Richtig Heilfasten - wie geht das?

heilfasten
Es ist grundsätzlich möglich, die Heilfasten-Kur alleine durchzuführen - allerdings sollten nur gesunde Menschen fasten.
Foto: iStock

Fastenzeit

Die Hose kneift und die Laune ist im Keller? Der ideale Zeitpunkt zum Heilfasten. Wir verraten, worauf es ankommt. Eine Anleitung zum Heilfasten.

Die Hose kneift, der Teint ist fahl und die Laune im Keller. Höchste Zeit, unserem Körper mit einer Heilfasten-Kur etwas Gutes zu tun. Denn durch ungesunde Ernährung wird unser Stoffwechsel verlangsamt. Daraus entstandene Abfallprodukte werden nicht mehr vollständig aus dem Körper geleitet und lagern sich in den Organen ein. Aber nur wenn Leber, Nieren und Darm ohne Störungen arbeiten, ist der Körper in der Lage, sich gegen Angreifer von außen zur Wehr zu setzen und sich selbst zu heilen.

Was passiert im Körper?

Beim Fasten verzichten wir auf feste Nahrung - alles, was gekaut werden muss, wird für die Dauer der Kur weggelassen. Dadurch spart unser Organismus die Energie ein, die normalerweise für den Verdauungsprozess benötigt wird. Der Körper verwendet nun die ganze Kraft auf den inneren Reinigungsprozess: Er entgiftet und erneuert dabei die Zellen. Eine Fastenkur wirkt sich positiv auf unseren Körper und die Seele aus. Bereits ein Heilfasten von zehn bis zwölf Tagen senkt die Blutdruck-, Blutzucker- und Cholesterinwerte. Auch durch Migräne, Allergien und Hautkrankheiten verursachte Beschwerden können sich deutlich bessern. Beim Heilfasten werden wir auch seelischen Ballast los: Die meisten Fastenden fühlen sich in den Wochen nach der Kur innerlich ausgeglichen und weniger gestresst als vorher.

Wie läuft das Heilfasten ab?

Am ersten Fastentag reinigen wir den Körper mit Glaubersalz (Apotheke, Dosis für Normalgewichtige: 30 Gramm Salz in 1/2 Liter Wasser; für Übergewichtige: 40 g auf 3/4 l Wasser) oder Bittersalz. Bereits vor der Kur werden ein bis zwei Entlastungstage eingeplant, an denen leichte Speisen wie Rohkost, gedünstetes Gemüse, Suppen, Reis und Müsli gegessen werden. Durch den bewussten Verzicht auf schwere Kost stellt sich der Körper an diesen Tagen bereits auf das Fasten ein. Es ist wichtig, während des Heilfastens ausreichend zu trinken (mindestens 2,5 Liter pro Tag), um alle Giftstoffe auszuleiten. Erlaubt sind Wasser, ungesüßte Tees sowie ein bis zwei Gläser Obstsaft pro Tag. Außerdem liefert klare, frisch gekochte Gemüsebrühe wichtige Nährstoffe und Vitamine.

Wie helfe ich dem Körper?

Lange Spaziergänge und Wanderungen halten den Körper fit und unterstützen die Entgiftung. Da wir auch über die Haut Schadstoffe ausscheiden, tut uns frische Luft besonders gut. Ebenso wichtig wie Bewegung sind Ruhephasen. Am besten fasten wir im Urlaub, dann kann sich der Körper ausreichend Schlaf holen - denn Fasten kostet Kraft. Vor allem die Leber leistet beim Abtransport der Giftstoffe ganze Arbeit. Mit einem feuchtwarmen Wickel entlasten wir das Organ. So machen Sie den Leberwickel: Ein kleines, mit warmem Wasser befeuchtetes Handtuch auf die rechte Seite des Oberbauches (Rippenbogen) legen. Darauf kommt eine heiße Wärmflasche, zum Schluss ein großes trockenes Handtuch um den Körper wickeln. 30 Min. auf dem Sofa entspannen. Ein weiterer Fastenhelfer: Gegen Magenschmerzen helfen ein bis zwei Löffel Heilerde (Apotheke).

