Rasieren, bitte!

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Kolumne: Rasieren, bitte!
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Kolumne: Sex to go

Haare auf den Zähnen zu haben, kann ja manchmal sogar sexy sein. Unter den Achseln, in der Intimzone und überall sonst außer auf dem Kopf stören sie aber. Deshalb müssen sie weg – notfalls mit Gewalt!

Barbie ist an allem schuld. Ich hatte nur eine Barbie, aber zwei Monchichis, weshalb die beiden braunen Plüschaffen miteinander kämpfen mussten, wer die kühle Blonde heiraten durfte. Die Monchichis waren primitive, aggressive, dicht behaarte Rohlinge. Heute sieht mein Weltbild zwar schon etwas differenzierter aus, die Abneigung gegen Körperbehaarung ist mir aber erhalten geblieben. Sessions bei einer Depiladora sind nichts für Weicheier. Ich frage mich jedes Mal, wenn ich mich mit gespreizten Beinen und jaulend vor Schmerzen in ihrem Studio winde, ob das wirklich sein muss.

Ob es wirklich mein Leben verschönert, mir mit einer klebrigen Zuckerpaste die Härchen an Stellen ausreißen zu lassen, die sonst nur mein Partner und meine Gynäkologin zu Gesicht kriegen. Ob ich wirklich jeden Monat möchte, dass eine fremde Frau zwischen meinen Pobacken hantiert. Ob der Moment, wenn sie die wundgerupfte Intimzone mit einer halben Zitrone desinfiziert, nicht doch eine Strafe für Sünden in vergangenen Leben ist.

Es soll glitschig sein

Aber dann, wenn das Brennen nachlässt und eine Zunge das erste Mal wieder über die seidenweiche, hochempfindliche Haut rund um meine Lustperle leckt und die Feuchtigkeit flutartig durch mein Delta strömt, dann weiß ich, dass es sich lohnt. Sex mit und ohne Intimbehaarung ist so wie Spaghetti mit und ohne Pesto: Manche Sachen will man eben glitschig haben. Haarloser Sex ist eine davon. Auch beim Mann hat unten ohne Vorteile. Der Penis sieht länger aus, was den Mann freut, was wiederum mich freut, denn ein gut gelaunter Mann ist ein besserer Liebhaber.

Auch Männer sollten sich rasieren

Oralsex fühlt sich nicht mehr so an, als würde man seine Nase in einen kratzigen Topfschwamm graben. Und beim Vögeln gleitet und glitscht es wonniglich. Auch am restlichen Körper bin ich sehr fürs konsequente Depilieren. Ich habe mal eine Weile Aqua-Aerobic gemacht und neben mir im Pool dümpelte immer ein mopsiger, weißhäutiger Mann mit beeindruckender Schulterbehaarung. Ich kam mir vor, als hüpfte ich neben einer steinzeitlichen Riesenamöbe in einer Nährlösung.

Natürlich ist das gnadenlos subjektiv, aber mich macht es nicht an, wenn ein Mann einen Filzlaus-Trampelpfad vom Gemächt über den Bauch, rund um die Nippel bis in die Nasenhöhlen vorzuweisen hat. Und ich mag es auch nicht, wenn ich sein Kopfhaar kraule und selbiges nahtlos in den Rückenpelz übergeht. Oder wenn aus den Badelatschen Zehen mit struppigem Holzwollepelz auflugen. Wenn dann im Alter noch Nasen- und Ohrenhaare dazukommen, ist der Catweazle-Look perfekt.

Glatte Angelegenheit

Ein Mann , der sich aber die Mühe macht, sich lästigen und teilweise schmerzhaften Prozeduren zu unterziehen, um gepflegt und wohlriechend der Welt gegenüberzutreten, zeigt damit ja auch, dass er sich auf das Date mit mir vorbereitet hat. Das hat für mich fast mehr mit Respekt zu tun als mit reiner Kosmetik. Die ungebürsteten, wild wuchernden Kandidaten signalisieren mir dagegen nur dumpfes Brunftgebaren. Das schreckt ab.

Wahrscheinlich erinnert es mich auch einfach an die triebgesteuerten Monchichis meiner Kindheit. Meistens hat Barbie am Ende dann nämlich keinen von beiden genommen und lieber eine Mädchen-WG mit anderen Barbies gegründet. Jedenfalls so lange, bis der komplett epilierte Ken in ihr Leben trat.

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