Nur veganes Futter: Katze fast gestorben

vegane katze
Eine Katze darf nicht vegan ernährt werden. Sie braucht Fleisch, um zu überleben.
Foto: Alena Ozerova | Fotolia

Hunde und Katzen brauchen Fleisch

Eine Katze in Australien wurde von ihren Besitzern vegan ernährt. Sie bekam nur Kartoffeln, Nudeln und Reismilch zu fressen. Die Katze wäre fast gestorben. Warum Katzen Fleisch zum Überleben brauchen.

Es ist eine bedenkliche Meldung, die uns dieser Tage aus Australien erreicht. Im dortigen „Lort Smith Animal Hospital“ wurde vor Kurzem eine Katze aufgenommen, die kollabiert war, nachdem sie zum Fressen nur Kartoffeln, Reismilch und Nudeln bekam. Ihre Besitzer sind Veganer, die wollten, dass ihr Haustier sich ebenfalls vegan, also nur von pflanzlichen Lebensmitteln, ernährt.

„Die Katze war extrem schwach und kollabierte, als sie in die Klinik kam“, berichtet die australische Tierärztin Leanne Pinfold. Die Ärzte verpassten ihr intravenös Nährlösungen, legten sie auf ein wärmendes Polster und gaben ihr Fleisch zu fressen. Das Kätzchen überlebte, nach drei Tagen konnte es entlassen werden.

„Katzen dürfen nicht vegan ernährt werden!“, warnt Tierärztin Astrid Behr vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte in Deutschland deutlich. „Katzen sind von Natur aus Beutetierfresser. Und da fressen sie nicht nur das Fleisch, sondern auch Fell, Horn, den Mageninhalt. Wenn man diese Tiere ausschließlich vegan ernährt, fehlen ihnen wichtige Nährstoffe, vor allem Taurin.“

Ohne Taurin kann die Niere versagen

Bei Taurin handelt es sich um eine organische Säure, die zum Beispiel für die Entwicklung des Zentralnervensystems und die Herzfunktion wichtig ist. Zudem schützt die Säure das Gewebe vor oxidativen Schäden. Eine mögliche Folge von Taurinmangel kann chronisches Nierenversagen sein. Katzen bilden Taurin nur in geringen Mengen selbst und müssen es deshalb über die Nahrung aufnehmen. Wichtig: Taurin kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor, die größten Mengen finden sich in Fisch und Fleisch. Bei einer veganen Ernährung wird auf tierische Lebensmittel komplett verzichtet.

Nach Bedürfnissen des Tieres richten

„Katzen brauchen Fleisch, um zu überleben. Und auch für Hunde ist eine vegane Ernährung nicht gut“, erklärt Astrid Behr. „Auch sie sind Beutetierfresser. Es ist einfach so, dass Menschen nicht irgendwelche Ideologien von sich auf Tiere übertragen sollten. Die Tiere fressen das, was sie fressen, weil sie es brauchen. Wer ein Tier besitzt und ernährt, muss sich nach seinen natürlichen Bedürfnissen richten.“ Das heißt nicht, dass man seine Katze mit Mäusen füttern muss. Aber spezielles Katzenfutter aus dem Handel sollte es mindestens sein. Diesem werden alle notwendigen Nährstoffe zugesetzt.

Wer unbedingt ein Haustier möchte, das sich nur von pflanzlichen Nahrungsmitteln ernährt, könnte sich zum Beispiel ein Meerschweinchen halten. Diese Tierchen ernähren sich von Heu, Gras, Kräutern, Gemüse und Obst.

Tierärzte beraten gerne zur Ernährung von Haustieren

Wer sich nicht sicher ist, welche Nahrungsmittel er seinem Haustier zu fressen geben sollte, kann seinen Tierarzt um Rat bitten oder zum Beispiel den Beratungsservice des Instituts für Tierernährung Berlin nutzen, Telefon 0175 / 581 3667 (Montag bis Mittwoch von 16 bis 18 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag von 10 bis 12 Uhr). Die Beratung durch das Institut ist kostenpflichtig.

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