Super-Getreide Saathafer zur Arzneipflanze des Jahres 2017 gewählt

Saathafer ist gesund und ein gutes Nahrungsmittel
Saathafer ist gesund und ein gutes Nahrungsmittel
Foto: Istock

Saathafer wurde zur Arneipflanze des Jahres 2017: Erstmal ungewöhnlich, dass eine Forschergruppe ein Getreide zur Arzneipflanze des Jahres macht, aber der Saathafer ist ein Multitalent.

Sein Einsatzspektrum reiche von der Behandlung der Haut über Magen-Darm-Erkrankungen bis hin zur Vorbeugung etwa von Arteriosklerose und Diabetes mellitus Typ 2, erläutert Johannes Gottfried Mayer vom Studienkreis der Universität Würzburg, der den Saathafer gekürt hat. Die Forscher wählen jedes Jahr eine Pflanze, die besonders positive Effekte auf die Gesundheit hat. Zuvor wurden zum Beispiel schon Buchweizen, Hopfen oder Thymian gewählt.

Der Saathafer ist wie auch andere Getreidearten ein Süßgras. Allerdings ist diese alte Getreideart schwieriger zu erneten und mehr und mehr in Vergessenheit geraten. Dabei ist sie witterungsbeständiger als so manch moderne Getreideart.

Was macht den Saathafer zur Heilpflanze?

Der Saathafer kann zu unterschiedlichen Zwecken verwendet werden: Das Stroh und Kraut lindert Juckreiz und Hautbeschwerden. Es kann als Bad genutzt werden. Das Kraut ist reich an entzündungshemmenden Flavonoiden und immunmodulierenden Saponinen und besitzt einen hohen Anteil an Mineralien wie Kalium, Kalzium oder Magnesium. Das Kraut wurde bereits erfolgreich bei der Behandlung von Neurodermitis getestet.

Außerdem ist Saathafer als Nahrungsmittel interessant, weil er sich positiv auf den Verdauungstrakt auswirkt. Im Vordergrund stehen positive Effekte auf den Cholesterin- und den Blutzuckerspiegel.

 

Urgetreide immer mehr im Trend

Nach und nach kommt auch die Industrie darauf, dass die Verbraucher sich mehr Nachhaltigkeit und Rückbesinnung auf Ursprünge wünschen. Da kommen sogenannte Urgetreide ins Spiel. Emmer, Ur-Roggen oder Dinkel sind heute nicht mehr so weit verbreitet, weil sie sich irgendwann als weniger gut zu züchten entpuppten. Dabei haben diese Getreidearten bestimmte Vorteile, die modernem Weizen oder Roggen fehlen.

Inzwischen kann man aber auch im ganz normalen Handel wieder Urgetreide-Müsli kaufen (Vitalis, Dr. Oetker, ca. 3,50 Euro). Aber auch bei Beautyprodukten findet Getreide immer mehr Anklang (Wahre Schätze Hafermilch, Garnier). Ob dieser Trend weiter anhält, muss sich allerdings erst noch zeigen. Saathafer bekommst du im Reformhaus oder online.

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