Normcore. Nicht aus Schüchternheit, sondern einfach, weil es andere Dinge gibt, als sich ständig übers eigene Outfit Gedanken zu machen. Die übertriebene Individualität strengt nämlich auf Dauer an und warum sollte man sich überhaupt noch Mühe geben, wenn am Ende sowieso alle gleich aussehen? Dass der neue Trend durchaus Anklang findet, zeigt sich an seiner rasendschnellen Verbreitung über soziale Netzwerke wie Twitter und Instagram.

Gleichsein ist trendy

Gruppenzugehörigkeit wird völlig unwichtig - Normcorer zählen sich selbst nicht mehr zu einem kleinen Kreis von "Wissenden", die up to date mit den neusten Trends sind und das über ihre Kleidung kommunizieren. So wollen sie offen auf jede beliebige Person zugehen können.

Die Normcore-Philosophie wird durch einen von den 90ern inspirierten Kleidungsstil unterstützt, der an Jerry Seinfeld und Apple-Gründer Steve Jobs erinnert. Nachmachen kann das jeder, indem er sich modisch einfach von Pauschaltouristen inspirieren lässt. Verwaschene Jeans und sogar weiße Socken in Sandalen sind ausdrücklich erwünscht. Hauptsache, man hat sich keine Mühe gegeben. Selbst Hollywood-Stars wie Ryan Gosling, Kristen Stewart und Léa Seydoux wurden schon im Normcore-Look gesichtet.

Schön, dass man sich bei diesem Trend zur Abwechslung keine großen Gedanken ums Outfit machen muss. Für entspannte Sonntage ist das auf jeden Fall was, aber jeden Tag im Schlabber-Look zu verbringen ist dann doch etwas öde. Fraglich ist auch, wie "Normcore" man ist, wenn man den Trend um des Trends Willen mitmacht.

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