Rachel McAdams: „Ich weine oft im Flugzeug!“

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Rachel McAdams
Foto: Getty Images

Star-Interview mit Rachel McAdams

Romantik wird bei ihr großgeschrieben! Rachel McAdams verrät, warum sie frisch verliebt die Kontrolle verliert und wie ein Mann ihr Herz erobert.

Die hübsche Kanadierin hat mit der Komödie „Alles eine Frage der Zeit“ mittlerweile den dritten Film zum Thema Zeitreise gedreht. Zuvor war sie in Woody Allens Erfolgshit „Midnight in Paris“ und in „Die Frau des Zeitreisenden“ zu sehen. Ehe ihre Filmkarriere begann, war Rachel McAdams eine begabte Eiskunstläuferin , die mit zwölf Jahren von einem Tag auf den anderen beschloss, den Sport für ein Schauspielstudium aufzugeben.

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Mit der Romanze „Wie ein einziger Tag“ sorgte sie 2004 erstmals für Furore – Co-Star war ihr kanadischer Landsmann Ryan Gosling , den sie danach auch zwei Jahre datete. Anne Hathaways Rolle in „Der Teufel trägt Prada“ lehnte sie zwei Jahre später allerdings ab und tat ihr Möglichstes, um so ungestört wie möglich unter dem Promi-Radar zu fliegen, weshalb sie auch in Toronto und nicht in L. A. lebt. Im Gespräch zeigt sich die 1,63 Meter kleine Rachel McAdams erfrischend sympathisch und ausgeglichen – und noch attraktiver als auf der Leinwand.

JOY: In „Alles eine Frage der Zeit“ geht es erneut um eine romantische Odyssee. Sind Sie neuerdings die erste Wahl, wenn Filme mit dem Thema Zeitreise gedreht werden?

Rachel McAdams: (lacht ) Möglicherweise! Ich liebe diese Art von Geschichten, denn durch die ständigen Raum- und Zeitwechsel bieten sich einem so viele neue Möglichkeiten. Ich bin generell jemand, der seiner Fantasie gerne freien Lauf lässt, dazu laden Zeitreisefilme besonders ein. Wenn man eine lebhafte Fantasie hat, macht einen das auch empfänglicher für eine romantischere Sicht aufs Leben . Große Liebesgeschichten faszinieren mich immer – am meisten der magische Moment, in dem man sich verliebt.

War der Rest des Filmteams auch so romantisch veranlagt?

Eher kicherten und blödelten wir ständig am Set. Das war ein Riesenspaß. Ich empfand es auch als große Ehre, mit dem Regisseur Richard Curtis zu arbeiten. Er hat eine wunderbare Auffassung von Liebe in all ihren Schattierungen – deshalb können sich wohl so viele Menschen mit seinen Werken identifizieren. Ich bin einer seiner größten Fans, „Tatsächlich … Liebe“ ging mir ganz besonders ans Herz.

Angeblich ist „Alles eine Frage der Zeit“ seine letzte Regiearbeit, zum Glück will er aber weiterhin Drehbücher schreiben! Ich glaube wie gesagt sehr an seine zentralen Motive – die große Liebe und Romantik –, auch wenn diese Herzensangelegenheiten leider völlig unplanbar sind.

Glauben Sie auch an Liebe auf den ersten Blick und die Bedeutung der ersten Begegnung?

Ja, an beides! Ein erstes Treffen, bei dem es knistert und die Funken fliegen, ist immer etwas ganz Besonderes. Im Film verliebe ich mich ja sogar im Dunkeln – bei einem „Dinner in the Dark“. Da hat die Optik des Mannes gar keine Rolle gespielt. Selbst wenn man auf den ersten Blick nicht zueinander passt, gibt es Reize, auf die man reagiert, wenn man sich verliebt – mögen sie auch noch so subtil sein. Diese Reize sind auch der Grund, warum wir plötzlich diese enorme Leidenschaft verspüren, die jenseits aller Vernunft liegt.

Könnte dieser Verlust der Kontrolle der Grund dafür sein, dass die Liebe so schön ist, aber so schwer aufrechtzuerhalten?

Eine Beziehung kann natürlich scheitern , vor allem, weil wir uns alle über die Jahre verändern. Ich weiß auch nicht, ob ein Mensch nur einmal die große Liebe erfährt oder öfter. Sie ist auf jeden Fall wahnsinnig intensiv, wunderbar, aber auch unvorhersehbar – und passiert einfach. Man verliert erst total den Kopf, aber ab einem gewissen Punkt erlangt man auch wieder ein bisschen die Kontrolle.

Verdrücken Sie auch mal eine Träne, wenn Sie Romanzen angucken?

(lacht) Sogar viele! Üblicherweise immer, wenn ein Film mich nostalgisch oder romantisch stimmt – da fange ich dann an zu weinen. Das müssen gar keine besonders traurigen Szenen sein. Eher kleine Momente, die mich wirklich berühren – da heule ich dann wie ein Schlosshund. Besonders anfällig bin ich im Flugzeug. Vielleicht liegt das daran, dass man sich so hoch über dem Boden so isoliert und verletzlich fühlt, außerdem ist es wahnsinnig still und oft stockfinster.

Was war die romantischste Geste, mit der ein Mann Sie je umworben hat?

Mein Co-Star von „Wie ein einziger Tag“ hat mir mal ein Kleid gekauft – und zwar ein maßgeschneidertes. Bei den Dreharbeiten 2004 lag am Set ein Zettel mit meinen Maßen für die Kostümbildnerin auf einem Tisch. Er fand ihn und ließ ein wunderschönes schwarzes Cocktailkleid für mich anfertigen. Das hatte schon extrem Klasse!

Wenn Sie die Möglichkeit hätten, in die Vergangenheit zu reisen – was wäre Ihr Ziel?

Woodstock! Janis Joplin und Jimi Hendrix hätte ich unglaublich gerne einmal live auf der Bühne gesehen. Die 60er-Jahre waren überhaupt eine unglaublich aufregende Zeit, kulturell und vor allem musikalisch !

Ist Musik generell eine Leidenschaft von Ihnen?

Ja, ich liebe sie und ich finde es total spannend, neue Künstler zu entdecken. Aber ich kann mir auch stundenlang die großen Musiker von früher anhören. Einer meiner Lehrer auf der Highschool war sehr musikalisch. Wir studierten zwei Monate lang den kanadischen Singer-Songwriter Leonard Cohen und die kanadische Musikerin Joni Mitchell.

Daran sieht man wirklich, welchen Einfluss Lehrer auf den Werdegang eines Kindes haben können. Ich bin mir sicher, dass mein Musikinteresse wiederum ausschlaggebend für mein Faible für Kunst war – und daraus ist dann meine Liebe für Kinofilme entstanden.

Gab es einen konkreten Grund, warum Sie sich ausgerechnet für eine Karriere als Filmschauspielerin entschieden haben?

Der Grund hat sogar einen Namen: Linda Perreira, die Frau meines besagten Highschool-Lehrers. Sie unterrichtete Theater an meiner Schule und führte mich in die Werke Shakespeares ein. Die haben mich bereits im Alter von zwölf Jahren sofort unglaublich elektrisiert. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich ausschließlich aufs Eiskunstlaufen fixiert.

Mein Papa spielte Eishockey und ich hatte das Gefühl, mein ganzes Leben bestünde nur aus Sport , aber das allein hat mich nicht erfüllt. Also probierte ich es mit Kunst, Theater und Shakespeare waren genau mein Ding.

Was passierte dann?

Mit 13 besuchte ich ein Sommer-Schauspiel-Camp und wurde im Jahr darauf gleich wieder eingeladen. Erst spielte ich eine jugendliche Straftäterin, im nächsten Sommer griechische Tragödie. Später begann ich ein Schauspiel­studium an der York University in Toronto. Auf der Bühne fühlte ich mich viel wohler als auf dem Eis bei einer Vier-Minuten-Kür mit zitternden Knien.

Interessieren Sie sich heute noch für Eiskunstlauf?

Nein, das Kapitel ist für mich komplett abgehakt! Ich halte es nicht mal mehr aus, mir im Fernsehen Wettkämpfe oder Eishockeyspiele anzusehen. In meiner kleinen Heimatstadt St. Thomas in Ontario waren alle Einwohner total verrückt auf Eishockey und ich trainierte viele Jahre täglich auf der Eisbahn … Das reicht mir. Mittlerweile sind die Schlittschuhe so weit weg, ich habe das Gefühl, das war damals eine andere Person.

Waren Sie als junge Schauspielerin eigentlich auch sehr ehrgeizig?

Eher nicht. Ich dachte anfangs, ich würde eine Karriere als Bühnenschauspie­lerin machen und später vielleicht mal ein kleines Kindertheater eröffnen, um junge Talente zu fördern. Schließlich habe ich als Jugendliche auch sehr von dem Sommer-Schauspiel-Camp profitiert. Meine Mama ist immer noch wahnsinnig enttäuscht, dass ich diesen Plan nicht verwirklicht habe (lacht).

Was hat Ihre Hollywoodkarriere dann vorangetrieben?

Alles begann in Europa. Gleich nach meinem Uniabschluss bekam ich 2002 eine Rolle in der Italo-Komödie „My Name is Tanino“. Mein Agent hatte mich für den Film vorgeschlagen, nachdem er gehört hatte, dass sie eine englisch­sprachige Schauspielerin suchen, die auch etwas Italienisch kann. Letzteres war zwar nicht der Fall, ich wusste noch nicht einmal, was „Guten Tag“ heißt, aber der Regisseur wollte mich unbedingt haben, und auf einmal saß ich im Flieger nach Sizi­lien. Ich mimte eine amerikanische Touristin und lernte meine italienischen Sätze einfach nach dem Klang. Also verstand ich kein Wort von dem, was ich sagte, während „Tanino“ und ich vor der Kamera am Strand von Sizilien flirteten.

Sie werden oft als schönste Frau Hollywoods bezeichnet. Verraten Sie uns Ihr Beauty-Geheimnis?

Schlaf! Denn weder Make-up noch teure Cremes können Schlafmangel oder einen ungesunden Lebensstil kompensieren.

Sind Sie eitel, wenn es um Fotos von Ihnen geht?

Natürlich will ich mir auf Bildern gefallen, aber die gängige Retusche in der Branche geht mir oft einen Schritt zu weit! Einmal wurde ich zum Beispiel überlebensgroß auf einem Filmplakat abgebildet – und ich sah auch wirklich umwerfend aus, allerdings gehörten die tollen Beine auf dem Poster leider nicht mir . Und das, obwohl ich mit meinen eigenen ganz glücklich bin (lacht ).

Und ein Magazin hat mal ein Foto von mir gedruckt und meine Augenfarbe von Blau zu Violett geändert, um sie dem Layout anzupassen. Dabei mag ich meine blauen Augen genau so, wie sie sind! Aber statt mich aufzuregen, lache ich immer nur, wenn ich solche Tricks erkenne, das gehört schließlich zum Business!

Du hattest ja bekanntlich eine Romanze mit deinem „Notebook“-Kollegen Ryan Gosling. Den Film haben so viele geliebt und fanden es zweifellos auch gut, dass ihr beiden Euch auch im wirklichen Leben verliebt habt ….

Ja, da war was Besonderes zwischen uns. Und auch wenn wir nicht mehr zusammen sind, haben wir immer noch Kontakt, wir sind immer noch Freunde . Es ist interessant, wie sich Leute im Lauf der Zeit entwickeln, und wenn man mal zurückschaut und mehr sieht, wird alles ein bisschen klarer - vor allem bei Beziehungen.

Wenn Sie in die Vergangenheit reisen könnten, was würden Sie anders machen?

Ich glaube, es ist wichtiger, im Hier und Jetzt zu leben und sich nicht in die Vergangenheit zu flüchten, sondern sich mit der Gegenwart auseinanderzusetzen!

Hattest Du schon mal so etwas wie ein Déjà-vu?

Oh, schon einige Male. Ich finde mich oft in Situationen oder Orten wieder, die mir sehr bekannt vorkommen. Sehr seltsames Gefühl – gleichzeitig aber auch wunderschön.

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