Rücken, Kopf, Gelenke: Schmerzen weg für immer

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Rücken, Kopf, Gelenke: Wie Sie dem Schmerz vorbeugen und sich selbst behandeln.
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Selbst heilen Extra

Neue Erkenntnisse der Forschung zeigen, wie man aktiv wird und effektiv die häufigsten Probleme lindern kann.

Schmerz ist etwas Gutes, sagen Mediziner. Aber wie kann das gut sein? Die Natur hat es so eingerichtet. Schon als Kind machen wir notwendige Erfahrungen mit Schmerzen. Kinder sind entdeckungsfreudig. Sie haben einen natürlichen Forscherdrang, der sie dazu treibt, ständig alles auszuprobieren und Neues zu erkunden. Dass sie nicht immer die Risiken abschätzen oder erkennen können, wo Gefahr lauert, ist ganz normal - aber gefährlich.

Deshalb müssen sie häufiger die Bekanntschaft mit Schmerz machen. Das ist für sie dann ein Warnsignal und natürlich auch ein Lehrmeister fürs Leben: Ein Kind, das einmal eine heiße Herdplatte, eine Kerzenflamme oder die Dornen einer Rose berührt hat, wird das durch die Schmerz-Erfahrung kein zweites Mal tun. Schmerz ist in seiner ursprünglichen Bedeutung also ein Warnsignal.

Dafür gibt es überall im Körper spezielle Nervenstellen, sogenannte Rezeptoren, die gefährliche Reize wie Hitze, Schnitte, Druck, Reibung oder Entzündung in Millisekunden erkennen und deutliche Signale an das Gehirn senden: "Aua! Hier passiert etwas Schädliches! Schnell reagieren!"

Vorsicht, Schmerzgedächtnis

Das Symptom Schmerz zeigt also, dass im Körper etwas nicht stimmt . Dass man sich darum kümmern muss. So weit, so gut. Aber Schmerzen dürfen nicht zu lange dauern. Sonst werden sie chronisch. Laut Experten handelt es sich um chronische Schmerzen, wenn die Beschwerden länger als drei Monate dauern. Das heißt, wenn sie so lange ständig zu spüren sind oder in dieser Zeit sehr oft wiederkehren. Dann hat der Schmerz seine ursprüngliche reine Warn-und Schutzfunktion eingebüßt und sich verselbstständigt.

Wie passiert das?

Dabei geht es um Vorgänge, die sich im sensiblen Nervensystem und im Gehirn abspielen. Die Nervenzellen für die Schmerzweiterleitung scheinen lernfähig zu sein: Wenn sie immer wieder Schmerzimpulsen ausgesetzt sind, werden sie aktiver. Dann nehmen sie schon kleinste Reize wie z. B. leichten Druck, als Schmerz wahr und zünden ein Signalfeuerwerk. Und das Gehirn lernt, darauf ebenfalls empfindlich zu reagieren. Es merkt sich die Signale genau - und bildet das sogenannte Schmerzgedächtnis.

Rechtzeitig eingreifen

Damit es gar nicht so weit kommt, raten Schmerzmediziner: Jede Art von Schmerz sollte man möglichst sofort behandeln. Das gilt besonders für die häufigsten Probleme, die jeder kennt: Rücken, Kopf- und Gliederschmerzen. Das Gute an dem Problem: Man kann selbst sehr viel dagegen tun. Wie Sie Schmerzen schon mit einfachen Mitteln effektiv behandeln und auch gegen die Schmerz-Entstehung vorbeugen können, haben wir in unserem Extra für Sie zusammengestellt.

Wichtig ist immer: genug schlafen

ENERGIE GEWINNEN heißt das Zauberwort. Schlafmediziner fanden heraus: Wer Schmerzen hat, sollte immer genug schlafen . Denn bei vielen Muskel-, Sehnen- und Gelenkproblemen, auch bei häufigen Kopfschmerzen, ist schon viel erreicht, wenn der Körper ausruhen und neue Energie tanken kann. US-Forscher wiesen nach: Acht Stunden Schlaf senken die Schmerzempfindlichkeit drastisch - bei Schmerzpatienten ebenso wie bei Gesunden. Das wirkt nach einiger Zeit besser als das Schmerzmittel Codein.

Was tun, wenn der Schmerz den Schlaf stört?

Man sollte die schmerzende Stelle, z. B. das Knie, fest und stabil lagern. Pflanzenmittel aus der Apotheke mit Baldrian und Hopfen entspannen und beruhigen. Auch ein warmes Vollbad (abends, höchstens 15 Min.) wirkt oft. Und man sollte nach 16 Uhr keinen Kaffee oder Schwarztee mehr trinken.

Buchtipp

Viele weitere Infos über Therapien und Selbsthilfe bietet das Buch "Schmerzfrei durchs Leben", Reader's Digest Deutschland, Verlag Das Beste, 320 S., 39,95 Euro

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