Polygamie

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Sexpraktiken: Sex zu Dritt

Ihren Liebsten mit mehreren Frauen teilen? Nie, sagen Sie? Sie müssen ja nicht selber gleich polygam leben und lieben, doch einiges können Sie sich trotzdem abschauen.

Paare, die eine so genannte offene Beziehung führen, sind bereit zu teilen. Sie geben sich gegenseitig die Erlaubnis, mit anderen Frauen oder Männern zu schlafen, darüber hinaus aber auch die Freiheit, ganz offiziell zwei und mehr Parallelbeziehungen zu führen. Sind "Polys" etwa Egoisten, die sich aus mehreren Liaisons jeweils das Beste herausziehen, jedoch die Verpflichtungen und Schattenseiten nicht auf sich nehmen? Sexgeile, die sich immer alles offenhalten wollen, statt sich fest einzulassen?

Es ist eher so: Polys glauben, dass man nicht auf Dauer sexuell treu sein kann und es möglich ist, mehr als eine Person zu lieben. Doch statt heimliche Affären zu haben, einigen sie sich mit ihrem Partner auf eine Öffnung der Beziehung. Vielleicht hat man auch sexuelle Vorlieben, die der andere beim besten Willen nicht erfüllen mag und die daher "extern" befriedigt werden. Für manche funktioniert dieses Modell wirklich.

Aber es verlangt nicht nur viel Großzügigkeit, sondern auch, dass "beide Beteiligten es wirklich wollen und nicht einfach zustimmen aus Angst, den anderen zu verlieren", weiß Liebes-Coach Maschinger, "und es erfordert noch viel mehr Vertrauen und innere Stabilität als ein Flotter Dreier oder das Swingen; denn da kriege ich ja noch mit, was mein Liebster treibt. Bei der offenen Beziehung hingegen hat man null Kontrolle mehr über das parallele Liebesleben des Partners." Deshalb muss man schon sehr stabil und stark sein, um gelassen zu bleiben, wenn der Partner andere Frauen hat.

Was wir von Polygamen lernen können

Sich sehr genau mit seinen eigenen Verlustängsten auseinanderzusetzen. Nicht zu erwarten, dass der Partner eigene Unsicherheiten und Defizite ausgleicht. Denn wer sein ganzes Seelenheil vom Partner abhängig macht, überfordert ihn und ist schnell aus dem Gleichgewicht, wenn der Geliebte mal eigene Wege geht. Wer dagegen seine Stärke und sein Selbstwertgefühl aus sich bezieht, macht sich unabhängig. Maschinger rät außerdem: erotische Impulse, die man von außen bekommt, seien es Sex-Tipps der besten Freundin, aus Erotik-Ratgebern oder Porno-Filmen, ins eigene Liebesleben hineinzunehmen.

Man müsse sich im Klaren sein, dass ein einzelner Partner nicht alle Wünsche erraten bzw. abdecken könne. "Wenn ich etwa mehr Sinnlichkeit oder Leidenschaft will, kann ich auch selber dafür sorgen", findet Maschinger. Dafür müsse man sich keineswegs einen anderen Mann angeln. Stattdessen sollte man sich fragen: Wo ist meine eigene Leidenschaft und was entfacht sie, unabhängig vom Partner?

Experimentier-Tipp

Übernehmen Sie im Bett öfter mal selbst die Verantwortung für Ihre Erregung und Ihren Höhepunkt. Fordern Sie nicht, dass er Sie allein in Gang bringt. Sie sind a) nicht feucht genug oder b) kommen einfach nicht über die Orgasmus-Schwelle, obwohl Ihr Schatz sich Mühe gibt? Fragen Sie ihn leichthin, ob es ihn stört, wenn Sie a) Gleitgel, b) etwas Vibrierendes zu Hilfe nehmen!