Philophobie: Wenn Liebe Angst macht

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Woran es liegt, wenn Liebe uns Angst macht.
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Philophobie: Die Angst zu lieben

Wahre Liebe ist nicht nur wunderschön, sie kann auch beängstigend sein. Manchmal geht die Furcht über das normale Maß hinaus: Sie hindert uns daran, Beziehungen einzugehen. Was Philophobie, die Angst vor der Liebe, wirklich bedeutet.

Liebe kann Angst machen. Wenn wir unser Herz erst einmal verschenkt haben, gibt es kein Zurück – wir lassen uns voll und ganz von unseren Gefühlen treiben. Die Vorstellung, sich auf jemanden einzulassen, ist für viele Menschen zunächst beängstigend – denn Liebe macht auch verletzlich. Unser Herz liegt nicht mehr in unserer Hand. Wir können nichts anderes tun, als vertrauen, dass gut mit ihm umgegangen wird.

Doch für manche Menschen geht das Gefühl der Furcht über die Liebe hinaus. Philophobie beschreibt die Angst, sich zu verlieben. Menschen, die unter der Phobie leiden, verängstigt der Gedanke, sich fallen zu lassen, so sehr wie andere Menschen eine Spinne. Phobien sind weit verbreitet. So ist es eigentlich kaum verwunderlich, dass sie auch die Liebe nicht verschont lässt, wenn doch kaum ein Gefühl unsere Stimmung so sehr beeinflusst. Trotzdem ist die Krankheit nur wenig bekannt.

 

Wie äußert sich Philophobie, die Angst vor der Liebe?

 

Die Symptome

Es ist nicht so, dass Betroffene prinzipiell keine Beziehungen eingehen. Das tun sie, allerdings stets nur kurz. Sobald die Verbindung tiefergeht, bekommen Menschen mit Philophobie starke Ängste: Sie flüchten sich von einer Affäre in die nächste, ohne sich wirklich auf jemanden einzulassen.

Diese Blockade ist für die Betroffenen nicht nur belastend, sondern häufig selbst unbewusst und unerklärbar. Hinzu kommt eine starke Unsicherheit, die sich auf sämtliche Verhaltensweisen auswirken kann: Menschen mit Philophophie sind unfähig, ihre Gefühle zu zeigen, sie verspüren eine tief verankerte Angst vor der Liebe. Mit der Zeit kommen weitere für Phobien typische Symptome hinzu:

 

  • Starke, irrationale Angst
  • Panikattacken
  • Schlafprobleme
  • Vermeidung des Angstauslösers
  • Unfähigkeit, sich auf eine Beziehung einzulassen

 

Die Ursachen

Liebe ist für Betroffene unmittelbar mit negativen Gefühlen, Enttäuschungen und Schmerz verbunden. Daher kann man die Philophobie auch als eine Art Selbstschutz ansehen: Keine Liebe, kein Leid.

Die genauen Ursachen für eine Philophobie sind individuell. Die Angst vor der Liebe führt häufig auf schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit zurück. Wer einmal verletzt wurde, kann sich nur noch schwierig auf jemanden einlassen. In manchen Fällen liegen die Wurzeln der Angst bereits in der Kindheit, in der nie gelehrt wurde, zu lieben. Wer dazu erzogen wurde, Gefühle als Schwäche zu sehen und diese stets kontrollieren zu müssen, hat auch im Erwachsenenalter Probleme damit, diese zu zeigen.

Aber auch Egoismus und Selbstunsicherheit können hinter der Angst stehen: Eine Beziehung bedeutet auch immer, Kompromisse einzugehen und sich zu öffnen. Die Vorstellung, seine eigene Freiheit einzuschränken, wirkt für Betroffene beängstigend.

Die Therapie

Philophobie ist heilbar. Der erste Schritt ist allerdings für viele Betroffene der schwierigste: Sie müssen sich ihre Angst vor der Liebe eingestehen und den Willen haben, sich ihr als Erkrankung zu stellen. Dann hilft eine Therapie beim Psychologen, bei dem man lernt, aus der negativen Erwartungshaltung herauszukommen und sich der Liebe zu öffnen. Jemanden aus tiefem Herzen zu lieben, kann beängstigend sein – doch sich der Angst zu stellen, öffnet uns gleichzeitig das Tor zum größten Glück.

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(ww4)

 

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