Pfundskerl

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Kolumne Psst: Männer und Diät
Foto: Thinkstock

Kolumne: Pssst ...

Es gibt nur eine Sache, die nerviger ist, als selbst eine Hungerkur zu machen: Wenn der Liebste anfängt, Kalorien zu zählen, findet JOY-Redakteurin Sandra Szjwach.

Das ganze Unheil begann vor zwei Wochen morgens in unserem Schlafzimmer: „Oh Gott, wo kommt denn plötzlich dieser Bauchansatz her ?“, rief mein Freund mit leichter Panik in der Stimme und kniff sich vor dem Spiegel unbarmherzig in die Hüften . Mal abgesehen davon, dass es sich bei dem besagten „Bauchansatz“ um eine klitzekleine Wölbung handelt, die ich schon ewig an ihm kenne, unterschätzte ich den Ernst der Lage und murmelte schläfrig: „Ich sehe wirklich nichts, komm wieder ins Bett.“

Ein Mann auf Diät

Doch für Schatzi war dies der Start in eine neue, körperbewusste Ära. Im Klartext hieß das: keine Kohlenhydrate mehr, dafür Unmengen von Eiweiß und Sport. Für mich hieß das: vorbei mit den gemütlichen Abenden in unserem Lieblingsrestaurant oder auf dem Sofa. Statt gemeinsam DVDs zu gucken, verordnete er sich nach dem Büro Tennisspielen oder Laufen. Und wenn ich ihn fragte, was er sich zum Essen wünsche, kam regelmäßig ein: „Rühreier mit Schinken“ oder „Steak mit Salat – aber nur mit ganz wenig Öl“.

Das Ende vom Lied: Nach einer Woche konnte ich keine Steaks und Eier mehr sehen, dafür hatte ich einen riesigen Heißhunger auf Risotto und Pasta entwickelt. Den wollte ich bei unserem Italiener um die Ecke stillen, bei einem romantischen Dinner mit ihm. Doch können Sie sich vorstellen, wie viel Spaß Essengehen mit Mister Atkins macht, der nur Ziegenkäse auf Rucola bestellt? Dann erntete ich auch noch einen fast feindseligen Blick von ihm, als ich wie immer meine Spaghetti Frutti di Mare orderte.

Ein bisschen neidisch war ich auchSchlagartig schrumpfte mein Appetit, dafür wuchs der Gedanke: Was, wenn er auch meine Hüften plötzlich zu üppig fand? Außerdem – und da spreche ich wohl allen Frauen aus der Seele – gibt es fast kein größeres No-go als einen Mann, dessen Oberschenkel dünner sind als die seiner Partnerin. Zugegeben, ein bisschen neidisch war ich auch: Der ganze Verzicht schien ihm gar nichts auszumachen und obendrein hatte er nach sieben Tagen schon fast drei Kilo weniger!

Spaß beim Abnehmen

Als dann noch meine beste Freundin zu ihm sagte: „Dein Gesicht ist ja ganz schmal geworden. Bist du auf Diät ?“ und er antwortete: „Ich stelle dauerhaft meine Ernährung um und es macht sogar Spaß!“, schrillten bei mir alle Alarmglocken. Ich will doch keinen Mann an meiner Seite, der die Figur von Otto hat!

Rettung brachte der typische männliche Denkfehler „Flüssige Kalorien zählen nicht“, nach dem auch mein Freund lebt – und weswegen er letzten Samstag mit seinen Jungs kräftig feiern ging. Als er am nächsten Morgen stöhnend aus dem Bad schlich, lag es nicht an seinem Kopfweh, sondern an der Zahl, die die Waage anzeigte. Zwei Kilo mehr? Ach Schatz, das ist doch gar nicht schlimm …!

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