Plötzlich einsam: „So schnell kann eine Angststörung ein glückliches Leben zerstören“

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Hedi Schneider steckt fest: Ein Film zeigt, wie eine Angsstörung eine Familie zerstören kann.
Foto: Pandora Film Verleih

So zerstört eine Angststörung Beziehung und Familie

Hedi Schneider steckt fest - ein Film zeigt, wie eine Angststörung eine glückliche Beziehung in wenigen Wochen zerstören kann.

Erst ist es nur Druck auf der Brust, ein Hauch von Panik, Schwindel und irgendwie das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Ein paar Tage später liegt Hedi Schneider verzweifelt am Boden, ringt um Atem, die Augen voller Panik, die Arme schlagen um sich. Ihr Mann ist schockiert, hilflos, hat keine Ahnung, was mit seiner Frau geschieht. Letztlich ruft er einen Krankenwagen. Hedi bekommt eine Sauerstoffmaske und ein Beruhigungsmittel.

Doch das eigentliche Problem können die Ärzte nicht lösen. Hedi hat von einem Tag auf den anderen eine Angststörung entwickelt. Immer wieder überfallen sie aus heiterem Himmel Panikattacken.

„Du kennst doch das Gefühl, wenn man Angst hat, dass unter dem Bett ein Monster liegt. Mama hat jetzt ständig das Gefühl, dass überall Monster sind“. So versucht Hedis Mann Uli dem Sohn Finn zu erklären, warum seine Mutter plötzlich nur noch apathisch in der Wohnung sitzt und nicht mehr mit ihm spielen kann.

Einen klaren Auslöser für die Erkrankung gibt es nicht. Zwar bleibt Hedi kurz zuvor in einem Fahrstuhl stecken, doch danach wird klar, dass sie noch ganz andere Probleme hat. Probleme, die viele Menschen nur allzu gut kennen. Der Job läuft nicht rund, der Kollege wird krank, der Sohn will immerzu spielen und kreischt sich die Seele aus dem Leib, wenn Hedi nicht schnell genug reagiert. Der Mann will unbedingt ins Ausland und fokussiert nur noch darauf. Und dann bricht Hedi zusammen.

Schnell wird die Angst-Krise zur Belastungsprobe für die Beziehung . Anfangs versucht ihr Mann noch, ihr zu helfen, doch mit jeder Woche mehr wird Hedi aggressiver und ihr Mann immer hilfloser. Weder die Medikamente noch der Psychotherapeut können helfen. Selbst ihre Mutter reagiert nur mit Unverständnis: "Ich hätte nie gedacht, dass dir so etwas passiert! Wenn es mir schlecht geht, gehe ich eben mal kalt duschen!" Doch Hedi helfen kalte Duschen nicht. Stattdessen schluckt sie massenweise Beruhigungspillen und spült diese mit Alkohol runter. Katastrophen und peinliche Auftritte sind vorprogrammiert. In einer Bar kotzt sie einem fremden Mann aufs Hemd. Hedis Mann verzweifelt zusehends, er erkennt seine Frau nicht mehr wieder. Schließlich verliert sich Hedis Ehemann in den Armen einer anderen Frau .

Was kann ein Paar in einer derart verzweifelten Situation noch tun? Hedi und ihr Mann versuchen es mit einer Reise nach Norwegen. Sie kündigen ihre Jobs und verschwinden mit Sack und Pack in ein Land, das nicht stiller sein könnte. In der Stille sich selbst wieder finden? Es ist sicherlich einen Versuch wert. Eine ultimative Antwort gibt der Film nicht, aber zumindest schafft er einen Raum für Gespräche, die uns helfen können, unser Leben etwas friedlicher zu gestalten.

Alle Infos zum Film gibt es auf der Internetseite: www.hedi-schneider.com

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