OhrgrübchenOhrfistel: Warum einige Menschen Mini-Löcher am Ohr haben

Ohrfistel: Einige Menschen haben winzige Löcher am Ohr
Ohrfisteln sind Überschussfehlbildungen, die während der Embryonalentwicklung verursacht werden
Foto: facebook / The Mirror
Inhalt
  1. Was ist eine Ohrfistel?
  2. Wie viele Menschen haben Ohrfisteln?
  3. Sind Ohrfisteln gefährlich?

Ohrfisteln gehören zu den Fehlbildungen. Das kleine Loch am oberen Rand der Ohrmuschel ist vererbbar - und ein Überbleibsel der Evolution.

Was ist eine Ohrfistel?

Eine Ohrfistel (Präaurikulare Fistel) entsteht schon im Embryonalstadium (genauer gesagt: zwischen der 3. und 5. Schwangerschaftswoche). Ist so ein Loch nur an einem Ohr vorhanden, handelt es sich meist um ein sogenanntes "spontanes Auftreten". Hat man an beiden Ohren Ohrfisteln, ist es meist ein Indiz dafür, dass es vererbt wurde.

Inzwischen sind zwei Arten von Ohrfisteln bekannt: Typ I und Typ II. Die Ohrfisteln Typ I enden blind - stehen quasi für sich allein. Die Ohrfisteln Typ II sind dagegen mit anderem Gewebe verbunden. Sie verbinden z.B. Hautoberfläche mit der Mittelohr-Schleimhaut.

Viele Forscher sind sich einig, dass dieses "Ohrgrübchen" eine Verkümmerung von zwei (von insgesamt sechs) Kiemenbögen ist - und die sind ein evolutionärer Rest von Fischkiemen, laut dem Evolutionsbiologen Neil Shubin.

Wie viele Menschen haben Ohrfisteln?

In Europa und den USA leiden Schätzungen zufolge zwischen 0,1 und 0,9 Prozent der Menschen unter Ohrfisteln. In Afrika und Asien hingegen sollen es bis zu zehn Prozent aller Menschen aufweisen.

Das rechte Ohr ist häufiger betroffen als das Linke - meistens treten sie allerdings auf beiden Ohren auf. Und: Frauen haben häufiger Ohrfisteln als Männer.

Allerdings machen sich nicht alle Ohrfisteln durch sichtbare Grübchen bemerkbar. Einige können auch unter der Haut liegen und nur ertastet oder per Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung ausfindig gemacht werden.

Sind Ohrfisteln gefährlich?

So lange Ohrfisteln keine Krankheiten verursachen, sind sie ungefährlich. Erst wenn sie sich chronisch entzünden, schmerzen oder Sekrete ausscheiden, sollten sie behandelt werden - denn sie verschwinden nicht von selbst.

Heute raten viele Ärzte zu einer Operation, bei der die Fistel entfernt wird, da Medikamente nur zu einer kurzweiligen Besserung führen. Allerdings ist dieser chirurgische Eingriff kompliziert - schließlich können die Ohrfisteln mit den Gesichtsnerven und / oder der Speicheldrüse verwoben sein. Zudem muss die Ohrfistel unbedingt komplett entfernt werden, da sie sonst erneut entstehen kann.

 

 

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