Pure Ekstase durch Slow Sex

pure ekstase durch slow sex
Slow Sex
Foto: Thinkstock

Sextipps für Paare

Wenn es draußen wärmer wird, knistert die Luft vor erotischer Spannung. Wollen Sie ganz neue Sphären der Lust erleben? Dann lautet das Zauberwort Entschleunigung. Wir sagen Ihnen, wie Sie und Ihr Liebster sich noch bewusster und intensiver spüren können – unvergessliche Höhenflüge inklusive.

So oft kann es uns nicht schnell genug gehen: im Job, beim Essen, beim Abnehmen – und auch im Bett lassen wir uns selten Zeit. Das beschleunigte Lebenstempo und die allgegenwärtig inszenierte Erotik machen aus Sex einen Wettbewerb und setzen uns unter Leistungsdruck. Die Sexualtherapeutin und Bestsellerautorin Diana Richardson entwickelte einen Weg, wie wir diesen Druck reduzieren und dabei erfüllteren Sex und eine intensivere Liebe erfahren können: Slow Sex.

„Wir müssen uns wieder Zeit nehmen für das Kostbarste und Intimste, das wir besitzen, unsere Sexualität“, sagt die Südafrikanerin. 20 Minuten dauert Sex im Schnitt und er hat einen Orgasmus zum Ziel – dieser ist für die meisten noch immer das Nonplusultra. „Natürlich ist ein Orgasmus großartig, doch er sollte nicht das Zentrale am Sex sein. Wer sich nur auf ihn fixiert, verpasst all die anderen lustvollen Facetten, die der Liebesakt zu bieten hat.

Beim Slow Sex spüren und genießen die Partner einander lange, langsam und vor allem bewusst. Sie erkunden vereint die Vielfalt sinnlicher Spielarten neu“, erklärt die Expertin. Besonders Paaren, die länger zusammen sind, kann Slow Sex helfen, eine ganz neue Ebene ihrer Sexualität zu erreichen. Davon profitiert auch die Beziehung: Man fühlt sich enger miteinander verbunden, zufriedener und kann sich voll auf die Lust einlassen. Probieren Sie es aus, Sie können nur gewinnen!

Zeit für mich: Solo-Strategien für ein besseres Körpergefühl

Berühren Sie sich

„Bei einer Selbstmassage lernen Sie wieder, was sich für Sie gut anfühlt und Sie erregt “, so Richardson. Setzen Sie sich an einen ruhigen Ort und schließen Sie die Augen. Reiben, tippen, streifen und drücken Sie jedes Körperteil. Achten Sie darauf, welche Berührung was in Ihnen auslöst: Kribbelt es im Unterleib? Ist es unangenehm? Wo mögen Sie es zart, wo fester? Sie können das Selbstverwöhnen im Intimbereich fortsetzen – nicht, um sich zu erregen oder zum Orgasmus zu bringen, sondern um zu spüren, was Ihnen gefällt und wie Sie sich fallenlassen können.

Ganz bei der Sache

Achtsamkeit und Entspannung sind zentrale Themen beim Slow Sex. „Nur wenn wir dabei voll im Hier und Jetzt und losgelöst von Erwartungen sind, können wir Sex in all seiner Vielfalt erfahren und den Partner intensiv spüren“, so die Expertin. Präsent zu bleiben, lässt sich ganz einfach lernen. Nehmen Sie sich täglich fünf Minuten Zeit für diese Achtsamkeitsübung: „Schließen Sie die Augen, konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem. Wenn Sie ins Grübeln kommen oder sich von der Umwelt ablenken lassen, richten Sie Ihre Aufmerksamkeit bewusst wieder auf die Atmung. Analysieren Sie Ihr Körperempfinden. Wo sind Sie angespannt? Entspannen Sie diese Stellen bewusst. Die Kunst loszulassen, können Sie dann beim Sex anwenden. Genießen Sie die neue Achtsamkeit sich selbst und dem Partner gegenüber.Lust auf mehr Tantra-Yoga besteht aus Übungen, die die sexuelle Energie pushen und den Hormonhaushalt ausgleichen sollen . Fünf Minuten am Tag genügen.

Lotusblüte (Für Anfänger) Stärkt den Beckenboden und durchblutet die Geschlechtsorgane.

Fersensitz. Rücken gerade. Beim Einatmen Arme über den Kopf strecken. Finger verschränken, Zeigefinger zeigen nach oben. Kraftvoll „Ich“ sagen. Beim Ausatmen Bauch abwechselnd an- und entspannen, dabei „bin“ sagen. Wiederholen, bis der Atem ausgeht. Einatmen. Sieben Sekunden den ganzen Körper anspannen. Ausatmen. Nach vorne ablegen. Einige Minuten ruhen.

Mula Bandha (Für Geübte) Öffnet das Becken.

Rückenlage. Rechtes Fußgelenk wie im Schneidersitz über das linke legen. Mit der rechten Hand den linken Fuß umgreifen und umgekehrt. Die untere Ferse leicht gegen den Punkt zwischen Damm und Vagina drücken. Beim Einatmen den Schließmuskel etwas nach außen drücken. Beim Ausatmen Schließ- und Scheidenmuskulatur bewusst zusammenziehen. 7 mal.

Zeit zu zweit: Für mehr Intimität mit dem Partner: Vorspiel für die Sinne.

Im stressigen Alltag passiert es uns leicht, dass wir aneinander vorbeileben und den anderen kaum mehr wahrnehmen. Zeiten der Ruhe sind aber wichtig, besonders für Paare. Diese Übung dient dazu, dem Partner die volle Aufmerksamkeit und Wertschätzung zu schenken. Machen Sie sie zu einem Ritual in zweisamen Momenten. Sie müssen dazu nichts vorbereiten. Setzen Sie sich gegenüber, ohne sich zu berühren.

Sehen Sie ihm tief in die Augen. Lassen Sie dann den Blick langsam über seinen Körper gleiten. Berühren Sie nacheinander liebevoll Ihre Gesichter. Kommunikation spielt auch eine wichtige Rolle: Sagen Sie einander, was Sie am anderen lieben und aufregend finden . „Manchen wird diese Übung erst unangenehm sein. Wir sind es nicht mehr gewohnt, uns voll auf einen Menschen oder eine Situation einzulassen. Gerade diese Menschen sollten aber offen dafür sein, um ihre Liebe nicht im Alltag zu verlieren.“

Lippenbekenntnis

„Viele Paare geben sich nur noch zwischen Tür und Angel einen flüchtigen Schmatzer. Dabei ist der Kuss mit das Intimste und Sinnlichste der Liebe überhaupt“, sagt Richardson. Mit den Lippen drücken wir unsere Gefühle für den anderen aus. Beim Küssen setzt der Körper zudem jede Menge Sexual- und Glückshormone frei. Grund genug, dem Kuss neues Leben einzuhauchen. Tipp der Expertin: „Verabreden Sie sich mit dem Partner zu einem Kuss-Date. Die Kunst des Küssens ist so facettenreich, versuchen Sie ruhig auch einmal etwas Neues.“

3 mal schöner küssen

Upside Down:Stellen Sie sich hinter den Partner, wenn er zum Beispiel auf dem Sofa sitzt. Beugen Sie sich über ihn, bis Ihr Gesicht vor seinem ist und ihre Lippen sich berühren.

69:Küssen Sie nur die Oberlippe des Partners, während er nur Ihre Unterlippe liebkost . Seien Sie fantasievoll: Knabbern und saugen Sie daran, erkunden Sie sie mit der Zungenspitze. Dann wechseln sie.

Luftkuss: Streichen Sie mit Ihren Lippen zart über die seinen und hauchen Sie Ihren warmen Atem über seinen Mund. Wenn Sie es beide nicht mehr aushalten, lassen sie ihre Zungenspitzen sich sanft treffen.

