Prinz Charles: "Ich bin schuld an Dianas Unglück"

prinz charles biografie
Als König will sich Prinz Charles nicht den Mund verbieten lassen
Foto: Getty Images

Eine neue Biografie enthüllt, dass Prinz Charles Schuldgefühle wegen Lady Dianas Tod hat und dass er die Hochzeit mit ihr einst abblasen wollte.

Er ist ein Mann, an dem sich die Geister scheiden: Die einen schätzen ihn, weil er klug ist und sich für gesellschaftlich brisante Themen einsetzt, die anderen hassen ihn dafür, dass er seine blutjunge, schöne Frau Diana (+ 36) viele Jahre mit seiner langjährigen Geliebten Camilla Parker Bowles (67) betrogen hat.

Aber wer ist dieser Prinz Charles wirklich, der mit seinen 66 Jahren längst im Rentenalter ist, aber immer noch auf seinen eigentlichen Job wartet? Der in der Öffentlichkeit immer an seinen goldenen Manschettenknöpfen spielt und dabei unglaublich verlegen wirkt? Und der erst nach 35 Jahren seine große Liebe Camilla heiraten durfte?

Eine neue Biografie verrät mehr

Das wollte die US-Journalistin Catherine Mayer wissen und recherchierte für ihr Buch "Charles - The Heart of a King" im Umfeld des Prinzen. Nach eigenen Angaben bekam sie Zugang zu seinen engsten Mitarbeitern und Vertrauten.

Herausgefunden hat sie dabei viel Überraschendes - und Menschliches über den künftigen König.

Was dabei besonders berührt, ist wohl die Tatsache, dass Prinz Charles seit Jahren mit extremen Schuldgefühlen lebt, wie Catherine Mayer schreibt. "Ich fühle mich schuldig, weil ich Diana in ein Leben gebracht habe, das nicht ihres war", soll er gesagt haben.

Tatsächlich wollte er noch in der Nacht vor der Hochzeit am 29. Juli 1981 alles abblasen: Nach fünf Monaten Verlobungszeit habe Charles realisiert, dass die schüchterne Kindergärtnerin Lady Diana Spencer nicht das "niedliche Mädchen vom Lande sei", das sie vorgab, sondern eine sehr komplizierte, unglückliche Frau, die schon damals an schlimmen Essstörungen litt, schreibt Mayer. Hinzu kam, dass sein Herz seit den frühen 70er-Jahren nur für Camilla Parker Bowles schlug, die ebenfalls einen anderen heiraten musste.

Der Prinz ahnte, dass seine Ehe für alle Beteiligten ins Unglück führen würde, und sagte wenige Stunden vor der Trauung verzweifelt zu einem Vertrauten: "Ich kann das nicht tun, ich kann es einfach nicht." Doch es war zu spät. Schließlich wartete die ganze Welt auf das Ja-Wort von Charles und Diana.

Bis heute lässt ihn dieses Versagen nicht mehr los. Seiner engen Freundin, der Schauspielerin Emma Thompson, schüttet er oft sein Herz aus: "Wir reden viel über die Schuld. Manchmal glaube ich, dass er von Schuld getrieben wird", erzählt sie.

Prinz Charles hat trotz aller Möglichkeiten kein einfaches Leben

Seine Persönlichkeit ist gezeichnet von großer Unsicherheit. Ein Umstand, der seiner privilegierten Herkunft geschuldet ist. Von Kind auf ist der Sohn der Queen (88) von Ja-Sagern umgeben, die stets bei allem applaudieren, was er tut. "Das führt dazu, dass er bei einem aufrichtigen Lob misstrauisch ist, ob es wirklich ernst gemeint ist. Echte Kritik kann ihn hingegen zur Verzweiflung bringen", schreibt die Biografin.

Er ist tiefgründig und sehr leidenschaftlich, wenn es um Themen geht, die ihm am Herzen liegen wie Landwirtschaft, Architektur und Umweltschutz . So manches Mal gilt Charles deshalb auch als schrullig.

Als er seinen geliebten Aston Martin umbauen ließ, damit er mit Biosprit fährt, schüttelten Oldtimer-Fans entrüstet den Kopf. In seinem Garten in Highgrove House gedeihen die Blumen besonders gut, weil er mit ihnen spricht. Und Essen, das nicht aufgegessen wird, lässt er sich einpacken - für den nächsten Tag.

Wie wird Charles als König sein?

Für seine Zukunft als König hat Charles eine Menge vor. Er will nicht mehr so distanziert regieren wie seine Mutter. Er will sich einmischen, auch politisch. Das sehen viele mit Unbehagen und blicken sorgenvoll in die Zukunft. Sicher ist, Charles will viel verändern und modernisieren. Ob ihm das aber gelingt, bleibt fraglich.

Kann Prinz Charles überhaupt noch König werden?

Viele Briten sind skeptisch, was die glückliche Zukunft der Monarchie unter einem König Charles angeht. Sogar die Queen habe durchblicken lassen, dass das Land nicht vorbereitet sei auf so einen Wandel. Ein König, der sich aktiv in die Politik einmischt - für viele undenkbar. Konservative befürchten sogar einen Schaden für die Monarchie. Doch trotz aller Bedenken: Der nächste König heißt Charles III.


***

Text: Kathi Behr

Zum Weiterlesen: "Charles - The Heart of a King", von Catherine Mayer hier bei Amazon bestellen

Auch interessant: Die britische Monarchie öffnet ihr Fotoalbum

Kategorien: