Zum Schluss hatte Heath Ledger nur noch zwei Stunden am Tag geschlafen: "Ich konnte nicht aufhören, nachzudenken. Mein Körper war fertig, und mein Gehirn lief weiter", erzählte er in seinem letzten großen Interview mit der "New York Times". Ein verzweifelter Hilfeschrei? Pillen sollten ihm helfen. Letztendlich haben sie ihn getötet: Am 22. Januar 2008 starb Heath Ledger an einer Medikamentenvergiftung – ein Unfall, wie die Polizei festhält. Keine Drogen, kein Selbstmord, vielleicht ein gebrochenes Herz. Denn Heath Ledger war einsam, sehnte sich nach Mathilda Rose, seiner kleinen Tochter.
Nachdem Ex-Freundin Michelle Williams die Kleinfamilie am 28. Oktober 2005 um knapp 2,9 kg erweitert hatte, wurde das kleine Bündel Baby zu Heath Ledgers ganzem Glück. "Ich verliebe mich immer und immer mehr in meine beiden Mädchen", schwärmte er Anfang 2006 – und strahlte mit Michelle auf dem roten Teppich um die Wette. Sie war sein Fels.
Allein im Mittelpunkt des Blitzlichtgewitters hatte sich der scheue Schauspieler nie wohlgefühlt: "Es ist wie in einen Pool einzutauchen, die ganze Länge unter Wasser zu schwimmen und auftauchend nach Luft zu schnappen", erzählte er. "Es ist so laut, dass es leise ist. Du kannst nichts hören. Die Blitze blenden dich so, dass es dunkel ist. Du kannst nichts sehen." Als Michelle und Heath Ledger sich 2004 am Set zu "Brokeback Mountain" kennenlernten, war es Liebe auf den ersten Blick.
Doch es war ein Hollywood-Märchen ohne Happy End: Im Herbst 2007 löste das Traumpaar seine Verlobung plötzlich auf. Gerüchte machten die Runde, Heath Ledger würde die Trennung nicht verkraften und Drogen nehmen, um seinen Schmerz zu mildern. Er stürzte sich in die Arbeit und mimte in dem neuen Teil der "Batman"-Reihe, "The Dark Knight", den düsteren Super-Fiesling Joker – ein weiterer Schritt in die Richtung, als vielschichtiger Charakterdarsteller verstanden zu werden.
Dabei begann Heath Ledger seine Karriere als kleiner Traumtänzer: Im Alter von zehn Jahren stand er als "Peter Pan" einer Theatergruppe erstmals auf den Brettern, die die Welt bedeuten konnten. Als er sich in der Schule zwischen den Aktivitäten Kochen oder Schauspielern wählen musste, entschied er sich für Letzteres. Die High School schmiss er mit 16, drehte einige TV-Serien, bevor er mit seiner Rolle in der Teenie-Romanze "10 Dinge, die ich an dir hasse", fast an dem Image des Herzensbrechers kleben blieb.
Nach Auftritten in "Der Patriot", "Ritter aus Leidenschaft" oder "Monster's Ball" konnte Heath Ledger erst im Schwulendrama „Brokeback Mountain" richtig zeigen, was in ihm steckte – und erhielt für seine Leistung sofort eine Oscar-Nominierung als bester Schauspieler.
Heath Ledger gehörte zu einer der großen Hoffnungen Hollywoods. Er selbst hoffte vor allem auf ein wenig Familienglück mit seinem Töchterchen.










