Rosamunde Pilcher: Fast hätte sie ihr Augenlicht verloren

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Star-Autorin: Rosamunde Pilcher verkaufte weltweit über 60 Millionen Bücher. Sie lebt im schottischen Dundee.
Foto: UK Press EXKLUSIV für DAS NEUE BLATT

Zu spät zum Arzt!

Diese Frau hat uns so viele romantische Lesestunden und TV-Abende beschert. Rosamunde Pilcher (85) zog so „nebenbei“ vier Kinder groß und pflegte von 2007 bis zu seinem Tod im März 2009 aufopferungsvoll ihren Mann Graham († 92). Dabei vergaß sie oftmals, an sich zu denken.

Das neue Blatt: Frau Pilcher, stimmt es, dassSie zu erblinden drohten?

Rosamunde Pilcher: Ja. Mein Augenlicht wurde durch den grauen Star immer schlechter. Ich hatte Angst, nicht mehr Auto fahren zu können.

Warum gingen Sie zu spät zum Arzt?

Rosamunde Pilcher: Ich musste mich doch um meinen Mann kümmern. So habe ich alles, was mich betraf, hinten angestellt. Meine Welt wurde immer grauer. Am Ende konnte ich nicht einmal mehr lesen.

Und dann haben Sie sich endlich operieren lassen?

Rosamunde Pilcher: Ja, glücklicherweise ging alles schnell über die Bühne. Hier im Ort gibt es einen Augenspezialisten und einen Optiker. Innerhalb eines Monats war alles ausgestanden – und die Krankenkasse hat sogar alles bezahlt (sie lacht)!

Sind Ihre Augen jetzt wieder hergestellt?

Rosamunde Pilcher: Absolut, ich kann sogar ohne Brille Auto fahren und brauche nur noch eine kleine Lesebrille.

Ist sonst alles in Ordnung?

Rosamunde Pilcher: Na ja, ich habe gerade eine schlimme Lungenentzündung überstanden. Es war einfach schrecklich.

Sie mögen wohl keine Ärtzte, oder?

Rosamunde Pilcher: Nicht so sehr. Aber nach einer Woche Quälerei raffte ich mich auf und ging zum Arzt, musste mir Antibiotika verschreiben lassen. Ich mag das Zeug nicht, aber die Lunge ist meine Schwachstelle…

Wie kommen Sie nach dem Tod Ihres Mannes zurecht?

Rosamunde Pilcher: Es ist etwas über ein Jahr her, und ich bin froh, das überstanden zu haben. Der Begriff „Trauerjahr“ ist zwar ein altmodisches Wort, aber so viel Zeit braucht man, um mit dem Verlust fertig zu werden. Irgendwie muss man sich neu zurechtfinden. Ich vermisse Graham.

Denken Sie jeden Tag an Ihren Mann?

Rosamunde Pilcher: Nicht bewusst. Aber meine Familie und ich sprechen oft über ihn. Auf der Farm meines Sohnes Robin haben wir im Gedenken an Graham eine Bank aufstellen lassen. Genau dort, von wo er immer die Aussicht auf den Fluss Tay bewundert hat – „Papas Bank“!

Sie waren 53 Jahre verheiratet. Was raten Sie Frauen, die nach so langer Ehezeit Witwe werden?

Rosamunde Pilcher: Ganz ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht. Es hängt sehr davon ab, wie der Partner gestorben ist.

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