Die Heilfasten-Wochen-Kur

Sie sollten sieben Tage für die Kur einplanen, wahlweise auch zehn bis 14. Verzichten Sie während dieser Zeit auf feste Nahrung und nehmen Sie viel Flüssigkeit zu sich. Damit Sie sich richtig auf das Fasten einlassen können, sollten Sie die privaten und beruflichen Belastungen, so weit es geht, herunterfahren. Beim Heilfastenist es gut, nicht nur den Körper zu reinigen, sondern auch den Kopf zu "entrümpeln". Ausgedehnte Spaziergänge entstressen das Gehirn.

Tag 1 - Entlastungstag

Ein Reistag stimmt Sie auf die Fastenkur ein. Wenn Sie 150 Gramm Vollkornreis 25 Minuten kochen, haben Sie drei Portionen (je 50 Gramm) für den ganzen Tag.

Frühstück: Einen Apfel vierteln und entkernen, in Spalten schneiden und in einer Pfanne bei mittlerer Hitze weich dünsten. Eine Portion Reis hinzugeben. Mit etwas Zimt würzen.

Mittag/Abendessen: Je nach Geschmack gedünstete Zwiebelviertel, Tomatenspalten und Zucchini hinzugeben. Mit Pfeffer würzen und frische Kräuter wie Basilikum, Thymian und Salbei mit in die Pfanne geben. Zum Schluss mit klein gehackter Petersilie bestreuen.

Tag 2-6

Am ersten Tag trinken Sie gleich morgens eine Lösung mit abführendem Glaubersalz (30 Gramm Salz in einem halben Liter Wasser, Übergewichtige 40 Gramm auf einen Dreiviertelliter). Wichtig: Während der gesamten Kur mindestens 2,5 Liter Wasser, Kräutertee, klare Gemüsebrühe sowie ein bis zwei Gläser Obstoder Gemüsesaft pro Tag trinken. Auf diese Weise nehmen Sie etwa 250 Kilokalorien zu sich.

Zutaten für die Gemüsebrühe: 300 Milliliter Wasser, 250 Gramm Gemüse, z. B. Möhren, Lauch, Zwiebeln, Tomaten, Kartoffeln, eine Prise Salz, ein Esslöffel Kräuter.

Zubereitung: Das Gemüse schälen, in kleine Stücke schneiden und mit dem Wasser zum Kochen bringen. Die Brühe auf kleinster Flamme 15 bis 30 Minuten köcheln lassen. Rund 80 Prozent des Gemüses durch ein feines Sieb seihen, den Rest pürieren. Eine Prise Salz zufügen und die Brühe dann nach Geschmack mit den frischen Kräutern servieren.

Tag 7

Am Tag des Fastenbrechens wird der Körper wieder langsam an feste Nahrung gewöhnt.

Frühstück: 1/4 Liter Kräutertee trinken.

Mittags: Einen Apfel essen.

Nachmittags: Etwas Obst und einen Kräutertee mit Honig und Zitrone trinken.

Abends: Kartoffelsuppe: Eine mittelgroße Kartoffel und 160 Gramm Gemüse schälen, klein schneiden und in einem Topf mit einem Teelöffel Butter anschwitzen lassen. 300 Milliliter Wasser hinzugeben, salzen, 30 Minuten kochen. Im Mixer pürieren und frische Kräuter hinzufügen. Mit Salz und Muskat abschmecken.

Sanfter Fasten mit Obst und Gemüse Wer während der Kur arbeiten muss oder sich Sorgen macht, sie nicht durchzuhalten, kann eine sanftere Fasten-Methode wählen: Das sogenannte Basenfasten. Dabei sind täglich drei bis fünf kleine Mahlzeiten aus Obst und Gemüse erlaubt. Auf Getreide und tierische Produkte wird verzichtet.

Kategorien: