Osterbräuche: So ungewöhnlich feiert die Welt Ostern

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So unterschiedlich sind Osterbräuche

Warum malen wir an Ostern die Ostereier bunt an? Und wie feiert der Rest der Welt das christliche Fest? Hier kommen die lustigsten und ungewöhnlichsten Fakten.

An Ostern gedenken die Christen der Kreuzigung Jesu und feiern am Ostersonntag seine Auferstehung. Traditionell gehört aber nicht nur der Gang in die Kirche zu Ostern dazu. In den meisten Familien werden die Hecken und Sträucher mit bunten Ostereiern geschmückt und der Osterhase versteckt süße Kleinigkeiten in Wohnung und Garten. Doch was haben Eier und Hasen eigentlich mit Ostern zu tun? Wir klären auf!

Im Mittelalter um die Osterzeit mussten die Bauern stets ihre Zinsen an ihre Lehnsherren bezahlen. Oft taten sie dies mit erlegten Hasen oder Kaninchen und Eiern von ihren Hühnern. Aus diesem Grund festigte sich der Gedanke von Generationen zu Generation, dass Eier und Hasen nun mal zur Osterzeit gehören. Auch stehen die beiden symbolisch im Frühling für Fruchtbarkeit und neues Leben. Aber woher kommt nun der Osterhase genau? Abschließend lässt sich das geschichtlich nicht mehr klären. Zum ersten Mal wird der Osterhase im Jahr 1682 von einem heidelberger Arzt erwähnt. Man vermutet, dass die Legende des Osterhasen seinen Ursprung in der Pfalz und im Elsass hat.

Und warum bemalen wir die Eier? Bereits in der Antike wurden Eier eingefärbt. Vor allem Rot war sehr beliebt, symbolisierte es doch die Fruchtbarkeit. Im Laufe der Jahrtausende wurde aus diesem Rot Jesus Blut. Je nach kulturellem Kreis wurden später auch andere Farben für die Eier verwendet. So stand zum Beispiel Gelb für Weisheit und Grün für Hoffnung. Auch Musterungen auf den Eiern hatten eine Bedeutung für die Menschen: Punkte sollten die Tränen Marias darstellen, geschlossene Linien das ewige Leben. Und heute? Naja, mal ehrlich, wir bemalen die Ostereier doch eher, weil es eine nette Tradition ist und schön aussieht - und legen weniger Symbolkraft in diese...

 

Und welche Osterbräuche gibt es noch weltweit?

 

In Australien zum Beispiel hat der Osterhase einen schweren Stand. Auf der anderen Seite der Welt gelten Hasen und Kaninchen nämlich als echte Schädlinge. Daher haben die Australier eben keinen Osterhasen, sondern einen Osterbilby. Bitte was?! Bilbys sind kleine Beuteltierchen, die einem Hasen nicht ganz unähnlich sehen. Ihr Lebensraum wurde in den letzten Jahrzehnten von Meister Lampe so sehr dezimiert, dass sie vom Aussterben bedroht sind. Daher sind Schokobilbys mittlerweile "Down Under" viel beliebter, als der Klassiker.

Es gibt auch skurril anmutende Osterbräuche in der Welt. Warum werden in Finnland zum Beispiel Freunde zu Ostern mit Birkenzweigen gehauen? Die freundlich gemeinten (und völlig schmerzlosen) Hiebe gibt's am Palmsonntag und sollen tatsächlich Glück bringen! Sie erinnern an die Palmwedel, mit denen Jesus in Jerusalem begrüßt wurde. Zusätzlich wird es an Ostern in Finnland laut. Denn: Lärmende Kinder vertreiben an organisierten Umzügen symbolisch den Winter. Auch bei den skandinavischen Nachbarn wird Ostern traditionell etwas anders gefeiert. Am Gründonnerstag zum Beispiel verkleiden sich schwedische Kinder als alte Frauen, gehen von Tür zu Tür und fragen nach kleinen Süßigkeiten. Übrigens: In Schweden versteckt nicht der Osterhase die Eier, sondern ein Küken - und die Häuser sind auch in Kükengelb geschmückt.

In Polen und Ungarn geht es an Ostern feucht fröhlich zu. Hier steht ein besonders nasser Spaß im Vordergrund. In Polen bespritzen und schütten sich Kinder jede Menge Wasser über den Körper. Warum? Das Spektakel soll an die Taufe des Prinzen Miesko I. erinnern, der das Christentum nach Polen brachte. In Ungarn trifft die Wassersause vor allem die Frauen, die anschließend mit österlichen Köstlichkeiten belohnt werden.

Im katholischen Spanien ziehen in der Woche von Karfreitag viele Prozessionen mit einer Heiligenfigur durch die Gemeinden. Bei einigen Umzügen sieht man Menschen, mit tief ins Gesicht gezogenen Kapuzenmänteln. Im 15. Jahrhundert erlaubte man so Sündern, an den Prozessionen teilzunehmen. Einige Gläubige sind sogar mit Ketten behängt, die der Buße dienen sollen. Traditionell wird an Ostern ein Lammgericht und ein Hefekringel gereicht.

In den USA ist Ostern, im Verhältnis zu manchem europäischen Land recht wenig besinnlich. Es ähnelt mehr einem großen Fest. Am Ostersonntag lädt der amerikanische Präsident traditionell zum sogenannten "Easter Egg Roll" ins Weiße Haus ein. Was da gemacht wird? Kinder können vor Ort nach versteckten Ostereiern suchen. Sind diese gefunden, rollen die Finder sie mit einem Stock voran. Auch viele Paraden, bei denen die Besucher witzige Osterhüte oder Verkleidungen anhaben, durchziehen die Straßen zu dieser Zeit.

Übrigens: Auf der Osterinsel feiert man traditionell kein Ostern. Und auch der Osterhase wohnt nicht dort. Woher ihr Name stammt? Am 5. April 1722 - einem Ostersonntag - wurde die einsame Insel im Südostpazifik von dem Niederländer Jakob Roggeveen mit seinen drei Schiffen entdeckt. Was er dort fand? Jede Menge Moai, die Steinskulpturen, aber bestimmt kein einziges bunt bemaltes Osterei...

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