Was tun bei Sonnenbrand?Sanft aber wirksam: Unsere Hausmittel gegen Sonnenbrand

Hilfe bei Sonnenbrand
Hilfe bei Sonnenbrand gesucht? Wir haben Tipps!
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Inhalt
  1. Was tun bei Sonnenbrand? Die besten Hausmittel
  2. Ab wann bekomme ich einen Sonnenbrand?
  3. Wie beuge ich einem Sonnenbrand vor?
  4. Wie lange dauert ein Sonnenbrand für gewöhnlich?
  5. Wie lange darf ich nach dem Sonnenbrand nicht in die Sonne?
  6. Ab wann sollte ich mit meinem Sonnenbrand zum Arzt?
  7. Hilfe, mein Sonnenbrand beginnt zu pellen! Was kann ich tun?
  8. Warum ist der Sonnenschutz für Kinder so wichtig?

Ein Tag am Meer oder im Garten bei Sonnenschein tut zwar der Seele gut, aber nicht der Haut. Wir stellen die besten Tipps und Tricks gegen Sonnenbrand vor.

Sonne auf der Haut - wie glücklich und unbeschwert das macht! Doch Vorsicht: Länger als 15 Minuten solltest du dich nicht ungeschützt im Freien aufhalten. Ansonsten droht ein Sonnenbrand. Der ist nicht nur ziemlich unangenehm, er lässt auch die Haut um sechs Monate altern und zu viel UV-Strahlen durch intensive Sonnenbäder können Hautkrebs auslösen. Meist genügt ein Sonnenschutzfaktor zwischen 20 und 30. Wer sich den ganzen Tag draußen aufhält, sollte zudem das Nachcremen nicht vergessen. Spare dabei nicht an der Menge. Kleckern statt klotzen heißt die Devise beim Sonnenschutz. Denn Studien zeigen, dass nur etwa die Hälfte der nötigen Menge an Sonnencreme tatsächlich verwendet wird. Hautärzte empfehlen eine Menge von 8 bis 10 Teelöffeln Sonnencreme für den Körper.

Was tun bei Sonnenbrand? Die besten Hausmittel

Es ist passiert, und jetzt? Schnell raus aus der Sonne und die Haut kühlen - am besten mindestens eine Stunde lang mit kalten wassergetränkten Tüchern. Wenn sie warm werden, die Umschläge wechseln.

Im Video stellen wir sechs Hausmittel gegen Sonnenbrand vor:

 

Weitere Tipps gegen Sonnenbrand:

Trinken, trinken, trinken: Trink möglichst viel Wasser, um der geschädigten Haut ausreichend Flüssigkeit zuzuführen. Das beschleunigt auch die Heilung.

Nasses Hemd: Als erste Hilfe gegen Brennen und Schmerzen tut ein nasses Hemd gut. 250 Gramm Kochsalz in fünf Litern kaltem Wasser auflösen, ein Hemd darin tränken und nur leicht auswringen. Das Hemd anziehen und mindestens eine Stunde tragen. Das Salzwasser kühlt angenehm und regt die Hauterneuerung an.

Zitronen und Quark: Auch Quark und Zitrone wirken kühlend und unterstützen die Hautregeneration. Substanzen in ihrem Saft stillen überdies direkt den Schmerz. Den frisch gepressten Saft von drei Zitronen auf einen halben Liter kaltes Wasser geben und die betroffenen Hautstellen vorsichtig damit abwaschen. Anschließende Auflagen mit Zitronenquark fördern den Heilungsprozess. Hierfür 250 Gramm Quark, einen Esslöffel Zitronensaft und zwei Esslöffel klaren Honig gut verrühren, auf die Haut auftragen und mindestens 15 Minuten einwirken lassen. Danach mit kaltem Wasser abspülen. Die Anwendung bei Bedarf mehrmals täglich wiederholen.

Apfelessig und Kamille: Bei starkem Sonnenbrand mit bereits schuppiger Haut helfen Waschungen mit Apfelessig und anschließende Kamillen-Auflagen. Eine halbe Tasse Apfelessig in einen Liter kaltes Wasser geben, vorsichtig die Haut damit abreiben. Für die Auflagen vier Esslöffel Kamillen-Tee mit einem halben Liter siedendem Wasser übergießen, zehn Minuten abgedeckt ziehen lassen und abseihen. Vor der Anwendung auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, dann ein Leinentuch darin tränken, leicht auswringen und auflegen. Das Tuch auf der Haut lassen, bis es vollständig getrocknet ist; es dann aber nicht abnehmen, sondern von außen erneut mit der Kamillen-Lösung befeuchten. Erst zehn Minuten danach vorsichtig abheben. Täglich mehrmals - mindestens zweimal - anwenden.

Labkraut-Bäder: Wenn man Bäder mit Labkraut (Foto li.: Die gelb blühende Heilpflanze) möglichst bald beim Auftreten der ersten Symptome - beginnender Hautrötung und leichtem Brennen - nimmt, können sie stärkere Beschwerden verhüten. 100 Gramm Labkraut in einen Liter siedendes Wasser geben, fünf Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen, abseihen und den Sud in ein Vollbad gießen. Das Wasser auf Körpertemperatur abkühlen lassen, dann 15 Minuten in der Wanne bleiben.

Buttermilch hilft der verbrannten Haut, sich zu regenerieren. Die Partien drei- bis fünfmal am Tag damit abreiben. Wenn größere Flächen betroffen sind: 500 ml in warmes (max. 37 Grad) Wasser geben, etwa 15 Minuten darin baden. Das beruhigt die Entzündung.

Die Blätter von Kopfsalat lindern Schmerzen. Große Blätter für zwei Minuten in kochendes Wasser geben, vom Herd nehmen, abkühlen lassen. Für 20 bis 30 Minuten auflegen.

Leinsamen-Sud wirkt schmerzlindernd und gegen Hautentzündungen. Einen Liter Wasser mit drei Esslöffeln Leinsamen zum Sieden bringen, zehn Minuten köcheln lassen, abseihen, auf Körpertemperatur abkühlen lassen. Ein Tuch in dem Sud tränken und für mindestens 15 Minuten auflegen. Wiederholen, bis die Schmerzen abklingen.

Brennnessel: Hitzeschmerz und Entzündung werden gelindert, die Haut-Neubildung gefördert. Brennnesselblätter mit heißem Wasser übergießen, abkühlen lassen. Ein Tuch damit tränken, auf die Haut auflegen.

Aloe Vera enthält ebenfalls hautregenerierende Stoffe. Am praktischsten: Fertige Gels und Cremes (Apotheke).

Im Video: Aloe Vera bei Sonnenbrand - so kannst du die Pflanze anwenden:

 

Was bringen After-Sun-Mittel?

After-Sun-Gele und -Lotionen enthalten oft Extrakte aus Aloe-vera-Gewächsen oder Pflanzenfarbstoffen, sogenannte Flavonoide, die die Entzündung hemmen und die Haut beruhigen. Oder auch Glyzerin, das Feuchtigkeit bindet und die Haut geschmeidig hält. Zusätzlich sorgen insbesondere Gele für Kühlung, da sie Verdunstungskälte erzeugen. Gegen Falten bringen diese Produkte allerdings wenig. Sie erreichen in der Regel nur die Oberhaut, die Falten entstehen jedoch tief im Bindegewebe. Auch das Schälen der Haut können sie nicht verhindern. Der Körper befreit sich dadurch von Zellen mit erhöhtem Krebsrisiko.

Ab wann bekomme ich einen Sonnenbrand?

Das kommt ganz auf den Eigenschautz deiner Haut an - und dieser Eigenschutz hängt mit deinem Hauttyp zusammen. Sobald sich ein erstes Hautkribbeln oder leichte Rötungen einstellen, heißt es: raus aus der Sonne. Jede weitere Sonnenbelastung verschlimmert den beginnenden Sonnenbrand noch zusätzlich. Auch Sonnenschutzmittel nutzt jetzt nichts mehr.

Wie hell ist deine Haut? Welche Haar- und Augenfarbe hast du? So bekommst du deinen Hauttyp heraus:

Hauttyp1234Kinder
Hautfarbesehr hell, blasshellhellbraunbraunsehr hell
Augenfarbemeist blaublau, grün, graungrau, braundunkelalle Augen-
farben
Haarfarberötlichblonddunkelblonddunkelalle
Sonnen-
brand
sofortschnellseltenkaumsehr schnell
Eigenschutz5-10 Min.10-20 Min.15-25 Min.20-30 Min.Max. 10 Min.
Empfohlener Lichtschutz-
faktor
LSF 30-50LSF 20-50LSF 15-30LSF 10-15LSF 30+

Egal welchen Hauttyp du hast, du solltest immer einen Sonnenschutz tragen, um einem Sonnenbrand und damit Hautkrebs und vorzeitiger Hautalterung vorzubeugen!

Wie beuge ich einem Sonnenbrand vor?

Diese Tipps ersetzen keine Sonnencreme! Du kannst mit diesen Tipps zwar einem Sonnenbrand vorbeugen, doch dich eincremen solltest du dennoch.

Sonnenbrand durch die richtige Ernährung vorbeugen

Um einem Sonnenbrand vorzubeugen, solltest du darauf achten, über deine Nahrung folgende Stoffe verstärkt aufzunehmen:

Diese Vitamine sollten über mehrere Wochen hinweg aufgenommen werden, damit der Eigenschutz der Haut erhöht wird.

Sonnenbrand durch richtiges Verhalten vorbeugen

Zu Beginn der Saison bzw. des Urlaubs nie länger als 15 Minuten in der Sonne bleiben. Und sich später nicht länger als eine Stunde der prallen Sonne aussetzen. Die starke Strahlung zwischen 11 und 15 Uhr meiden.

Hellhäutige und blonde Menschen (Hauttyp 1, siehe oben) haben eine besonders empfindliche Haut. Sie sollten daher grundsätzlich direkte Strahlung meiden und sich stets im Halbschatten aufhalten.

In direktem Sonnenlicht am besten leichte Kleidung aus dicht gewebtem Stoff tragen, der die Strahlen von der Haut abhält.

Den gesamten Körper mit Sonnenschutzmittel einreiben, bei intensiver Strahlung mindestens mit Lichtschutzfaktor 20. Vorm Baden unbedingt wasserfeste Mittel nehmen.

Niemals den Schatten unterschätzen: So wirst du auch im Schatten braun (bzw. bekommst einen Sonnenbrand)...

 

Wie lange dauert ein Sonnenbrand für gewöhnlich?

Ein Sonnenbrand ist eine Verbrennung. Wie lange er zum Heilen braucht, hängt von der Schwere der Verbrennung ab.

Wenn du nur einen leichten Sonnenbrand hast, ist er meist nach etwa einer Woche verheilt. Ein leichter Sonnenbrand ist zwar gerötet, tut allerdings nur weh, wenn du drauf drückst.

Ein starker Sonnenbrand kann bis zu sechs Wochen brauchen, bis er wirklich vollständig verheilt ist. Ein starker Sonnenbrand schmerzt auch dann, wenn er nicht berührt wird. Außerdem bilden sich Bläschen auf der Haut.

Wie lange darf ich nach dem Sonnenbrand nicht in die Sonne?

Meide die Sonne, solange die Haut sich nicht vollständig erholt hat. Sind nur kleinere Stellen betroffen, kannst du dich dort auch mit UV-undurchlässiger Kleidung schützen.

Ab wann sollte ich mit meinem Sonnenbrand zum Arzt?

Sonnenbrand heilt in der Regel von selbst ab. Es sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden, wenn zu den Hautsymptomen starke Kopfschmerzen oder Fieber hinzukommen. Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass nicht nur die Haut gelitten hat, sondern sich ein Sonnenstich oder Hitzschlag ankündigt. Ärztliche Hilfe ist auch ratsam, wenn sich die Bläschen auf verbrannter Haut stark entzünden. Es könnte sich um Erreger handeln, die weitergehende Behandlung erfordern. Unbedingt zum Arzt sollte man, wenn nach dem Sonnenbrand Hautveränderungen, z.B. dunkle Flecken, zurückbleiben sowie bislang harmlos erscheinende Muttermale oder Leberflecken größer werden bzw. ihre Form ändern.

 

Hilfe, mein Sonnenbrand beginnt zu pellen! Was kann ich tun?

Leider nicht viel. Dass sich die Haut einige Tage nach einem Sonnenbrand abpellt, ist notwendig: Die obere Haut ist so verbrannt, dass die darunter liegenden Hautzellen die oberen abstoßen, um sich regenerieren zu können. Das ist der Weg unserer Haut, sich von den geschädigten Zellen zu befreien.

Jetzt heißt es, Geduld haben! Bloß nicht "knibbeln", nur was sich leicht abziehen lässt, kannst du abpellen. Aber sowie es weh tut oder sich nicht mehr leicht abziehen lässt, sofort aufhören und stattdessen Wundcreme in Sprayform auftragen - sehr hygienisch!

Wie kann ich das Abpellen der Haut verhindern?

Ist die Haut nur leicht gerötet, kannst du das Pellen der Haut schon im Vorfeld verhindern: Reibe deinen (nur leichten!) Sonnenbrand mit Zitronenscheiben ab. Das gibt Milderung und verhindert auch das Abpellen der Haut. Die Inhaltsstoffe der Zitrone sorgen für eine schnellere Regeneration der Haut.

Sanddornöl (Apotheke) ist reich an Vitamin C und Betacarotin, was optimal zur Hautpflege bei Sonnenbrand ist. Es macht die Haut streichelzart und verhindert das lästige Abpellen der Haut. Lege am besten ein in Sanddornöl getränktes Tuch für 30 Minuten auf deinen Sonnenbrand, um die Heilung zu fördern und das Pellen zu verhindern.

 

Warum ist der Sonnenschutz für Kinder so wichtig?

Säuglinge und Kleinkinder unter zwei Jahren haben noch keinen eigenen Hautschutz und sollten deshalb möglichst nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden. Erst mit der Pubertät sind die obersten Hautschichten so verdickt, dass die Haut überhaupt bräunen kann. Eltern sind also gefordert, den Sonnenschein mit ihren Kindern verantwortungsbewusst zu genießen, besonders unter südlicher Sonne und im Hochgebirge.

Kinderhaut entspricht dem hochempfindlichen Hauttyp 1 (siehe Tabelle oben), der kaum braun wird: Kinderhaut ist für Sonnenbrand und Langzeitschäden extrem anfällig. Säuglinge bis zu 6 Monaten sollten überhaupt nicht in die Sonne.

Viele Eltern gehen viel zu sparsam mit Sonnencreme um. Besser großzügig auftragen und alle der Sonne ausgesetzten Hautpartien eincremen. Die Ohrmuscheln werden zum Beispiel oft vergessen. Wasserfeste Sonnencreme ist super und schützt Kinder auch beim Planschen. Doch viele Eltern cremen mit Blick auf die vermeintliche Wasserfestigkeit nach dem Bad der Kinder nicht nach. Aber das ist unverzichtbar, denn spätestens beim Abtrocknen ist der Sonnenschutz weggerubbelt.

Außerdem zu beachten: Auch die beste Sonnencreme ersetzt keine geeignete Kopfbedeckung. Denn die meiste UV-Strahlung bekommt der Kopf ab. Kinder sollten einen Hut mit breiter Krempe und Nackenschutz tragen

Sonnenbrände in der Kindheit sind das Hauptrisiko für Hautkrebs im Erwachsenenalter - der häufigsten Krebsform hierzulande.

Kann übertriebener Sonnenschutz Kindern auch schaden?

Durch UV-Strahlen bildet die Haut Vitamin D. Es ist vor allem wichtig für das Immunsystem, Knochenwachstum, als Schutz vor Krebs, für die geistige Entwicklung der Kleinen: Bekommen Kinder, die extrem vor Sonne geschützt werden, einen Mangel? Nicht, wenn die Kinder täglich zumindest kurz ungeschützt in der Sonne sind: Zur Vitamin-D-Bildung in der Haut reichen hierzulande 15 bis 20 Minuten im Freien mit ungeschütztem Gesicht und unbedeckten Armen. Am sichersten ist das vor 11 Uhr und nach 15 Uhr.

Allerdings: Unter südlicher Sonne oder im Hochgebirge, bei sehr starker UV-Strahlung, kann die Obergrenze unter 10 Minuten liegen.

 

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