Sarah Wiener: Vegane Ernährung ist auch keine Lösung

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Die TV-Köchin Sarah Wiener sagt, vegane Ernährung hilft der Umwelt auch nicht

Wer sich vegan ernährt, tut damit der Gesellschaft und der Umwelt Gutes. Falsch! TV-Köchin Sarah Wiener hat nun genau erklärt, warum vegane Ernährung die Welt nicht verbessert.

Sojamilch aus dem Supermarkt zum Beispiel ist in etwa so künstlich wie Cola, sagt die 52-jährige Köchin Sarah Wiener in einem Gastbeitrag im Magazin "enorm".

Wir ernähren uns viel zu schlecht: "So mancher hat zu seinem Auto ein innigeres Verhältnis als zu seinem Körper. Billig-Benzin, das dem Motor schadet, will keiner in sein Fahrzeug pumpen. Aber das Billigindustrieöl im Essen: nur rein damit!" schreibt die TV-Köchin in ihrem Beitrag.

Außerdem essen wir viel zu viel Fleisch, was tierquälerische Massentierhaltung unterstützt und die Ernährungsungerechtigkeit fördert. Weil wir so viel Fleisch essen, werden die Felder in Südamerika nur zum Anbau von Futtermitteln genutzt und die Menschen hungern.

Vegane Ernährung ist aber auch nicht besser

Und trotzdem möchte Sarah Wiener auch nicht zu veganer Ernährung raten. Denn sie ist weder gesundheitlich, noch ökologisch die bessere Lösung.

Sie habe Hochachtung und Respekt vor Menschen, die aus Achtung vor dem Tier auf Fleisch und tierische Produkte verzichten. Doch den Menschen, die glauben, dass allein ein veganes Leben der einzig richtige Weg sei, muss sie entgegensetzen, dass eine vegane Ernährung keine Lösung für das Grundproblem sei. Sie ändere auch nichts an den üblen Verhältnissen in der Nahrungsmittelproduktion. "Denn: Vegan zu leben fördert weder die Nachfrage nach Produkten aus einer anständigen Tierhaltung noch die nach natürlichen, ökologisch erzeugten Lebensmitteln aus der eigenen Region," schreibt sie.

Und sie setzt noch einen drauf, indem sie betont, dass auch vegane Industrieprodukte der Umwelt schaden. Auch für diese Produkte werden Böden erodiert, dem Klima geschadet und Wasser vergiftet.

Vielen (auch veganen) Lebensmitteln werden Aromastoffe, Farbstoffe und Emulgatoren hinzugefügt, damit sie appetitlicher aussehen und schmecken: "Es fängt schon bei einer schlichten Sojamilch an. Kochen und drücken Sie Sojabohnen einmal aus – die Brühe ist kaum trinkbar, die möchte sich niemand in seine Latte Macchiato kippen. Die Sojamilch, die heute in jedem Supermarkt steht, ist ein hochverarbeitetes Industrie-Produkt – und in etwa so künstlich wie eine Cola."

Auch für die Gesundheit ist vegane Ernährung nicht förderlich: "Für mich stellt sich durchaus die Frage, ob es nicht unser Schicksal ist, auch Tiere zu essen – weil wir Allesfresser sind, weil wir bestimmte tierische Enzyme brauchen, um gesund zu bleiben und weil der Tierdung unsere Felder düngt. Doch eines muss klar sein: Unsere Bestimmung ist sicher nicht, Tiere wesensfremd zu halten und zu füttern – und ihnen keinen würdevollen Platz als Mitgeschöpfen einzuräumen."

Was ist dann der richtige Weg?

Wer sich vegan ernährt und dabei der Umwelt und der Gerechtigkeit auf unserer Welt etwas Gutes tun möchte, der solle darauf achten, keine Fertigprodukte und industrielle Lebensmittel zu nutzen. Man solle besser auf biologische und regionale Zutaten achten.

Auch die Bezeichnung "Bio" bei Lebensmitteln sei kein Garant dafür, dass das Produkt wirklich komplett frei von Industriellem ist.

Letztendlich, egal ob als Veganer oder Fleisch-Esser, gibt Sarah Wiener in ihrem Beitrag den Rat: "Kochen Sie selber und mit natürlichen Zutaten. Kaufen Sie saisonal und regional." Und an die Fleisch-Esser: " [...] Essen Sie nur ab und zu ein Stückchen Fleisch – aus artgerechter Tierhaltung!"

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TV-Köchin Sarah Wiener (Foto: Luca Teuchmann / Kontributor / Getty Images)