Pubertät: So gehen Sie mit dem Gefühlschaos Ihrer Kinder um

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Gefühlschaos in der Pubertät: Die Launen wechseln im Minutentakt
Foto: shvili / iStock

Ausnahmezustand im Kinderzimmer

Teenager in der Pubertät sind unberechenbar. Zwischen super-happy und zutiefst betrübt liegen oft nur Minuten. So gehen Sie am besten mit dem Gefühls-Chaos Ihrer Kinder um...

Strahlend kommt Jennifer (13) aus der Schule, umarmt ihre Mutter und sagt: "Cool, Mama, ich habe eine zwei in Mathe! Irre, was?” - "Na, da hat sich das Lernen ja gelohnt”, gratuliert Alexandra (38) und deckt den Tisch fürs Essen. "Bevor ich es vergesse”, meint sie, "ich muss noch einkaufen. Kannst du bitte das Badezimmer putzen?”

Peng! Mit einem Schlag ist die gute Laune ihrer Tochter verflogen. "Hier kann man sich noch nicht mal in Ruhe freuen!” schreit sie. "Nein! Gleich heißt es wieder: 'Putz mal dies und putz mal das!`” Empört stürmt Jennifer in ihr Zimmer, dreht die Musikanlage auf. Ihre Mutter steht verwirrt in der Küche.

Pubertät: Der Teddybär liegt nun in der Ecke

Kennen Sie das? Wenn Ihre Kinder gerade das Teenager-Alter erreicht haben, ist Ihnen dieses Verhalten sicher nicht fremd. Denn: Die Pubertät ist ein Härtetest. Für Eltern und Kinder.

Schließlich erleben beide Parteien dieses Wechselbad der Gefühle. Die älteren müssen sich an den Gedanken gewöhnen, dass ihr Nachwuchs nicht mehr den Teddybären, sondern einen Star aus der "Bravo” anhimmelt.

Noch schlimmer trifft die Pubertät jedoch die Kinder: Sie stellen sich als Mini-Erwachsene dar, wollen cool sein, Zukunftspläne schmieden. Und dann schließen sie sich verzweifelt in ihrem Zimmer ein, weil sie Pickel oder zu wenig Busen haben, zu dünn, zu groß oder zu dick sind.

Schuld an diesem Gefühlschaos in der Pubertät ist die hormonelle Umstellung des Körpers, die massive Auswirkungen auf das Gehirn hat. Das befindet sich nämlich, so erklären Experten, in der Pubertät im Reifeprozess. Das heißt: Ähnlich wie der Körper entwickelt sich auch das Gehirn in Schüben.

Balance zwischen Nähe und Distanz

Wobei das Zentrum der Vernunft bei Teenagern noch nicht voll ausgereift ist. Deshalb fällt es Jugendlichen auch schwer, rationale Entscheidungen zu treffen.

Problem: Während dieser Teil des Gehirns langsam reift, entwickelt sich das Netzwerk, das für die Gefühle zuständig ist - das limbische System - mit voller Kraft.

Gemein für die Teenies: Das limbische System sorgt für Ärger, Wut und schlechte Laune. Kein Wunder, dass da die Wogen hochschlagen.

Wie aber gehen Eltern am besten mit diesem Wechselbad der Gefühle um?

  • Ganz wichtig, denken Sie daran: Schlechte Stimmungen Ihres Kindes richten sich nicht automatisch gegen Sie.

  • Die Pubertät ist schwierig, weil Kinder, die früher gern gekuschelt haben, plötzlich nicht mehr umarmt werden wollen. Zumindest behaupten sie das. Für Eltern ist das ein Balanceakt zwischen Nähe und Distanz. Tipp: Lassen Sie Ihr Kind eigene Erfahrungen machen. Halten Sie sich aber als " guter Freund ” bereit. Die Erfahrung zeigt, dass selbst die coolsten Teenager ab und zu Streicheleinheiten brauchen. Generell gilt jedoch: Drängen Sie sich nicht auf.

  • Vermeiden Sie Vergleiche. Wenn die Nachbarstochter zum Ballett und Ihr Kind zum Heavy-Metal-Konzert geht, heißt das nicht, dass Ihr Kind mal auf die schiefe Bahn gerät. Jeder Teenager entwickelt sich anders.

  • Teenager brauchen Regeln, damit sie lernen, Verantwortung zu übernehmen. Beispiel: Klären Sie mit Ihrer Tochter, dass sie einmal in der Woche das Badezimmer putzt. Legen Sie einen Tag fest, dann kann sich jeder darauf einstellen.


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