Primark: Bereits drei Hilferufe von Arbeitern

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Bei Primarks günstigen Preisen schlagen die Kunden gern zu.
Foto: Getty Images

Nachricht im Kleid ist nicht die einzige

Den Hilferuf auf dem Waschlabel eines seiner Kleider bezeichnete das irische Modelabel Primark als Einzelfall - jetzt tauchten auch in anderen Kleidungsstücken Nachrichten auf.

. Nachdem sie bei der Kundenhotline keine Antwort erhielt, wandte sich die Frau an die Öffentlichkeit - und löste einen Skandal aus.

Anscheinend handelt es sich dabei nicht um einen Einzelfall, so wie erst von Primark behauptet. Auch eine anderen Kundin fand jetzt in ihrem Kleid ein Label mit der Aufschrift "degrading sweatshop conditions" ("erniedrigende Sweatshop-Arbeitsbedingungen").

Wer sich über die guten Englischkenntnisse der Näherinnen wundert, mag an dieser Stelle recht haben. Ein dritter Fall, der sich deutlich von den ersten beiden unterscheidet, wirft aber ein neues Licht auf den Skandal.

Eine Frau aus Nordirland fand in ihrer Hose, die sie schon vor drei Jahren bei Primark gekauft hatte, ein Stück Papier mit einer Nachricht auf Chinesisch. Auf dem gelben Zettel steht in Großbuchstaben die Überschrift "SOS! SOS! SOS!".

Im Text wird beschrieben, wie die Arbeiter in einem Gefängnis gezwungen werden würden, unter menschenunwürdigen Bedingungen 15 Stunden am Tag Kleidung zu nähen. Hier lässt sich die Echtheit wohl weniger anzweifeln - schließlich war die Nachricht in den Gefangenenausweis einer chinesischen Strafanstalt eingewickelt. Die Frau fand die Nachricht erst diese Woche, zuvor hatte sie die Hose noch nie getragen.

Primark will die Fälle untersuchen , gibt aber an, dass die Hose schon 2009 in Nordirland verkauft wurde. Seitdem seien neun Kontrollen durchgeführt worden, bei denen es keine Hinweise auf Zwangsarbeit gegeben hätte.

Dies ist übrigens nicht das erste Mal, dass ein solcher Fall bekannt wird. 2012 fand eine Kundin des amerikanischen Kaufhauses Saks Fifth Avenue eine Notiz in ihrer Einkauftasche, auf der ein chinesischer Gefängnisinsasse um Hilfe bettelt, da er zu Unrecht inhaftiert sei und als Zwangsarbeiter ausgebeutet werde.

Der Skandal um die Produktionsumstände betrifft also keineswegs nur Primark, sondern ist vielmehr ein Problem der gesamten Modeindustrie, für das schnellstmöglich eine Lösung gefunden werden sollte.

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