Photoshop: Frauen in berühmten Gemälden retuschiert zu Supermodels

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Gemälde retuschiert
Foto: Wikipedia Commons , Lauren Wade/TakePart

Gemälde vs. Supermodels

Ist das Kunst oder kann das weg? Nach diesem Motto retuschierte eine amerikanische Fotografin die nackten Musen berühmter Maler. Was weg kam? Alles, was nicht den heutigen Schönheitsidealen von Supermodeln entsprach. Was übrig blieb? Ein trauriges Bild – unserer Gesellschaft.

Lauren Wade wählte ein ganz simples Mittel, um eindrücklich zu verdeutlichen, wie sehr sich das Bild von dem, was wir schön und gut finden, gewandelt hat. Die amerikanische Fotografin und Bildredakteurin kennt sich aus mit diesem Thema. Photoshop ist ihr täglich Brot – doch sie weiß auch, wie leicht es fällt, es damit zu übertreiben. Hier ein wenig retuschiert, dort etwas reduziert, optimiert, korrigiert .

Die Diskussion über Schönheitsideale sei keine neue , schreibt sie auf dem US-Portal Takepart.com. Doch es sei verrückt, wie wenig die Leute von der Retusche überhaupt mitkriegen würden. Selbst ein als natürlich angesehenes Foto sei alles andere als das: natürlich.

Wunderschöne Plus-Size-Models in größeren Größen zeigt die Galerie:

Vor fünfhundert Jahren gab es Ideale, die heute keinem Model-Maßstab standhalten würde. Die Musen, die als das Nonplusultra der Attraktivität, als Gipfel der Ästhetik betrachtet wurden, hätten keine Chance, jemals eine lukrative Kampagne, ein glamouröses Cover oder einen fulminanten Laufsteg-Job an Land zu ziehen – ganz zu schweigen davon, unter Heidi Klums gestrengen Augen zu „Germany’s Next Topmodel“ gekrönt zu werden. Und dennoch waren sie, das muss auch der Betrachter des 21. Jahrhunderts eingestehen, nichts anderes als: schön.

Ein Experiment von Lauren Wade

Wenn nicht gar schöner? Lauren Wade machte das Experiment und retuschierte die berühmten Gemälden der Kunstgeschichte zurecht, bis die nackten Protagonistinnen der Bilder aussahen wie die Supermodels der heutigen Gesellschaft. Schmale Taille, aufgepushte Brüste, eingefallene Bäuche. Welche Version ästhetischer ist? Entscheiden Sie selbst.

Edgar Degas, „Frau bei der Toilette“ (um 1885):

„Frau bei der Toilette“ heißt das Bildnis dieser ihre wundervoll roten Haare kämmenden Lady.

Edgar Degas liebte seine Damen nackt und sinnlich – bei diesem Loch im Bauch bleibt die Sinnlichkeit leider auf der Strecke.

Paul Gauguin, „Zwei Taihitianerinnen“ (1899):

Die „Zwei Tahitianerinnen“ von Paul Gauguin hängen im Met (Metropolitan Museum of Art) in New York. Und sie zählen sicher zu den schönsten Gemälden, die es gibt – nicht zuletzt dank der Schönheit der beiden Frauen. Für heutige Catwalks wären sie dennoch nicht hübsch genug.

Aber gibt es ernsthaft irgendjemanden, dem die retuschierte Variante besser gefällt?

Raffael, „Drei Grazien“ (1503-1505):

Der italienische Maler Raffael widmete sich mit den „Drei Grazien“ dem weiblichen Körper von hinten wie von vorne, aus jeder nur denkbaren Perspektive.

Lauren Wade auch. Ihr Ergebnis? Flache Bäuche, knochige Beine , geradezu lächerlich dünne Taillen.

Tizian, „Danaë“ (1544):

Auf diesem Gemälde von Tizian ist „Danaë“ zu sehen, die Geliebte von Zeus. Wer seine griechische Mythologie studiert hat, weiß, dass der gute Zeus ein Herz für die holde Weiblichkeit hatte.

Was er wohl zu dieser Verschandelung seiner Liebsten gesagt hätte?

Sandro Botticelli, „Geburt der Venus“ (1486):

Und zuletzt: Sandro Botticellis „Geburt der Venus“, die bis heute als Zeichen der Feminität zahlreiche Toiletten-Türen in Kneipen oder Restaurants, Umkleiden in Sporthallen oder in Schwimmbädern schmückt.

Bei Lauren Wade schwinden ihre weiblichen Kurven dahin, nur an einer prominenten Stelle dürfen sie anschwillen. Schließlich weiß ja jeder, dass bei Frauen nur die Oberweite zählt , oder nicht?

Ist das noch schön? Ein Gesicht vor und nach Photoshop!

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