Ostereier: Was Sie über ihre Haltbarkeit wissen sollten - und weitere Fakten

ostern
Wenn Eier bunt werden, steht Ostern vor der Tür. Auch hier gilt: Selber färben ist besser als kaufen
Foto: istock

5 Fakten über Ostereier

Sie wissen alles über Ostereier - sind Sie sicher? Wie ist es mit der Haltbarkeit? Was tun nach Ostern? Neue Fakten und Wissenswertes rund um Ostereier.

1. Fangen wir mal hinten an: Was passiert mit den Ostereiern, wenn Ostern vorbei ist? Wegschmeißen müssen Sie die Eier noch lange nicht! Hart gekochte Eier haben bei Zimmertemperatur eine Haltbarkeit von rund zwei Wochen, im Kühlschrank sogar vier Wochen. Voraussetzung: Die Schale darf nicht beschädigt sein. Durch einen Knacks oder Riss der Schale gelangen Keime schneller ins Ei und verderben es.

Was kaum einer weiß: Die ersten knapp 20 Tage nach dem Legen haben (rohe) Eier einen natürlichen Schutz und können auch ungekühlt gelagert werden. Für jeden weiteren Tag gilt: So kühl wie möglich lagern! So sind sie im Kühlschrank sogar noch bis zu vier Wochen über dem Mindesthaltbarkeitsdatum geniessbar.

Übrigens: Wussten Sie, dass die Farbe des Eidotters Ihnen verrät, ob das Huhn gesund war? Dabei gilt: Je heller das gelbe vom Ei ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Henne sich ungesund ernährt hat.

Faustregel: Je dunkler und dicker das Eigelb ist, desto gesünder is(s)t es! „Hühner aus Freilandhaltung haben mehr Möglichkeiten stärker pigmentierte Nahrung zu sich zu nehmen – das zeigt sich dann in der Farbe des Eidotters“, sagt Dr. Hilary Shallo Thesmar vom Egg Nutrition Center. Thesmar schließt aus der Farbe einen hohen Gehalt an den gesunden Omega-3-Fettsäuren.

2. Eierfarbe ist nicht gleich Eierfarbe! Umweltexperten warnen vor einigen Farbstoffen, die bei empfindlichen Menschen allergieähnliche Reaktionen (Hautrötungen, Juckreiz) auslösen können. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte auf künstliche Farben verzichten und die Farben selbst herstellen – aus Lebensmitteln! Was Sie dafür brauchen? Etwa einen halben Liter Wasser, ein bis zwei Esslöffel Essig und je nach Wunschfarbe folgende Lebensmittel:

Rotviolett: Rote Beete

Türkis: Rotkohlsaft

Rot: Malventee

Rot-grau: schwarze Johannisbeeren

Blau: Heidelbeeren, blaues Malvenkraut

Schwarz: Holunderbeeren

Lindgrün: kalter Matetee

Grün: Petersilie, Spinat

Gelbgrün: Johanniskraut, Schachtelhalmkraut

Gelb: Safran, Kurkuma, Kamillenblüten, Apfelbaumblätter

Orange-gelb: Karotten

Braun: Eichenrinde, Kaffee, Zwiebelschale

Wichtig: Reinigen Sie die Eier vor dem Einfärben mit Essigwasser, damit die Farbe besser hält. Nach dem Färben mit ein paar Tropfen Speiseöl oder einer Speckschwarte abreiben -so bekommen die Eier einen schönen Glanz, die Haltbarkeit der Farbe wird verlängert.

3. Ostereier sehen am schönsten aus, wenn sie bemalt sind – klar. Tierschützer warnen allerdings davor, schon gefärbte Eier zu kaufen. Der Grund: Gekochte und gefärbte Eier müssen keinen Stempelaufdruck haben, der bei gewöhnlichen Eiern die Haltungsart und die Herkunft verrät. Das nutzen viele Anbieter aus, um so Käfig-Eier zu verkaufen. Besser: Eier aus Bio- oder Freilandhaltung kaufen und anschließend selbst bemalen! Übrigens: Die Eierschalen von Freilandhühnern sind dicker und eignen sich somit auch besser zum Färben.

