Primark verkauft Schimmel-Mode

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Kunden verlassen Primark meist mit prall gefüllten Einkaufstüten. Doch die Ware ist nicht immer einwandfrei.
Foto: Getty Images

Ekelhaft! Mitarbeiter bestätigen Verkauf verschimmelter Kleidung

Günstige Preise und eine große Auswahl stehen hinter dem Erfolg von Primark. Doch die Billigmodekette gerät immer wieder in die Kritik. Neuester Aufreger: In deutschen Filialen soll verschimmelte Kleidung verkauft worden sein.

Primark steht für billige Klamotten, schnelle Trends - und leider auch immer wieder für kleinere und größere Skandale. Neuester Grund zur Aufregung bei der Billigmodekette: In Hannover, Primarks größter Deutschland-Filiale mit 8.500 Quadratmetern Verkaufsfläche, soll verschimmelte Kleidung über den Ladentisch gegangen sein. Ein Einzelfall?

Über die Herstellungsbedingungen der Primark-Mode wurde schon viel Negatives geschrieben. Hungerlöhne oder schlechte Arbeitsumstände in den Fabriken sind Themen, denen sich Primark immer wieder stellen muss. Doch auch in den deutschen Filialen scheint es Probleme zu geben. So soll immer wieder feuchte Ware ins hannoversche Geschäft geliefert worden sein, so ein Bericht des NDR. In der Sendung "Hallo Niedersachsen" heißt es, dass Kleidung und Handtaschen zum Teil sogar von Schimmel befallen waren und trotzdem verkauft werden mussten. Das bestätigten gleich mehrere Mitarbeiter in eidesstattlichen Versicherungen.

Der ehemalige Primark-Supervisor Emad Abdelsatar, der drei Jahre für die Bekleidungsfirma arbeitete und einer der wenigen ist, der offen über die Umstände beim Günstig-Label spricht, schildert im Interview mit dem Sender diese Situation: "Ich hab gesagt, wir können diese Ware ja so nicht rausbringen. Dann hab ich meinen Vorgesetzten kontaktiert, der hat gesagt: 'Raus auf die Fläche!" Gesagt, getan. "Mit dem Geruch, mit dem Schimmel. Und die Ware wurde so verkauft." Habe die Ware zu stark gestunken, wurde sie von den Mitarbeitern oft für zwei Tage zum Auslüften ins Lager gehängt, um danach in den Verkauf zu gehen.

Doch warum machen die Primark-Mitarbeiter dabei überhaupt mit? Ganz einfach: Aus Angst um ihren Job. Ein Teil der Mitarbeiter arbeitet mit befristeten Verträgen und der Druck, dass dieser nicht verlängert wird, sei groß. Die Konsequenz: Viele Mitarbeiter befolgen jede Anweisungen, die von oben kommt, heißt es auch im NDR-Beitrag. Und was sagt Primark zu den Vorwürfen? "Sollte es in Einzelfällen zu den geschilderten Vorfällen gekommen sein, bedauern wir diese sehr", so das offizielle Statement.

Wir finden: Profit um jeden Preis? Das geht zu weit. Und ein Umdenken muss nicht nur bei den Modeketten selbst, sondern auch beim Verbraucher stattfinden.

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