Segmentierter SchlafSchlafrhythmus: Warum es normal ist, nachts aufzuwachen

Schlafrhythmus - Darum ist s normal, nachts wach zu werden
Meistens ärgern wir uns, wenn wir mitten in der Nacht wach werden. Dabei ist eigentlich überhaupt nicht schlimm.
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Inhalt
  1. Früher schlief man in einem anderen Rhythmus
  2. Etappen-Schlaf hilft bei Stress
  3. Nachts wach? Keine Panik!

Nachts aufwachen und dann nicht wieder einschlafen können - einfach nur nervig. Da muss doch etwas mit dem Schlafrhythmus nicht in Ordnung sein. Aber stimmt das überhaupt?
Ist nächtliches Wachwerden wirklich ein Problem?

Früher schlief man in einem anderen Rhythmus

Der typische 8-Stunden-Schlafrhythmus, wie er heute meistens empfohlen wird, ist wohl erst seit dem 20. Jahrhundert so beliebt. Tatsächlich schlief man früher nach einem anderen Schema.

Nach getaner Arbeit legte man sich abends direkt ins Bett. Wenn man dann einige Stunden später wach wurde, nutzte man die gewonnene Zeit, traf sich mit Freunden und Nachbarn oder widmete die Stunden seinem Partner. Wurde man dann nach etwa ein bis zwei Stunden wieder müde, legte man sich für eine weitere Runde Schlaf ins Bett. Dieser sogenannte "segmentierte Schlaf" sorgte nicht etwa dafür, dass man sich am nächsten Morgen weniger erholt fühlte. Ganz im Gegenteil.

Durch die Nutzung von künstlichem Licht wie Laternen veränderte sich im 17. Jahrhundert  allerdings der Schlafrhythmus der Menschen. Heute halten wir uns ja gerade am Wochenende nicht mehr an unsere biologische Uhr. Schließlich haben wir die Möglichkeit, auch noch bis spät in die Nacht unterwegs zu sein. Ob das so richtig ist?

Etappen-Schlaf hilft bei Stress

Nach der Meinung des amerikanischen Psychologen Dr. Gregg Jacobs besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen unserem "neuen" Schlafrhythmus und dem vermehrten auftreten von Depressionen, Angstzuständen und Stress. Er ist der Meinung, dass segmentiertes Schlafen dabei helfen kann, Stress zu bewältigen, wenn wir die nächtlichen Stunden, in denen wir wach liegen, dazu nutzen, etwas für uns selbst zu tun.

Nachts wach? Keine Panik!

Insgesamt läuft dies alles auf eins hinaus: Wenn du das nächste Mal nachts wach werden solltest, mache dir keine Sorgen um den verpassten Schlaf. Verschwende keinen Gedanken daran, was du am kommenden Tag alles erledigen musst. Versuche viel mehr, dir diese Zeit zu gönnen und sie für dich zu nutzen. Du wolltest schon lange einmal wieder einen tollen Film gucken, ein gutes Buch lesen oder vielleicht auch einen Brief an eine gute Freundin schreiben? Dann tu es jetzt. Sieh die wachen Stunden nicht als nervige Unterbrechung, die dich Schlaf kostet, sondern als Chance. Begrüße den Schlafrhythmus deiner Vorfahren, der sich in so einem Fall zurückmeldet.

Video: Warum du nicht mit deinem Handy schlafen solltest

 

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