Wer trotzdem lieber Kaufen statt Selbermachen will, sollte auf das 'KAT'-Logo auf der Verpackung achten. Das Siegel wird vom Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. vergeben und garantiert, dass die Eier aus Boden-, Freiland- oder Biohaltung stammen.

4. Reste-Essen á la cuisine! Jeden Tag ein Ei zum Frühstück? Wie langweilig! Lieber variieren – und dafür sind hart gekochte Eier prädestiniert! Sind die Eier noch gut, eignen sie sich für einen leckeren Eiersalat, als Aufschnitt zum Sandwich oder für den Klassiker: ‚Russische Eier‘ . Wollen Sie die Haltbarkeit der Eier noch mehr hinauszögern, können Sie sie als Soleier einlegen. Das verlängert die Lebensdauer um weitere zehn Tage.

5. Wer die bunten Eier aufhängen möchte, sollte sie vor dem Färben ausblasen. Wenn Sie Angst vor Salmonellen haben, können Sie einen Strohhalm zur Hilfe nehmen. Kleben Sie ein Heftpflaster an das spitze und das stumpfe Ende des rohen Eis. Stechen Sie mit einer Nadel je ein Loch oben und unten hinein. Vergrößern Sie das Loch am stumpfen Ende vorsichtig auf etwa einen halben Zentimeter und blasen Sie durch das dünnere Loch so lange, bis das Eiweiß und der Dotter komplett entwichen sind.

Hält sich der Dotter hartnäckig im Inneren, zerstechen Sie ihn vorsichtig mit der Nadel. Ist das Ei leer, können Sie es vorsichtig in eine Schüssel mit lauwarmen Wasser und Spülmittel eintauchen. Ist das Ei halbvoll mit Wasser gefüllt, schütteln Sie das Ei und lassen anschließend das Wasser wieder herausfließen. Nach Bedarf wiederholen, bis das Ei vollkommen sauber ist.

Dann trocknen lassen, am besten bei hoher Hitze in der Mikrowelle für 15 bis 30 Sekunden oder im Ofen für zehn Minuten – die Hitze stärkt die Eierschalen, sodass sie beim Bemalen nicht so leicht zerbrechen. Der Vorteil: Da die Eier nicht mehr zum Verzehr dienen müssen, kann man auch zu Wasserfarben, Filzstiften & Co greifen.
Tipp: Eiweiß und Dotter lassen sich noch für einen köstlichen Osterkuchen , ein schnelles Rührei oder ein einfaches Omelett verwenden. Übrigens: Die Haltbarkeit von Osterkuchen wird verlängert, wenn er im Kühlschrank gelagert wird.

Neben weißen und braunen gibt es auch grüne Eier von Araucana-Hühnern. Kreuzt man diese mit 'Braunlegern', können sogar rosafarbene Eier herauskommen. (Foto: iStock)

….und weitere 10 FAKTEN, die Sie über Eier wissen sollten:

1. Die Farbe der Eierschale…
…hat absolut nichts mit der Haltung der Hühner zu tun und schon gar nichts mit der Qualität oder dem Geschmack der Eier! Die Farbe der Eierschalen ist genetisch bedingt und nur eine Sache der Züchtung. Welche Farbe das Ei eines Huhn haben wird, erkennt man schon an der Farbe des Ohrläppchens: Sind sie weiß, sind auch die Eier meistens weiß.

P.S.: Wussten Sie, dass es auch grünschalige Eier gibt? Die stammen von den sogenannten Araucana-Hühnern, einer südamerikanischen Hühnerrasse. Sie sind leichter und kleiner als ‚normale‘ Eier – und somit auch cholesterinärmer.

2. Die Frische des Eis…
…erkennen Sie am besten, wenn Sie das Ei ins Wasser legen. Sinkt es ab und bleibt liegen, ist es frisch. Je höher es aufsteigt, desto älter ist es. Das liegt daran, dass die Luftkammer des Eis mit der Zeit größer wird.

