Parkinson: So beugen Sie vor

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Simone Brandlmeier (41) steht ihrem Lebensgefährten Ottfried Fischer bei.
Foto: gettyimages

Gesundheit

Man kann das Risiko senken. Und die Behandlung der unheilbaren Hirn-Erkrankung macht Fortschritte.

Der Kabarettist Ottfried Fischer (58) hat Parkinson. Zum Ende des Jahres will er mit seiner beliebten TV-Sendung "Ottis Schlachthof" im Bayerischen Rundfunk aufhören. 280.000 Erkrankte sind in Deutschland registriert. Kann man sich vor Parkinson schützen? Gibt es Therapien? Wir klären auf.

Die Krankheit

Parkinson entwickelt sich über viele Jahre. Im Mittelhirn sterben allmählich Nervenzellen ab. Folge: Es werden zu wenige Botenstoffe gebildet, die für die Reizübertragung zwischen Hirnzellen sorgen. Vor allem entsteht ein Mangel an dem Stoff Dopamin. Symptome zeigen sich meist zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr: Die Stimme wird leiser, klingt gleichförmig. Betroffene sind müde, schwächlich, haben oft Verstopfung. Stolperanfälligkeit, eine starre Mimik, wie bei Ottfried Fischer, und Zittern kommen dazu.

Die beste Vorbeugung

Grüner Tee und Kaffee

Gute Nachrichten aus Japan: Mediziner wiesen nach, dass Stoffe aus grünem Tee Entstehungsvorgänge der Parkinson-Erkrankung blockieren können. Täglich zwei bis drei Tassen halbieren die Gefahr des geistigen Verfalls. Studien in Deutschland, den USA und China bestätigen, dass grüner Tee vorbeugt. Hier werden aber täglich drei bis vier Tassen empfohlen. Der Tee liefert sogenannte Polyphenole (aromatische Verbindungen). Sie schützen die dopaminbildenden Hirnzellen. Diese Wirkung ist auch bei koffeinhaltigem Kaffee nachgewiesen: Vier bis sechs Tassen täglich halbieren das Risiko.

Mittelmeerkost

Andere Studien zeigen: Mediterrane Kost erhöht den Schutzeffekt von Grüntee noch. Sie besteht täglich aus Pflanzenöl, viel Gemüse und Obst in allen Farben, Vollkorn und Fisch, dafür wenig Fleisch und tierische Fette wie z. B. Butter. Schutz bieten vor allem Omega-3-Fettsäuren aus Lein-, Raps- und Olivenöl, Lachs, Makrele, Hering. Auch Äpfel sind gut: Ihr Farbstoff Quercetin schützt Hirnzellen vor krankhaftem Abbau. Und dunkle Beeren wie z. B. Heidelbeeren senken das Parkinson- Risiko durch sogenannte Anthocyane.

Wirksame Therapien

Medikamente

"Parkinson kann man sehr gut behandeln und den Dopamin-Mangel mit vielen Tricks medikamentös ausgleichen", sagt der Neurologe Prof. Heinz Reichmann von der Uniklinik Dresden. Das wichtigste Mittel ist L-Dopa. Daraus bildet das Gehirn wieder mehr Dopamin. Wird Parkinson früh erkannt, können Tropfen, Tabletten oder Infusionen die Symptome für Jahrzehnte stoppen, so Reichmann. Er hat auch einen Frühtest entdeckt: Er untersuchte Patienten, die zwischen 50 und 60 Jahren ihren Geruchssinn verloren. Jeder Zehnte zeigte Anzeichen von Parkinson.

Gehirnsonde

"In schwereren Fällen garantiert ein Hirnschrittmacher Lebensqualität", so Reichmann. Ärzte setzen eine feine Sonde ins Gehirn. Sie ist mit einem flachen Gerät verbunden, das an der Brust unter der Haut sitzt. Dieser Sender reguliert über die Gehirnsonde die Störungen. Eine deutsche Studie weist nach: Das Zittern kann man damit völlig stoppen.

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