Prinzessin Kiko von Japan blüht auf

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Prinzessin Kiko winkt dem japanischen Volk.
Foto: Imago / AFLO

Die Kaiserfamilie zeigt sich

Es gibt Goldfische im Glas und den Kaiser hinter Glas, schrieb ein asiatischer Hofberichterstatter in seinem Geburtstagsgruß an Akihito von Japan, der dieser Tage 79 wurde. Dabei wählte der Journalist mit Bedacht das Wort „der“ Kaiser und nicht „ein“ Kaiser, denn Akihito ist der Letzte seines Standes, also etwas ganz Besonderes. Entsprechend eigen ist auch seine Volksnähe.

„Normal“ zeigt sich Japans Kaiserfamilie nur bei seinen wenigen Terminen außerhalb des Palastes. Dort gibt es durchaus zuweilen, wenn auch von oben gesteuert, direkte Kontakte zu den Untertanen. Die meisten Japaner indes kennen ihr Staatsoberhaupt nur, wenn es sich in Tokio zu wichtigen Anlässen auf dem Balkon seiner Residenz der Fähnchen schwenkenden Masse zeigt – hinter Panzerglas. Die Behörden gehen auf Nummer sicher. Auf keinem Fall soll der Kaiserlichen Majestät bei einem Jubeltermin etwas geschehen.

Interessant aber war diesmal zu sehen, wer sonst noch die Ehre hatte, neben Akihito und Michiko (78) auf der Empore zu stehen. Man sah – von unten betrachtet – zu des Kaisers Linken Kronprinz Naruhito (52) und Kronprinzessin Masako (49) und rechts Prinz Akishino (47) und Prinzessin Kiko (46).

Aufschluss über das Seelenleben der Damen gaben deren Roben. Die Kaiserin wirkte ausgesprochen fröhlich in einem fliederfarbenen Kostüm. Sie bildet nach überwundener Krankheit mit ihrem Mann offenkundig wieder ein harmonisches Zweiergespann. Anders die Kronprinzessin. Masako trug an diesem Tag Schwarz und lächelte wie versteinert. Jeder erkannte, ihr Gemütszustand hat sich nicht gebessert. Sie schaut aus wie eine, die eingemauert ist hinter dicken Mauern. Nach draußen drängt es sie angeblich kaum, vielleicht lässt man sie auch nicht, denn wenn Europas Adel feiert, kommt Naruhito zumeist solo – wie ein einsamer Wolf.

Optimistisch gestimmt gab sich dagegen Prinzessin Kiko. Sie hatte nach Gelb greifen lassen, in Asien eine königliche Farbe, die die Sonne symbolisiert. Ihr geht es offensichtlich gut, blüht regelrecht auf, was sie den Japanern mit ihrer hellen Kleidung kundtat und damit neue Spekulationen zuließ, dass nicht Masako, sondern sie eines fernen Tages Japans künftige Kaiserin werden könnte. Einen Thronverzicht Naruhitos schließen Kenner seit langem nicht aus.

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