Rückenmassage

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Da war es wieder: dieses unangenehme Ziehen im Nacken. Kurzer Berührungstest: Der Rücken ist wieder einmal total verspannt. Keine Ahnung, woran das jetzt wieder gelegen hat: am vielen Sitzen vor dem Bildschirm, am undichten Fenster, durch das so ein fieser Zug entsteht, am zu harten oder zu weichen Kissen, an den hohen Absätzen von neuen wunderschönen Schuhen oder vielleicht an der Anspannung in Stresszeiten. Egal, es muss etwas passieren. Ein Masseur wäre jetzt toll. Um neun Uhr Abends ein vergeblicher Wunsch. So ein Notfall bin ich schließlich auch wieder nicht. In mitleidserregend schiefer Haltung schleiche ich mich zu meinem Freund. Der ist zwar kein Krankengymnast, aber immerhin anwesend. Rücken massieren? Klar, sofort. Nur wie?

Um den Rücken zu lockern und die Verspannungen des Alltags zu lösen, muss nicht unbedingt ein Fachmann ran. Ein paar kleine Entspannungsgriffe hat auch der eigene Partner schnell drauf. Wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, kann unter zahlreichen Möglichkeiten wählen. Verschiedene Kurse, die zum Beispiel von der Volkshochschule angeboten werden, weisen in die hohe Kunst der Partnermassage ein und klären darüber auf, was der Amateur falsch und richtig machen kann.

Wenn der Rücken schmerzt und der treusorgende Partner bereit ist, Hand anzulegen, reicht es aber schon, wenn ein paar Dinge beachtet werden:

1. Massiert werden nur die Muskeln und niemals die Knochen. Also bitte keinen Druck auf die Wirbelsäule ausüben, da kann eine ganze Menge schiefgehen.2. Großflächig arbeiten. Eine Fisselarbeit mit Zeigefingern und Daumen schmerzt eher und sollte lieber dem Experten überlassen bleiben.3. Immer daran denken, es geht in erster Linie um Entspannung. Also: langsame harmonische streichelnde Bewegungen, ein wenig Kneten und die Muskeln ausstreichen. Klopfen, zwicken, kitzeln ist zwar lustig, hilft aber bei einem verspannten Rücken nicht weiter.

Mit diesem Wissen geht es nun an die Vorbereitung. Eigentlich ist alles ganz einfach und logisch. Wenn mit der Massage vor allem eine Rückenentspannung und kein Vorspiel gemeint ist, muss natürlich nicht unbedingt der ganze Raum auf erotisch dekoriert werden. Weil aber eine OP-Beleuchtung nicht eben entspannend ist, am besten das Licht dimmen und eventuell eine ruhige Musik auflegen. Nun zur Unterlage. Wenn die Matratze hart genug ist, kann im Bett massiert werden. Das ist natürlich praktisch, weil die meisten Massierten im Anschluss einfach total relaxt liegen bleiben können. Ist die Unterlage jedoch zu weich, lieber auf den Boden oder einen großen Tisch ausweichen. Den kann man dann ja noch mit einer Decke polstern.

Damit der Körper dort, wo er gerade nicht massiert wird, nicht auskühlt, Decken bereitlegen. Ganz wichtig: Auch der Masseur muss bequem sitzen oder stehen. Es bringt gar nichts, wenn der sich beim Massieren so verrenken muss, dass er hinterher total verspannt ist. Wenn der Platz stimmt, kann losgelegt werden. Und zwar so:

1. Massageöl riecht gut und macht die Bewegungen weicher. Das Öl in den Handflächen anwärmen, nicht dass der Verspannte erschrocken von der Liege springt und von der ganzen Entspannung nichts mehr wissen möchte.2. Erlaubt ist, was guttut. Wenn der Liegende wohlige Grunzlaute von sich gibt, ist alles richtig, bei Schmerzen lieber vorsichtiger werden. Wenn der Hobby-Masseur zu heftig knetet, kann das schnell unangenehm werden.3. Nacken und Schulterbereich sind meistens die verspanntesten Stellen: Hier kann einfach vorsichtig massiert werden. Was auch guttut, sind kreisende Bewegungen mit Fingerkuppen und Handballen.4. Mit den flachen Händen können die langen Muskeln, die parallel zur Wirbelsäule verlaufen, gut bearbeitet werden. Einfach ein wenig mit Druck experimentieren, kneten, streicheln und die Hände breitflächig bis zum Steißbein arbeiten.5. Weich anfangen, den Druck erhöhen und dann wieder sanfter werden. Das Ausstreichen am Schluss ist eine Art Beruhigungsphase und gehört dazu wie das Einölen am Anfang.