Peter Maffay: Meine Frau leistet zu Hause Unglaubliches

peter maffay h

Er ist 250 Tage im Jahr unterwegs

Er ist Deutschlands erfolgreichster Rockstar und ständig unterwegs. Trotzdem nimmt sich Peter Maffay immer wieder die Zeit, um Not leidenden Kindern zu helfen. Seine eigene Familie kommt dabei manchmal zu kurz. Wir sprachen mit dem Sänger über diesen schwierigen Spagat…

Wie häufig sind Sie im Jahr für die Musik und die Kinder unterwegs? Peter Maffay: Rund 250 Tage. Und das seit 40 Jahren. Ich kann gar nicht anders. Ich kann mich nicht ausruhen oder überhaupt nichts tun. Wenn ich meine Jacke vom Nagel nehme, freue ich mich und weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin.Begleiten Ihre Frau und Ihr Sohn Sie auch manchmal? Peter Maffay: Ja, aber das ist sehr selten. Es geht Yaris (7, d. Red.) besser, wenn er seinen festen Platz hat. Und vor allem Ruhe. Die Berufswelt hat halt ihr eigenes Tempo.Ist Ihr Sohn nicht traurig, Sie so selten zu sehen? Peter Maffay: Klar ist er das. Er leidet am meisten darunter. Aber ich erkläre ihm dann, dass es auch noch andere Kinder gibt, die mich brauchen.Die Lösung des Problems liegt in solchen Gesprächen. Ich habe das Gefühl, Yaris kann mich dann besser verstehen.Wie gehen Sie damit um?Peter Maffay: Ich vermisse ihn natürlich auch sehr. Aber alles hat nun mal zwei Seiten. Zum Glück habe ich meine Frau und liebe Freunde, auf die ich mich verlassen kann. Nur durch sie ist es mir möglich, sechs Wochen am Stück unterwegs zu sein. Sie sind meine Basis.Es ist Ihre vierte Ehe. Glauben Sie noch an die ewige Liebe? Peter Maffay: Ja! Tanja und ich bilden uns ein, dass es klappen könnte. Ich genieße es, sie an meiner Seite zu haben. Ich bin ihr sehr dankbar.

Wofür? Peter Maffay: Dafür, dass sie sich mit sehr viel Liebe, Verantwortung und Elan um unseren Sohn und alles drum herum kümmert. Manchmal ist es schon unglaublich, was sie leistet.Sie sind ein eingespieltes Team…Peter Maffay: Ja, aber darauf darf man sich nicht ausruhen. Man muss achtsam sein und darf auf keinen Fall seine gemeinsame Ebene verlieren.Trotz des Riesenerfolgs haben Sie nie den Blick für Kinder in Not verloren. Woher kommt Ihr großes Engagement? Peter Maffay : Ich habe schon als 14-Jähriger gewusst, dass ich nicht nur Musik machen, sondern auch helfen möchte. Ich selbst habe meine Kindheit in Rumänien und unter diktatorischen Verhältnissen erlebt. Und ich weiß, was es heißt, diskriminiert zu werden. Es ist leider so, dass Kinder die schwächsten in unserer Gesellschaft sind. Mit Musik kann man sehr viele Menschen emotional erreichen und auf viele Missstände aufmerksam machen. Das nutze ich.

Inzwischen kommen pro Jahr 400 traumatisierte Kinder und Jugendliche auf Ihre Finca auf Mallorca. ..Peter Maffay: Gerade für sie ist es wichtig, mal rauszukommen, eine andere Perspektive zu haben, neuen Lebensmut zu schöpfen. Der Ortswechsel, der Urlaub im Süden und der Umgang mit den Tieren hilft ihnen dabei.

Wie haben Sie es geschafft, trotz des großen Erfolgs auf dem Boden zu bleiben? Peter Maffay: Ich hatte noch nie die Mentalität, abzuheben. Die Bühne habe ich immer nur gesehen als Erhöhung, dass mich auch noch der letzte Zuhörer im Saal sehen kann. Aber niemals, um über anderen Leuten zu stehen.

Was können Sie als erfahrener Musiker jungen Künstlern wie Lena raten?Peter Maffay: Es ist gefährlich, anderen Menschen gute Ratschläge zu geben. Jeder hat seinen eigene Weg und muss diesen finden. Man muss dabei viel auf sich hören – auf sein eigenes Gefühl, seine Kreativität, seine Neugierde. Niemand kann so tief in die eigene Seele blicken wie man selbst. Darauf sollte man vertrauen. Es ist ein Fluch und ein Segen zugleich, wenn man wie Lena aus dem Nichts heraus so bekannt und erfolgreich ist. Die Erwartungshaltungen sind extrem. Man benötigt Glück und Durchhaltevermögen, um alles zu bewältigen. Die lange Strecke muss man schaffen, nicht den Sprint. Ich wünsche es Lena, dass sie ihr Ziel erreicht. Sie hat auf jeden Fall das Potential dazu.

Kategorien: