Plädoyer für mehr Freundlichkeit

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Wir alle kämpfen mit Ellbogen aus Stahl.
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Vom Leben in einer Gesellschaft mit Ellbogen aus Stahl

Die Ellbogen sind nicht mehr nur ausgefahren, sie sind angespitzt und mit Stahl verstärkt. Jeder kämpft nur noch für sich allein und die Menschen, die ihm am allernächsten stehen.. Warum wir alle viel mehr Freundlichkeit nötig haben.

"Manchmal, wenn ich so um mich schaue, bin ich schockiert, von der Kaltschnäuzigkeit der Menschen um mich herum.

In die Bahn steigt ein alter Mann ein und es dauert ewig, bis ein junger Mann ihm endlich seinen Sitzplatz anbietet. In einer anderen Bahn stößt ein Mann im Anzug eine junge Frau in die Menge, um Platz für sich zu schaffen. Die Autofahrer hupen sich um Sinn und Verstand. Auto pöbelt gegen Rad und Rad gegen Auto. In der Kassenschlange im Supermarkt schiebt eine Frau die andere mit gezielten Stößen mit dem Einkaufswagen vorwärts. Am Regal wird gedrängelt, beim Bezahlen kann es nie schnell genug gehen. Die Mutter mit Baby wird nur genervt angeschaut. Türen werden nicht mehr aufgehalten. Handy-Musik wird rücksichtslos aufgedreht. Müll wird auf die Straßen geschmissen. Über jeden und alles wird gelästert.

Die Ellbogen sind nicht mehr nur ausgefahren, sie sind angespitzt und mit Stahl verstärkt.

Jeder kämpft nur noch für sich allein und die Menschen, die ihm am allernächsten stehen. Die große Gemeinschaft, die Gesellschaft, das ist mehr und mehr nur noch ein Haifischbecken, in dem wir irgendwie überleben müssen. Und mit Kuschelkurs kommt man gegen Haie nicht an.

Selbst sanftmütige Menschen werden zu kaltherzigen Egoisten, sobald sie auf die Straße treten. Es scheint oft nicht mehr anders zu gehen, wenn man nicht überrannt werden will.

Was mir Hoffnung macht, sind kleine Momente, in denen doch noch die Freundlichkeit aufblitzt, die ich mir viel mehr für uns alle wünsche. Als mir in der Bahn meine Brotdose auf den Boden fiel und eine andere Frau sie für mich aufhob, weil ich zu eng stand, um mich knien zu können. Der Mann, der mich darauf hinwies, als mein an die Tasche gebundener Schal auf dem Boden schleifte.

Lasst uns alle wieder ein bisschen mehr aufeinander achten.

Lasst uns danach schauen, wie wir anderen Menschen helfen können. Wo wir ihnen vielleicht mit einem kleinen Kompliment den Tag retten können. Haltet Türen auf. Bietet Sitzplätze an. Seid geduldig mit euren Mitmenschen. Helft, wo immer ihr helfen könnt. Es wird das alltägliche Leben für uns alle so viel besser machen, wenn wir alle wieder ein bisschen mehr füreinander da sind."

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