Leonardo, oh mein Romeo! Kaum ein Teeniezimmer kam nach Baz Luhrmans Version von "Romeo und Julia" noch ohne Postertapeten von Leonardo DiCaprio aus. Und als er 1997 in "Titanic" in den eiskalten Fluten versunken war, gab es endgültig kein Halten mehr: Von da an war die ganze Damenwelt der Meinung, keiner in Hollywood könne schöner sein Leben aushauchen als Leo.
Der einzige Haken an der ganzen Sache: Leonardo hatte Null Lust als Teenieschwarm zu enden. Nach seinem großen Durchbruch sagte er: "Ich habe nie wieder diesen Status der Popularität erreicht", und zuckte gleichgültig mit den Schultern. Ihn störte das wenig, seine deutsche Oma Helene aus Oer-Erkenschwick schon mehr. "Sie fragt mich immer, warum ich nicht mehr so hübsch bin wie in 'Titanic'", schmunzelt Leo. Wenn er auf die Straße geht, schwört er auf seinen Dreitagebart und zieht die Baseballcap noch etwas tiefer ins Gesicht.
Obwohl weniger Gentleman als Schelm, mehr Macho als Romantiker nahm er die Damenwelt schon früh für sich gefangen: Sharon Stone verzichtete beim Western "Schneller als der Tod" auf einen Teil ihrer Gage, nur damit Leo Teil des Projektes wurde.
Er selbst hat eine nicht zu übersehende Schwäche für die schönsten Frauen der Welt, und bekam sie auch. Ob Kristin Zang, Gisele Bündchen oder Bar Refaeli: Dauerhaft kuschelte er nur mit Models. Sich einen DiCaprio zu angeln, ist jedoch nicht so einfach. Eine Frau muss bei ihm die Qualitäten von Mama Irmalin haben – zumindest wenigstens die Hälfte davon. Mit ihr lebte Leo nach der Scheidung seiner Eltern direkt in Hollywood.
Bevor sich Leo in Blockbustern, wie "Gangs Of New York" oder "Departed", einmal durch den Untergrund kloppte, gab es in seiner Kindheit Drogen, Sex und Rauferein schon dann, wenn er nur den Fuß vor die Tür setzte. "Ich erinnere mich, fünf Jahre als gewesen zu sein, als dieser Typ im Trenchcoat mit Nadeln und Crack um die Ecke bog." Im gleichen Jahr trat er erstmals im Fernsehen auf, die ersten richtigen Schauspielrollen folgten erst Jahre später.
Eine entsprechende Schule hat er nie besucht. Trotzdem wurde er bereits drei Mal für den Oscar nominiert, sechs Mal für den Golden Globe. Für seine Rolle in "Aviator" durfte er sich 2005 endlich auch einen davon ins Regal stellen.