Langes Vergnügen

Beim Slow Sex kann sich der Penis bis zu zwei Stunden in der Vagina befinden – egal, ob Sie dabei voll in Aktion sind oder nur ineinander verschlungen liegen und sich spüren. Gerade Männern fällt es aber schwer, sich bei Erregung mit dem Erguss zurückzuhalten. Diana Richardson klärt einen großen Irrtum auf: „Die Ejakulation wird oft als Entspannung gedeutet. Sie ist aber ein Energieverlust, der in Erschöpfung mündet. Beim Slow Sex sollte der Mann seinen Höhepunkt nicht unterdrücken. Ist er entspannt, lässt das Verlangen zu kommen, von selbst nach.“

Wir verraten Ihnen drei Tricks, seinen Orgasmus zumindest hinauszuzögern und die Lust für beide zu verlängern.

1. Den Daumen auf den Akupunkturpunkt zwischen Anus und Peniswurzel pressen.

2. Mit Daumen und Zeigefinger einen Ring bilden und den Penis unterhalb der Eichel leicht zusammendrücken.

3. Der trockene Orgasmus: Durch Beckenbodentraining kann „Mann“ sich so kontrollieren , dass er erst ohne Erguss kommt, hart bleibt und später ejakuliert.

Fass mich an

Von allen Sinnen hat der Tastsinn die größte stimulierende Kraft. Bei einer Berührung wird das Wohlfühlhormon Oxytocin produziert, der Stresspegel sinkt und das Immunsystem wird gestärkt. Mit einer Partnermassage verschaffen Sie sich gegenseitig gute Gefühle und stärken Ihre Liebe. „Sie soll allein dem Genuss dienen, nicht dem Koitus. Danach fühlen Sie sich geliebt, gelöst und sind offen für Lust und Erotik“, so Richardson. Sie müssen keine perfekte Technik beherrschen. Streicheln Sie sanft, wo die Haut dünn und zart ist. Massieren Sie fester, wo sich Muskeln wölben. Ätherische Öle schaffen eine noch anregendere Atmosphäre. Ylang-Ylang etwa soll aphrodisierend wirken, Sandelholz die Stimmung aufhellen und gegen Impotenz helfen.

Auf Knopfdruck

Berührungen an diesen Stellen fördern die Durchblutung der Geschlechtsorgane und können sie stimulieren. Massieren Sie die Akupressurpunkte je eine Minute lang.

1. Zwischen Achillessehne und innerem Fußgelenkknochen

2. Vier Finger unterhalb des Bauchnabels

3. In der Mitte der Fußballen

Slow Sex trifft SM Sadomaso-Spielchen à la „Shades of Grey“ und Slow Sex lassen sich nur auf den ersten Blick nicht vereinen. Slow Sex eignet sich nämlich sehr gut für Experimente. Man nimmt sich wieder Zeit für seine Sexualität, entdeckt und erweitert die Vielfalt von Lust. Beide Partner können sich in Ruhe ausprobieren und neu erfinden – und dabei darf es auch mal wilder zugehen. Lassen Sie sich zum Beispiel von ihm die Augen verbinden und leichte Klapse auf den Po geben – so finden Sie heraus, ob Sie die härtere Tour überhaupt mögen und was Sie dabei antörnt. Und Sie lernen mehr über die (geheimen) Wünsche Ihres Partners. Letztendlich geht es nicht darum, was Sie tun, sondern mit wie viel Bewusstheit Sie es tun!

Unsere Expertin

Diana Richardson ist Sexualtherapeutin, Tantra-Lehrerin und bietet „Making Love“-Seminare an. Ihr aktuelles Buch heißt „Zeit für Liebe. Sex, Intimität und Ekstase in Beziehungen“ (etwa 20 Euro über Amazon). Ihr Film „Slow Sex“ ist preisgekrönt (DVD um 25 Euro, www.slowsex-derfilm.de)

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