Ökologischer Rückschritt: Coca-Cola schafft Mehrwegflaschen ab

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Bald wird es nur Einwegflaschen von Coca Cola geben!
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Keine Mehrwegflaschen von Coca Cola mehr

Coca Cola will die PET-Mehrwegflaschen in den Größen 0,5 Liter und 1,5 Liter aus dem Sortiment nehmen. Die deutsche Umwelthilfe ist empört.

Schon in der ersten Hälfte des Jahres 2015 plant Coca Cola die PET-Mehrwegflaschen in den Größen 0,5 Liter und 1,5 Liter aus dem Sortiment zu nehmen. Denn dem Softdrink-Marktführer sind die Mehrwegflaschen zu teuer. Coca Cola selbst begründet die Umstellung damit, dass für die Maschinen geringere Rüstzeiten anfallen, wenn sie nur noch ein PET-Flaschenmodell befüllen müssen, sodass sie dann länger am Stück laufen können. Außerdem ist dem Konzern die Logistik zu umfangreich, da Flaschen woanders abgegeben werden, als sie gekauft wurden, und die Lkw-Fahrer deshalb häufig leere Kisten transportieren. Dieses Problem fällt angeblich vor allem bei 0,5 Liter Flaschen an, da diese vor allem unterwegs getrunken werden. Ein Viertel des Mehrwegangebots von Coca Cola wird mit dieser Umstellung wegfallen.

Für den Verbraucher ändert sich nichts. Statt 15 Cent Pfand auf Mehrwegflaschen wird er zukünftig 25 Cent auf Einwegflaschen entrichten müssen. Auch Fanta, Mezzo Mix, Sprite und Lift sind von der neuen Verpackungsstrategie betroffen. Die 1 Liter Mehrwegflasche bleibt aber im Sortiment. Auch die Glasflaschen sind nicht betroffen.

Ökologisch ist die Umstellung bedenklich: Eine PET-Mehrwegflasche wird etwa 12-25mal wieder befüllt. Einwegflaschen hingegen werden geschreddert und eingeschmolzen um dann neue Flaschen oder andere Produkte herzustellen. Der Energieverbrauch hierfür ist deutlich höher als das Spülen der Mehrwegflaschen.

Die deutsche Umwelthilfe ist verärgert über diesen Ausstieg. Sie wirft dem Konzern vor, Schritt für Schritt den Komplettausstieg vorzubereiten. Coca Cola habe bewusst die sinkende Nachfrage von Mehrwegflaschen gefördert, indem in Discountern billigere Einwegflaschen vertrieben wurden. Wenn ein Marktführer wie Coca Cola ein solches Statement setzt, wird das auch bei anderen Konzernen Diskussionen auslösen. Bei den Umweltbehörden wird entsprechend über die Einführung einer Lenkungsabgabe beim Kauf von Einwegflaschen nachgedacht, bei der der Verbraucher zusätzlich 20 Cent auf jede Einwegflasche, die er kauft, bezahlen muss.

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