3. Das perfekte Frühstücksei…
…ist in 5 Minuten (weich gekocht), 8 Minuten (wachsweich) oder zehn Minuten (hart) fertig. Die Kochzeit beginnt allerdings erst, wenn das Wasser schon kocht! Allerdings ist die Größe der Eier relevant (die im Übrigen von Alter und Rasse des Huhns abhängt). Kleine Eier sind in der Regel schon nach 3 (weich), 5 (wachsweich) oder 9 (hart) Minuten gar. Und: Kommt das Ei direkt aus dem Kühlschrank, muss es ein wenig länger kochen , als eins mit Raumtemperatur.

P.S.: Wenn Sie es ganz genau wissen möchten, können Sie die individuelle Kochzeit des Eis berechnen – und zwar mit dieser von dem Physiker Werner Gruber erstellten Formel ;-)

4. Das Ei war zuerst da…
…denn die ersten Tiere, die Eier legten, gab es schon vor 400 Millionen Jahren. Die ersten Hühnervögel entstanden dagegen erst vor rund 65 Millionen Jahren.

P.S.: Küken können schon im Ei über Pieptöne miteinander kommunizieren ! Deswegen schlüpfen sie oft auch gleichzeitig.

5. Eier ohne Hahn…
…das geht – und in der Regel sind die vom Menschen konsumierten Eier alle unbefruchtet. Denn der Hahn dient nur der Befruchtung des Eis (so entsteht das sogenannte Brutei aus dem Küken schlüpfen). Trotzdem achten artgerechte Hühnerhalter darauf, dass auch Hähne im Stall sind. Sie schützen die Hennen und warnen vor Gefahren.

P.S.: Mag ein Huhn den Hahn nicht, stößt es einfach sein Sperma wieder aus. Eine Verhütungsmaßnahme, die in 80 Prozent der Fälle wirkt!

6. Rund 220 Eier im Jahr…
…werden durchschnittlich von einem Deutschen gegessen, ermittelte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft - allerdings sind verarbeitete Eier (z.B. in Kuchen) hier mitgezählt. Deutschland ist damit der größte Eierimporteur der EU.

7. Ein Ei pro Tag…
…darf ein Huhn in der Zucht (maximal) legen. Jedes Huhn legt im Durchschnitt ca. 260 Eier im Jahr. Dabei legen Hühner nur Eier, wenn es lang genug (etwa 14 bis 16 Stunden) hell ist. Deswegen werden im Winter die Hühnerställe mit Scheinwerfern beleuchtet.

8. Die erste Ziffer auf dem Stempel des Eis…
…sagt Ihnen, ob das Huhn in Käfighaltung (3), Bodenhaltung (2) oder Freilandhaltung (1) gehalten wird. Steht da eine 0, kommt es aus ökologischer Erzeugung.

P.S.: Nach der ersten Ziffer folgt das Herkunftsland (z.B. ‚DE‘ für Deutschland) und der Herstellerbetrieb.

9. In Eiern stecken die Vitamine…
…A, D, E, B2, B6 und B12. Außerdem die Mineralstoffe Kalzium, Phosphor, Eisen, Natrium und Kalium. Dank des hohen Eiweiß-Gehaltes eignen sich Eier auch besonders gut für Low-Carb-Diäten. Da das Eiklar etwa zu 90 Prozent aus Wasser besteht, hat das ganze Ei nur rund 80 Kalorien . P.S.: Zahlreiche Studien haben inzwischen bewiesen, dass Eier kaum einen Einfluss auf den Cholesterin -Spiegel eines Menschen haben. Vielmehr kommt es auf die gesamte Ernährung an – und natürlich auf die Menge. Ein Ei am Tag ist allerdings – auch für Menschen mit erhöhtem Cholesterin-Spiegel – kein Weltuntergang, solange die restliche Nahrung cholesterinarm ist.

10. Die Größe des Eis…
…wird nach seiner Gewichtsklasse gemessen: Ein kleines Ei (S) wiegt weniger als 53 Gramm, ein mittleres (M) zwischen 53 und 63 Gramm, ein großes Ei (L) zwischen 64 und 72 Gramm und ein sehr großes Ei (XL) über 73 Gramm.

Kategorien: