Plötzliche Allergien sind nicht untypisch

pusteblume himmel sxc unbegrenzt

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Immer mehr Menschen haben mit Allergien zu kämpfen - auch immer mehr Menschen erst im Erwachsenenalter. Wie kann das sein und was hilft?

Jahrelang gab's kein Problem. Dann führt das Rasenmähen auf einmal zu Niesanfällen: Dass vorher nie was war, ist keine Garantie dafür, auf Dauer von Allergien verschont zu bleiben.

Endlich hören wir wieder die Vögel zwitschern, können die Kaffeetafel auf der Terrasse decken oder Radtouren durch endlose Felder machen. Eigentlich ein Grund zum Jubeln. Nur die rund 21 Millionen Allergiker in Deutschland dürften das etwas anders sehen. Für sie sind die Aussichten im wahrsten Sinne des Wortes getrübt: unter anderem durch juckende und tränende Augen, heftige Niesattacken, Mattigkeit oder gereizte Haut. Gerade den schönsten Tagen des Jahres sehen deshalb viele mit leichtem Schrecken entgegen.

Doch auch wer aktuell nicht dazugehört, kann sich nicht in völliger Sicherheit wiegen. Denn es ist leider wahr: Auch im Erwachsenen alter kann sich auf einmal eine Allergie melden. Ob auf Nachbars Katze oder den hübschen Frühlingsblumenstrauß − selbst wer nie ein Problem damit hatte, kann plötzlich allergisch reagieren.

Warum bekommen wir oft erst im Erwachsenenalter Allergien?

Dafür, dass immer mehr Menschen über immer mehr Arten von Allergien klagen und dass die Auswirkungen bei vielen deutlich heftiger werden, gibt es vielfältige Gründe. Denn neben der genetischen Veranlagung spielen auch äußere Einflüsse eine große Rolle. Eine Ursache ist beispielsweise die wachsende Luftverschmutzung. Sie führt dazu, dass wir, ohne es zu merken, täglich Feinstaub einatmen. Er gelangt über die Lungen ins Blut und beeinträchtigt unser Immunsystem.

Umwelteinflüsse können außerdem dazu führen, dass einheimische Pflanzen aggressivere Substanzen bilden, auf die unser Immunsystem reagiert.

Hinzu kommt, dass bei uns auch immer mehr Pflanzen wachsen, die eigentlich nicht hierher gehören. Eine dieser eingeschleppten Arten ist beispielsweise Ambrosia, die in Nordamerika zu Hause ist. Durch Vogelfutter und Saatgut ist sie zu uns gelangt und verbreitet sich rasant. Das Dumme daran: Die Pollen dieser Pflanze zählen zu den stärksten Allergenen überhaupt. Und: Ambrosia blüht von August bis November. Dadurch verlängert sich für Allergiker die Leidenszeit enorm.

Der Klimawandel und die damit verbundenen kürzer werdenden Kälteperioden haben einen ähnlichen Effekt: Es gibt kaum noch Verschnaufpausen, weil stets irgendetwas gerade Blüten trägt.

Ein weiterer Grund, warum es immer mehr Menschen mit Allergien gibt, ist unser moderner Lebensstil. Unsere Wohnungen sind heute schön behaglich − und blitzsauber. Statt wie früher im Wald, Matsch oder Stall zu spielen, sitzen die Kinder inzwischen eher drinnen vorm Computer. Das Ergebnis: Das Immunsystem wird von klein auf mit weniger Erregern konfrontiert. Es kann sozusagen nicht trainieren. So kommt es, dass es bei eigentlich harmlosen Stoffen schneller überreagiert und aus dem Ruder läuft. So zeigen aktuelle Untersuchungen, dass Kinder, die auf dem Bauernhof mit Kontakt zu Tieren groß werden, besser geschützt sind als Stadtkinder. Doch wer in der Stadt wohnt, kann mit dem Nachwuchs nun mal höchstens auf den Spielplatz ausweichen. Jeden Morgen zum Kuhstall zu fahren, dürfte schwierig werden.

Auf die anderen genannten Umweltbedingungen haben wir ebenfalls herzlich wenig Einfluss. Also bleibt eigentlich nur eines: den Körper beobachten und bei einer bestehenden Allergie so gut wie möglich schützen.

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