Petra Joy dreht Frauenpornos - wir haben sie interviewt

petra joy

Foto: Fotolia/ Petra Joy - facebook

Film ab für Petra Joy

Petra Joy dreht Frauenpornos. Uns verrät Petra, was Frauen bei Sexfilmen anmacht – und was ihre Filme von denen für männliche Zuschauer unterscheidet.

Lange ging mandavon aus, dass sich vor allem Männer durch visuelle Reize anturnen lassen. Inzwischen zeigen Studien: Die Lust auf erotische Filme scheint in den Genen zu liegen bei beiden Geschlechtern. Zwar geben es immer noch die wenigsten Frauen zu, doch auch sie entdecken den Spaß an Pornografie vor allem durch das breite Angebot im Internet. Immer mehr internationale Filmemacherinnen stellen deshalb in ihren Filmen die Lust für Frauen in den Vordergrund.

Die deutsche Regisseurin Petra Joy erklärt, was dran ist an diesem Trend.

Was ist anders an Ihren Filmen im Vergleich zu bisherigen Pornos?

Petra Joy: Bei mir steht die Befriedigung der Frau im Vordergrund. Bei Pornos für Männer ist es umgekehrt. Dort herrscht ein eher erniedrigendes Bild von Frauen vor, sie werden meist benutzt, um die Lust des Mannes zu befriedigen. Häufiger als Blowjobs zeige ich deshalb, wie Frauen oral befriedigt werden. Wenn ein Dreier inszeniert wird, verwöhnen bei mir zwei Männer eine Frau statt, wie sonst üblich, zwei Frauen einen Mann.

Denken Sie, dass den Frauen die herkömmlichen Pornos zu rabiat sind?

Ich glaube nicht, dass Frauen eine Handlung brauchen, um von einem Porno angesprochen zu werden. Aber sie genießen es, die Erregungskurve zu sehen um nachvollziehen zu können, warum die Darsteller Sex haben. In vielen Pornos geht es eher um den penetrativen Sex Sex ohne Vorspiel oder spannende Variationen. Oft ist dabei sogar der Kopf abgeschnitten und man sieht nur voll ausgeleuchtete Genitalien. Das hat für mich etwas vollkommen Unsinnliches, fast schon Medizinisches. Ich benutze wärmeres Licht, zeige gern Gesichter, nicht nur die Unterleibsregion. Mein Publikum genießt es, dass Szenen auch mal nicht voll ausgeleuchtet sind und so die Fantasie angeregt wird.

Weshalb beschränkt sich ein Großteil der Erotikfilme Ihrer Meinung nach auf Gerammel?

Warum sollten Filmemacher Sex kreativ darstellen, wenn sie auch mit weniger Aufwand gut Geld verdienen? An den positiven Reaktionen sehe ich aber, dass meine Filme glücklicherweise auch gut ankommen.

Welches Bild von Sexualität möchten Sie den Frauen vermitteln, die Ihre Filme sehen?

Die Zuschauerinnen brauchen keine romantische Rahmenhandlung, um Spaß an einem Porno zu haben. Trotzdem möchte ich mehr zeigen als Turnübungen. Mir geht es dabei um Vertrauen und vor allem um gegenseitigen Respekt beim Sex. Außerdem will ich viele verschiedene Varianten und Sexpraktiken vorstellen: mal dominant, mal unterwürfig die ganze Bandbreite, durch die Geschlechtsverkehr so aufregend werden kann.

Woher kommen die Ideen?

Ganz wichtig ist es mir, authentische Szenarien zu entwickeln. Deshalb frage ich zum Beispiel Freundinnen, die mir von besonderen Erlebnissen erzählen. Außerdem beziehe ich auch die Darsteller mit ein, frage sie, welche Fantasien sie gern vor meiner Kamera ausleben wollen. Meist drehe ich sogar mit echten Liebespaaren. Außerdem bekomme ich viele E-Mails, in denen Frauen ihre intimsten Fantasien mit mir teilen oder mir erzählen, dass sie sich durch meine Filme angeregt fühlen, ihre Fantasien tatsächlich auszuleben.

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