Prinzessin Mabel: So gedenkt sie ihrem Friso

prinzessin mabel gedenken friso h1
Gemeinsam sind sie stark: Mabel und Beatrix.
Foto: AFP / Getty Images

Wie sie sich beistehen

Manche kennen ihn noch, den uralten Brauch der Frauen der holländischen Fischer. Wenn der Mann auf See verschollen war, nähte sich die Ehefrau unter Tränen aus einem seiner Hemden eine große Schleife an den Ärmel.

Diese Schleife trug sie bei bedeutenden Anlässen, um zu zeigen, dass ihr Liebster immer in ihrem Herzen ist. Auch wenn er nie zu ihr zurückkehren würde…

Diese rührende Tradition hat Prinzessin Mabel (44) jetzt aufleben lassen: Bei der Krönung von Willem-Alexander (46) trug sie ein schwarzes Kleid mit weißem Schleifenärmel, genäht aus einem Stück ihres neun Jahre alten Hochzeitskleids.

Zwar hat Mabel ihren Liebsten nicht auf See verloren, doch auch sie ahnt, dass er niemals zu ihr zurückkehrt, nie wieder mit seinen Töchtern Luana (8) und Zaria (7) spielen wird.

Nach einem Ski-Unfall im Februar 2012 liegt Prinz Friso (44) im Wachkoma in der Londoner Wellington-Klinik. Auch für seine Mutter, Ex-Königin Beatrix (75), ist das der schlimmste Schicksalsschlag ihres Lebens.

Sie sprechen sich Mut zu

Und nun schwindet von Tag zu Tag die Hoffnung, dass noch ein Wunder geschieht. Friso wird nicht mehr gesund. Und so rieten die Ärzte Mabel und Beatrix, sich auf das Schlimmste einzustellen. Ein Rat, der den beiden das Herz bricht. Jetzt ist jeder Besuch bei Friso auch ein bewegender Abschied. Vielleicht gibt es kein Wiedersehen…

Das Leid der Wachkoma-Patienten – wir sprachen mit Prof. Dr. Thomas Münte (53), Direktor der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck: „Generell ist es bei Wachkoma-Patienten so: Sie sind nicht ansprechbar und in ihrer Wahrnehmung hochgradig eingeschränkt. Typischerweise sind Nervenfaserbahnen, die Richtung Großhirn verlaufen, geschädigt. Die Patienten werden künstlich ernährt, oft werden sie auch künstlich beatmet. In den ersten Monaten werden oft erstaunliche Besserungen gesehen, die Chancen auf Genesung sinken aber mit der Zeit im Wachkoma ganz erheblich. Wenn ein Patient dann beispielsweise nach Jahren eine schwere Lungenentzündung hat, kann dies das Ende bedeuten.“

Es ist bekannt, dass Friso sehr schwere Schäden davongetragen hat. Jetzt können Mabel und Beatrix nichts anderes tun, als sich gegenseitig Kraft und Mut zuzusprechen. Mut für einen neuen Tag, Kraft für einen Besuch bei Friso. Und immer wieder trägt Mabel eine Schleife. Wie die Frauen, die ihre Männer an das Meer verloren. Schleifen der Liebe in einem Meer aus Tränen.

Kategorien: